"Die Herberge zur 6. Glückseligkeit" beruht auf der wahren Geschichte der englischen Missionarin Gladys Aylward (Ingrid Bergmann). Im Jahre 1930 bricht das ehemalige Zimmermädchen mit einem hart erkämpften Empfehlungsschreiben, allerlei heimlich angelesenen Wissen über China und einem mühselig angesparten Zugticket über die Transibirische Eisenbahn nach Nordchina zu einer schon recht alten Missionarin auf und erfüllt sich damit ihren lange gehegten Lebenstraum.
Nach Abklingen eines anfänglichen Kulturschocks kann sie sich erfolgreich bei den
Einheimischen, die noch weitgehendst der alten chinesischen Lebensweise anhängen und sie zunächst als fremden Teufel aus dem Westen betrachten, hohes Ansehen und Vertrauen gewinnen und oftmals als Vermittlerin zwischen alter und moderner Zeit erfolgreich auftreten. Eine besonders innige Beziehung baut sich dabei allmählich zu dem von Curd Jürgens gespielten chinesischen Offizier Lin Nan, dessen Vater Holländer war und der ganz klar als Vertreter des modernen China anzusehen ist.
Im Jahre 1938 wird dieses Idyll jedoch durch die rücksichtslos vordringenden Japaner zerstört: Gladys, vor die größte Herausforderung ihres Leben gestellt, sieht sich gezwungen zusammen mit 100 Waisenkinder eine abenteuerliche Flucht nach Süden durch teilweise von den Japanern besetztes Gebiet anzutreten.
Obwohl in Wirklichkeit in Wales entstanden, vermittelt dieser Farbfilm von 1957 dennoch einen guten Eindruck vom alten China, das in den 1930er Jahren in der chinesischen Provinz weiterhin fortbestand. Frau Bergmann spielt die Rolle der Glady Aylward durchaus gut, wenn auch manchmal vielleicht etwas zu übertrieben euphorisch. Curd Jürgens und Robert Donat, als örtlicher oberster Beamter, sind ebenfalls überzeugend und können durchaus als Halbchinese bzw. Chinese durchgehen und die übrigen Landbewohner werden ohnehin von chinesischstämmigen Briten gespielt.
Die, freilich nicht übermäßig vorhandenen, Kriegsszenen sind überraschend gut gelungen, hierbei ist vor allem das Bombardement der chinesischen Kleinstadt durch etliche japanische Flugzeuge zu erwähnen dessen katastophalen Auswirkungen auf Gebäude und Zivilpersonen richtig überzeugend dargestellt werden.
Für einen Film der 50er Jahre wird durchaus ein hoher Grad an Authenzität
erreicht, wenn auch vielleich ein allzu romantisches Panorama des alten China, mit allzu anständigen und idealistischen Menschen gezeichnet wird.
Die Bild- und Tonqualität sind dem Alter des Filmes entsprechend gut, einzigstes
Extra ist der Filmtrailer. Für Freunde des klassischen Abenteuerfilms sicherlich ein Muss.