*
Dieses Buch ist der erste Teil einer Trilogie und spielt in Frankreich des 12.Jahrhunderts.
Diese Rezension gilt für die gesamte Roman-Trilogie ( Im Wald der Träume, Die Herrin der Blumen, Der König der Elfen ).
Ich habe mich für eine Gesamtbewertung entschieden, weil die Bücher nicht in sich abgeschlossen sind. Deshalb sollte man für eine vollständíge Geschichte die ganze Trilogie lesen.
Ich habe mir also die Romane auf einmal besorgt!
Leider erwiesen sich die Bücher als kein Glückgriff, wie von mir erhofft.
Ich bin ein Fan der historischen Fantasy-Romane von Juliet Marillier, einer australischen Autorin, Ich hoffte ihre Landsfrau Sophie Masson ( deren Romane dasselbe Subgenre der Fantasy behandeln ) würde mir ebenfalls zusagen. Doch leider war dem nicht so. Nicht wirklich.
Im folgenden möchte ich erläutern, warum das so ist:
1) Die Autorin hat ihrer Geschichte keinen Gefallen getan. indem sie berühmte historische Persönlichkeiten zu Hauptcharakteren machte. Denn man kennt deren Leben und Wirken und deshalb wirkt das Andichten von phantastischen Eigenschaften schlicht und ergreifend ... lächerlich!
( z.B. wer fände es gut, Königin Elisabeth magische Fähigkeiten zu verleihen, die sie erlernt hat, als sie von Elfen in ihrer Kindheit entführt wurde? In einem Alternativ-England vielleicht! )
Doch die Handlung dieser Buch-Trilogie spielt im REALEN Frankreich des Hochmittelalters und deshalb sind solche erzählerischen Eskapaden unsinnig!
2) Die Beimengung von phantastischen Elementen halte ich zudem für nicht sehr gelungen. Zu künstlich ... zu aufgesetzt ... zu unkompatibel mit dem echten Mittelalter. Fast wie in einem Märchen. Was eigentlich nicht schlecht wäre, hätte man als Basis nicht echte geschichtliche Ereignisse verwendet.
Dazu kommt noch, das die Charaktere zeitgemäss tiefreligiöse Christen sind. Wie kann man das vereinbaren mit dem Glauben an das gute(!) Übernatürliche ( wie man weiß galten damals solche Dinge als Teufelswerk )? Das würde schon alleine das eigene Gewissen der Gläubigen nicht zulassen! Gott und Naturgeister? Im Hochmittelalter?
3) Der weibliche Hauptcharakter wirkt auf mich etwas seltsam in ihrem Verhalten. Sie ist ziemlich flatterhaft und verwechselt Liebe mit körperlicher Anziehungskraft. Dazu ist sie noch oberflächlich und selbstsüchtig. Echten Gefühlen gegenüber zeigt sie sich blind und fühlt sich auch noch völlig unschuldig, wenn sie mit ihrem Schmetterlings-Herzen andere Menschen verletzt. Was sie mir persönlich ziemlich unsympathisch macht.
4) Die veraltete hochgestochene Redeweise der Charaktere geht einem mit der Zeit auf die Nerven. Man könnte meinen, die Leute wären im Theater. Im Endeffekt ist es nur viel Gelabber mit wenig Aussagekraft.
5) Die mehrseitigen grauen Zwischenschübe mit längeren Zitaten aus literarischen Werken sind eigentlich unnötig wie ein Kropf! Dazu sind sie nach jedem Kapitel ( welche eh so kurz sind ) eingefügt.
Dabei hat die Trilogie durchaus ihren Charme, welcher jedoch von den o.g. Punkten für mich überschattet wird. *seufz*
Man hätte es auch anders machen können, z.B. erfundene Hauptcharaktere mit historischen Persönlichkeiten im Hintergrund, heidnische statt christliche Charaktere, echte Romantik statt lustvolle Liebesaffären, einfache vornehme sprache statt hochgestochenem Gerede und Weglassen bzw. Kürzen oder Verschieben der Zitate!
Daher gilt: Band 1 -> 2 Sterne, Band 2 -> 2,5 Sterne, Band 3 -> 3 Sterne
Endergebnis: 2,5 Sterne auf 3 Sterne aufgerundet!
Ein Lichtblick sind die schönen und passenden Cover-Illustrationen.
FAZIT:
Für Marillier-Fans nicht unbedingt geeignet. Wen meine Kritikpunkte nicht stören, der kann sich die Reihe ruhig zulegen.
PS:
Wer historische Fantasy mit echter Romantik und guter Integration der Phantastik bevorzugt, dem würde ich stattdessen folgende Romane (-reihen ) empfehlen ->
Die Nebel von AvalonDie Tochter der Wälder. Die Sevenwater-Trilogie 01Königskinder. Unter dem Nordstern 01Flamme und HarfeBeltaine - eine mythische ErzählungTam Lin