Ich gestehe, ich lese leidenschaftlich gerne "Die Herren der Unterwelt"-Reihe von Gena Showalter. Wieder ein Buch der Autorin, daß ich nicht aus der Hand legen konnte. In diesem vierten Teil "Schwarzes Flüstern" geht es um den Krieger Sabin, dem Träger des Dämons des Zweifels. Egal wo auch immer Sabin sich aufhält, er verbreitet unter allen, die ihn umgeben, Zweifel. Auf Grund dessen hatte er nie Glück mit Frauen. Die letzte Frau, die er liebte hat Selbstmord begangen, da die Zweifel, die Sabins Dämon in ihr auslöste zu intensiv geworden waren, so dass sie keinen anderen Ausweg mehr sah. Seither ist er Frauen und einer Beziehung fern geblieben.
Die Jäger versuchen alles, um vor den Kriegern die Büchse der Pandora zu finden um so die Dämonen wieder an Pandoras Büchse zu binden, das Töten der Krieger eingeschlossen! Die Mittel, die sie dazu verwenden werden immer aggressiver und brutaler, aus den vermeintlich Guten sind schon lange die Bösen geworden. Als Sabin und einige der anderen Krieger in ein Versteck der Jäger eindringen, entdecken sie dort nicht - wie vermutet - Hinweise auf den Verbleib von Pandoras Büchse, sondern Frauen, die von den Jägern eingesperrt und gefoltert werden. Die Krieger befreien die Frauen, doch eine fällt Sabin besonders ins Auge.
Es ist Gwendolyn, eine Halbharpyie, die seit einem Jahr von den Jägern festgehalten wurde. Sie ist ein wandelnder Widerspruch in sich. Einerseits furchtsam, andererseits Furcht einflößend. Doch im Laufe der Handlung wächst Gwendolyn in ihrer Fähigkeiten hinein. Als Sabin herausfindet, dass in Gwendolyn auch eine Harpyie steckt, möchte er diese im Kampf gegen die Jäger einsetzten. Er versucht sie - ob der schlechten Erfahrung, die er in der Vergangenheit mit Frauen gemacht hat - von sich fern zu halten. Doch Gwendolyns Harpyie und Sabins Dämon haben anderes mit den beiden vor. Die Beziehung zwischen Gwen und Sabin ist spannend und humorvoll zu lesen und wie Gena Showalter-üblich spielt die Erotik eine nennenswerte Rolle.
Die Autorin spinnt ein Netz um den Leser und gewährt immer besseren Einblick in das Leben der Krieger. Sei es nun Paris, der tiefer und tiefer hinab gleitet, oder Aeron, der alles daransetzt nicht in seinen Wahn zurückzufallen - stärkend unterstütz von der kleinen Dämonendame Legion, doch etwas oder jemand beobachtet ihn heimlich. In der "Herren der Unterwelt"-Reihe ist nicht alles auf gut oder böse reduziert, die Charaktere der Protagonisten werden facettenreich geschildert. Die Art und Weise wie Gena Showalter hier die Kämpfe und Folter umschreibt, ist teilweise nichts für schwache Nerven, wer also nicht gerne Düsteres und Dunkles liest, sollte die Finger davon lassen. Den Rest begrüße ich mit: Willkommen im Kopfkino! Insgesamt bekommt "Dunkles Flüstern" meinerseits 5 Punkte. Aber wie gesagt, es wird düster. Und wahrscheinlich nicht immer nach jedermanns Gusto.
Für Serieneinsteiger eine kleine Hilfestellung, hier "Die Herren der Unterwelt" in der richtigen Reihenfolge:
01) Schwarze Nacht (Maddox "Hüter des Dämons der Gewalt" und Ashlyn)
02) Schwarzer Kuss (Lucien "Hüter des Dämons des Todes" und Anya)
03) Schwarze Lust (Reyes "Hüter des Dämons der Schmerzen" und Danika)
04) Schwarzes Flüstern (Sabin "Hüter des Dämons des Zweifels" und Gwendolyn)
Und freuen wir uns dann auf den 5. Teil der Herren der Unterwelt:
Schwarze Leidenschaft (Aeron "Hüter des Dämons des Zorns" und Olivia)