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Die Herrin der Päpste [Taschenbuch]

Eric Walz
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 640 Seiten
  • Verlag: Blanvalet TB (9. Juli 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442368774
  • ISBN-13: 978-3442368778
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,6 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 349.979 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Eric Walz
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ein Werk mit Bestseller-Qualität!« (Berliner Zeitung )

»Detailgenau recherchiert und hinreißend erzählt!« (Wochen-Kurier )

»Spannend und lebendig geschrieben!« (Bild der Frau )

Kurzbeschreibung

Rom, Anno Domini 963: Eine der mächtigsten Frauen steht vor Gericht. Marocia, Senatrix von Rom, wird des Hochverrats angeklagt! Der Prozess bietet Anlass, auf ihr Leben zurückzuschauen. Als blutjunges Mädchen von der eigenen Mutter verschachert, wird sie Geliebte des Papstes Sergius III. und will nur eins: ihr Leben selbst bestimmen. Wie kaum eine andere Frau zu dieser Zeit erkämpft sie sich raffiniert Macht und Einfluss. Als sie, über 90-jährig, im Kloster stirbt, war sie Geliebte, Mutter, Großmutter und Tante je eines Papstes, kreuzte den Weg der Großen des Jahrhunderts und begegnete der Liebe ihres Lebens...

Das außergewöhnliche Leben einer faszinierenden historischen Frauengestalt des Alten Roms, detailgenau recherchiert und hinreißend erzählt!

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30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Aufstieg und Fall 10. August 2006
Von Ari
Format:Taschenbuch
Hervorragend! Ein besseres Wort gibt es für dieses Buch nicht! Über 600 fesselnde Seiten um das Leben der Marocia. Spannend und unterhaltsam zugleich!

Marocia wird als junges Mädchen an den Lateran und den Papst verkauft. Doch das Kalkül ihrer Mutter, die Tochter als Spielball und Machtinstrument zu benutzen, geht nicht auf. Denn auch die Tochter ist ehrgeizig und wird zur erbitterten Gegenspielerin ihrer Mutter.

Sie zieht die Fäden im Hintergrund, lässt andere tun und sagen, was sie bestimmt. So will sie aus Rom wieder die Metropole eines Imperiums machen, das es einst war.

Geschickt manövriert sich Marocia durch die Geschichte ihrer Zeit. Heiratet selbst diverse Male, verheiratet geschicht und vorteilsbedacht ihre Kinder. Sie wird Königin von Italien und Senatrix von Rom - Alle Macht liegt bei ihr.

Doch eigentlich geht es in diesem Buch um etwas ganz anderes: Die Suche einer Frau nach Liebe und Zuneigung, sowohl eines Mannes als auch ihrer Kinder und später auch Enkel. Mit aller weltlichen Macht ausgestattet entgleiten ihr die Kinder, einige missraten geradezu.

Marocia erkennt dies viel zu spät und wird am Ende selbst Opfer eines ihrer Kinder, wie soviele Zeitgenossen vor ihr.

Das Ende dieses politischen und geschichtlichen Lebens kennen wir: Marocia wird für ihre Ränkeschmiede vor Gericht gestellt. Doch die Anklageschrift bassiert nicht auf Fakten.

Die Geschichte erzählt Marocias Leben bis zum Tod - mit einem, wie ich finde, sehr ergreifenden Ende.

Eric Walz zeichnet hier ein sehr realistisches Bild einer Frau, die mit ihren Visionen ihrer Zeit weit voraus war. In seinem Nachwort betont er selbst, dass nicht alles in seinem Buch historisch genau belegt werden kann und hier und da die Dichtung hinzu kam. Dies tut der Geschichte allerdings keinen Abbruch. Sie ist vielmehr glaubhaft, realistisch und spannend. Insbesondere verzichtet Walz auf langatmige Darstellungen von Liebesgeplänkel usw. hier geht es lediglich um das politische Leben einer Frau.
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58 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Eines vorneweg: Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Die anderen Rezensenten hier haben Recht, daß es stilistisch gut geschrieben ist und den Leser von der ersten bis zur letzten Seite ohne Hänger fesselt; es ist ein echter Lesespaß. Natürlich sind hierfür auch die üblichen Versatzstücke angerichtet, die historische Romane momentan so populär machen: Eine superschöne und dann noch superclevere Frau, ein paar tolle, sehr männliche Männer (die aber alle, mit Ausnahme Hugos, fast als Statisten im Schatten der Frau stehen), Mord, Totschlag, Intrigen, Familienzwistigkeiten, aber auch tiefe Liebe; natürlich darf auch der Lover nicht fehlen, den man nur alle paar Jahrzehnte trifft, mit dem man aber auch noch im hohen Alter seinen Spaß hat. Das 10. Jahrhundert bietet geschichtlich reichlich Basis dafür, und Eric Walz hat ein üppiges Werk mit viel Ingredienzien davon zusammengestellt.

Mich interessierte dieses Buch, da ich gespannt auf einen anderen Blickwinkel auf Marocia war, da praktisch die einzige zeitgenössische Quelle die des Propagandisten Liutprand von Cremona ist, der aber als objektiver Historiker mitnichten in Frage kommt – weder für Marocia, noch für andere Personen dieser Zeit. Allerdings bemerkte ich schnell, daß es Walz nicht um eine Biographie in Form eines Romans ging, sondern um einen echten Roman vor historischer Kulisse. Dies fand ich auch nach Genuß des Buches ausdrücklich im Abspann, was ich sehr lobend erwähnen möchte, denn häufig weiß man nach dem Lesen eines historischen Romans nicht, was nun Wahrheit und Dichtung ist; meistens lassen die Autoren den Leser damit allein. Walz führt am Ende einige wahre Eckpunkte der Geschichte auf, deutet auch definitiv auf fiktive Ereignisse in seiner Geschichte hin.

Bedauerlicherweise ist diese Aufzählung nicht einmal ansatzweise vollständig, und so bekommt der Leser erhebliche weitere Geschichtsverschiebungen gar nicht mit. Einige zur Auswahl:

- Walz übergeht komplett den Punkt, daß Wido und Lambert von Spoleto nicht nur als Könige von Italien, sondern auch jeweils zum Kaiser gekrönt wurden. Gleiches gilt für den Bösewicht des Buches, Berengar I., wie auch für seinen Gegenspieler Ludwig. Mit der auch im Buch erwähnten Ermordung Berengars endet das Kaisertum bis zur Wiederaufnahme durch Otto I. Da im Buch das Kaisertum schon eine bedeutende Rolle spielt, ist diese Ungenauigkeit merkwürdig.
- Hugo von Vienne und sein Bruder Boso werden im Buch zu Söhnen Ludwigs des Blinden sowie Guido von Toskana zu deren Halbbruder mütterlicherseits. Dies ist historisch absolut unrichtig. Die Mutterperson stimmt zwar, aber die Väter waren zwei ganz andere Grafen, während Ludwig selbst zwei eigene Söhne hatte. Vermutlich hat Walz diese Variante gewählt, um den historischen Werdegang Hugos ohne sonst notwendige komplizierte dynastische Erläuterungen mit weiteren Personen auszurollen.
- Der gemeinsame Schlachtentod Hugos und Bosos ist natürlich sehr beeindruckend für einen Roman, doch hat Hugo seinen Bruder nicht weniger als 11 Jahre in der Realität überlebt.
- Walz hat sich so in Marocia selbst „verliebt“, daß er den historisch ausgesprochen erfolgreichen Heerführer und Landesfürsten Alberic I. zu einem Muttersöhnchen und fast pathologisch statischen Pseudomann mutieren läßt, um sie zu erhöhen.
- Marocias zweiter Ehemann war mitnichten Hugo von Vienne, sondern dessen Halbbruder Guido von Toskana, der im Buch einfach ihr guter und zuverlässiger Freund ist!
- Marocias dritter Ehemann war Hugo von Vienne, der, um diese politische Ehe eingehen zu können, durch Marocias päpstlichen Sohn seine noch existierende Ehe anullieren ließ. Es ist also genau andersherum, wie im Buch beschrieben, wo Marocia verstoßen wird, damit Hugo sich Hochburgund einverleiben kann.
- Marocia wurde originär nicht durch Hugo gefangengesetzt, sondern von Anfang an durch ihren Sohn Alberic II. Dieser führte nämlich während der Hochzeit seiner Mutter mit Hugo den auch im Buch beschriebenen Staatsstreich durch. Der Putsch richtete sich also sofort gegen Mutter und Stiefvater, nicht anfangs gegen den Stiefvater allein.
- Marocias Schwester wird im Buch zur ultrareinen und sprichwörtlich unbefleckten Person, während auch sie – jedenfalls sagt das Liutprand – ein erheblich bewegtes sexuelles Leben gehabt haben soll. Allerdings ist hier natürlich zu beachten, daß Liutprands Ziel war, Marocias Familie zu diskreditieren. Die Wahrheit liegt womöglich zwischen diesen beiden Antipoden.

Diese Liste läßt sich noch beliebig fortsetzen, wenn man beispielsweise die Burgundische Geschichte näher beleuchtet.

Ohne Zweifel hat ein Romanschreiber das Recht, für die ihm wichtige Handlung begleitende historische Ereignisse etwas zu straffen, damit es kein pures Geschichtsbuch oder der Faden durch extrem viele Personen zu komplex wird. Auch die von Walz durchgeführte (und extra dokumentierte, sehr schön!) Umbenennung einiger Personen, damit es nicht zu viele Johannesse, Theodoras und Marocias gibt, begrüße ich für die Flüssigkeit des Buches sehr. Dem Leser dieses Buches muß nur klar sein, daß er keinen Roman in der Hand hält, der historische Persönlichkeiten sehr eng an ihren tatsächlichen Taten begleitet, sondern eine sehr fiktive Geschichte, die immer wieder historische Ereignisse, passend für den fiktiven Handlungsablauf, mit aufgreift. Dies sagt Walz auch am Ende sehr deutlich: „… habe ich eine eigene Geschichte kreiert, nicht mehr und nicht weniger.“

Wir haben also keine mögliche Lebensbeschreibung Marocias als realen bibliographischen Kontrapunkt zu der Propagandaschrift Liutprands vor uns, sondern eine wirklich fiktive Person mit historischen Eckpunkten einer historischen Frau. Wer weiß, vielleicht hat Walz eine Marocia geschaffen, die ebenso fiktiv ist, wie die des Liutprand. So böse und verrufen sie der eine darstellt, so ultragut kommt sie bei dem anderen herüber. Walz schafft eine Marocia, die zwar kein Engel ist, aber gleichzeitig extrem gut (abgesehen von ihrer von ihr selbst kritisch gesehenen Mutterrolle). Sie nimmt beispielsweise zwar durchaus den Tod ihrer Gegner in Kampf oder Gefängnis in Kauf, aber sie befiehlt keine körperlichen Folterungen oder Morde. Selbst ihre übelsten Gegner behandelt sie ausschließlich mit Giftplacebos. Eine charmante Idee.

Wem dies klar ist, der kann sich auf ein paar sehr schöne Stunden mit einem sehr guten Buch freuen, und vielleicht wird ja auch der eine oder andere Leser neugierig, begleitende historische Literatur zu diesem Thema zu suchen. Das 10. Jahrhundert gibt allemal viel Spannendes her.

Abschließend möchte ich noch erfreut erwähnen, daß dieses Buch ohne seitenlange detaillierte Beschreibungen diverser Körperzerstückelungen oder Geschlechtsverkehre auskommt und dennoch fesselt. Man kann dieses Buch öffnen, ohne daß automatisch Blut und Samen in Strömen herausfließen, es vernachlässigt diese Themen aber auch nicht. Das ist ein Beweis für die schriftstellerische Fähigkeit von Walz.

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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Einen Sternenwald ... 25. September 2007
Von kamelin TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
... für diesen bewegenden Roman.

Die Geschichte beschreibt das Leben der römische Senatorentochter 'Marocia', die mit 94 Jahren in einem italienischen Kloster stirbt. Mehr als 80 Jahre Lebensgeschichte umfasst dieser Roman - Fiktion gepaart mit historischen Tatsachen - auf 640 Seiten. Dies zusammenzufassen würde eindeutig den Rezensionsrahmen sprengen, denn nicht nur die Fakten, sondern auch die Vielschichtigkeit der Story, sind enorm. Aus diesem Grund begrenze ich mich auf meinen persönlichen Eindruck, der ebenso enorm ist.
Nachdem ich die erste Seite gelesen habe, wusste ich, dass ich den Roman bereits kenne. Umso erstaunlicher ist es, dass er mich erneut - und ohne Abstriche - gefesselt hat. Schon wieder habe ich regen Anteil an Marocias Leben genommen und musste abwechselnd lachen und weinen.
Die Geschichte hat mich an manchen Stellen an 'Die Päpstin' von Donna W. Cross erinnert bzw. an die Biografie von 'Eleonore von Aquitanien', die ein ähnlich reich gefüllten Leben geführt- und ähnlich viel geleistet hat; ein Leben mit allen Rück- und Tiefschlägen, aber auch gefüllt mit grosser Liebe. Selbst die Beziehung zu Hugo, dem späteren König von Italien, erinnerte mich ein kleines bisschen an Henry, obwohl der sicherlich nicht derart gewissenlos war, wie der gute Hugo - wenngleich der ebenfalls seine Frau viele Jahre in Haft gehalten hat.
Um jetzt aber nicht für unnötige Verwirrung zu sorgen:
Dieser Roman hat einmal mehr einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Insbesondere der humorvolle Schreibstil hat mir eine riesen Freude bereitet, wie das Tempo, das enorm ist und kaum Luft zum atmen lässt. Auch die Vielschichtigkeit der Charaktere, die verflochtenen politischen- wie persönlichen Beziehungen um Marocia waren gleichermassen fesselnd wie atemberaubend.
Das ist eines der wenigen Bücher, das eine eigene Kategorie benötigt, denn mit 5 Sternen ist es sicherlich noch unterbewertet.
Wer historische Romane liebt (und/ oder Rebecca Gables 'Warringham-Trilogie' mag), für den ist dieser Roman ein Juwel ,o)
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