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Alles ändert sich mit einem Schlag, als Michele bei einem ihrer Fahrradausflüge in einem verfallenen Haus auf einem Hügel ein Erdloch entdeckt, in dem ein halb toter Junge liegt. Instinktiv behält er seine Entdeckung für sich und kehrt am nächsten Tag allein zu dem Versteck zurück. Der völlig abgemagerte und vor verkrustetem Dreck starrende Junge ist gefesselt, aber er lebt. Und er erzählt merkwürdige Dinge, spricht wirr von den "Herren des Hügels", die über ihn wachen. Michele gibt ihm zu trinken und kommt fortan täglich mit etwas zu essen zu Filippo, seinem neuen Freund, dessen Schicksal ihm unbegreiflich ist.
Dann sieht er Filippo im Fernsehen: Der Industriellensohn war vor über zwei Monaten von Unbekannten gekidnappt worden. Und Michele muss eine Entdeckung machen, die fast noch traumatischer ist als der Fund des Jungen: Es zeigt sich bald, dass sein eigener Vater einer der Entführer ist! Der Konflikt könnte größer nicht sein; hin- und hergerissen zwischen Familienloyalität und moralischem Empfinden für Gut und Böse scheint es Michele fast zu zerreißen.
Dieser konsequent aus der Sicht des neunjährigen Michele erzählte Roman Niccolò Ammanitis war in Italien eine literarische Sensation. Von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd, bewegt die Geschichte Micheles, dessen gesamtes kindliches Weltbild durch den plötzlichen vollständigen Vertrauensverlust seinem Vater und der ganzen Erwachsenenwelt gegenüber vollständig erschüttert wird, tief. Ein großartiges, schnörkellos klar erzähltes Buch über den Verlust kindlicher Unschuld irgendwo zwischen Salingers Der Fänger im Roggen und einem Stephen-King-Schocker. --Christoph Nettersheim
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine wunderbare Erzählung aus dem tiefen Süden Italiens,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Herren des Hügels (Gebundene Ausgabe)
Ein Dorf - eher ein Weiler, nur vier Häuser und ein Herrenhaus, verborgen in hohen Kornfeldern im tiefen Süden Italiens, Apulien vielleicht oder Basilicata. Das eintönige, ausweglose Leben der Einwohner scheint seit Jahrhunderten keine Änderung erfahren zu haben. Ihre einzige Hoffnung ist der reiche Norden - um dorthin zu kommen würden sie alles tun. So verstrickt sich der ganze Ort in ein furchtbares Verbrechen, ohne Gewissensbisse, für Moralvorstellungen ist unter diesen primitiven Verhältnissen kein Raum. Sechs Kinder gehören zu den Häusern, in den langen Ferien dieses heißen, nicht endenwollenden Sommers sind sie aufeinander angewiesen. Sie machen Radtouren auf der verbrannten Erde oder spielen Fußball, ihre Möglichkeiten sind begrenzt. Der neunjährige Michele leidet unter der Brutalität des Anführers, den er nur "Totenkopf" nennt, und geht öfters mal eigene Wege. Und auf einem dieser Alleingänge macht er eine grauenhafte Entdeckung. Er findet einen Jungen in seinem Alter, eingesperrt und gefesselt in einem Loch, der so apathisch ist, daß er ihn zunächst für tot hält. Sehr bald erkennt er, daß seine Familie und die ganze Nachbarschaft in den Fall dieser Kindesentführung verwickelt ist. Er versucht, sich seinem Vater mitzuteilen, aber der hat keine Zeit für ihn. Und Salvatore, aus dem Herrenhaus, den er für seinen Freund gehalten hat, verrät ihn. Der Schock ist gleichzeitig der Abschied von der Kindheit, Nun entscheidet er selbständig, daß er dem Jungen zu Hilfe kommen muß, wie er es ihm versprochen hat. In einem hochdramatischen filmreifen Finale führt er sein Vorhaben durch und es gelingt ihm, ihn zu retten, aber um welchen Preis. Das ist nicht "La Bella Italia" wie es die Touristen kennen. Dieser ernsthafte junge Autor beschwört mit selten anzutreffender erzählerischer Kraft die dunkle Seite Italiens, die dem Süden seit jeher innewohnende Hoffnungslosigkeit. Wie in einer antiken Tragödie treffen die Kräfte des Guten und des Bösen aufeinander und stehen einander entgegen wie Tag und Nacht,wie Leben und Tod. Und erst als die Grenzen verwischen, stürzt die Realität dem tragischen Epilog entgegen. Dieser spannende Roman geht unter die Haut, er nimmt einen vom ersten bis zum letzten Augenblick gefangen. Man darf gespannt sein auf die nächsten Bücher dieses Autors. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Micheles Geheimnis,
Von Sabrina (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Herren des Hügels (Gebundene Ausgabe)
Süditalien im Sommer 1978. Hier wächst der neunjährige Michele Amitrano in einem kleinen Dorf inmitten von endlosen Weizenfeldern auf. Seine Eltern sind arm und träumen davon, in den Norden zu gehen, aber für Michele gibt es nichts größeres, als mit den anderen Kindern des Dorfes durch die Gegend zu streifen, während die Erwachsenen wegen der großen Hitze kaum die Häuser verlassen. Doch dann macht er eines Tages auf einer seiner Erkundungstouren eine schreckliche Entdeckung: in einem Loch im Boden steckt ein etwa gleichaltriger Junge, gefesselt und wirres Zeug redend. Michele, der eine blühende Fantasie hat, versucht die Existenz des Jungen mit einer haarsträubenden Geschichte nach der anderen zu erklären, doch die Wahrheit übertrifft seine Erfindungen noch bei weitem. "Die Herren des Hügels" wird in der ersten Person aus der Sicht von Michele erzählt, in ruhiger einfacher Sprache, die jedoch sehr eindringlich ist. Vor dem inneren Auge entsteht das Dorf Acqua Traverse, die vom Weizen bedeckten Hügel, der Johannisbrotbaum, auf dem Michele immer Zuflucht sucht. Fast meint man, die Hitze zu spüren und die Insekten summen zu hören. Doch die Idylle ist trügerisch, darüber kann auch Micheles kindlicher Blick nicht hinwegtäuschen. Mit Sergio, einem "Freund" von Micheles Vater, betritt ein Fremder den abgeschiedenen Ort und die Athmosphäre wird zunehmend gewalttätiger. Michele muss Entscheidungen treffen, die kein Kind in seinem Alter zu treffen haben sollte, und in einem dramatischen Finale findet ein überraschend spannendes Buch ein passendes Ende. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fesselnd,
Rezension bezieht sich auf: Die Herren des Hügels (Gebundene Ausgabe)
Auch wenn eigentlich nicht so viel "Action" ist, wie das heutzutage in Krimis üblich ist, so ist dies doch ein sehr spannendes und fesselndes Buch und im Gegensatz zu vielen anderen vor allem realistisch.Die Sicht des Jungen ist wirklich konsequent beibehalten worden -auch wenn man sich fragen könnte, ob ein Junge in diesem Alter tatsächlich so genau beobachten kann und auch so eine Auge hat für Landschaft.... aber nun gut, da das wirklich der einzige Kritikpunkt sein könnte, trotzdem fünf Sterne. Ansonsten hab ich den anderen Bewertungen auch nichts weiter hinzuzufügen. [Und wie immer: wer kann, der sollte in Originalsprache lesen - dadurch dass es die Sicht (und Sprache) des Jungens darstellt, ist es auch nicht soooo schwer.] Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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