"Die Helden aus dem Fußball-Westen" ist eine Porträtsammlung von insgesamt 32 Fußballidolen, die aus Nordrhein-Westfalen, vornehmlich dem Ruhrgebiet, stammen und/oder in dortigen Vereinen ihre größten sportlichen Erfolge feiern konnten. Es werden Geschichten und Anekdoten aus seligen Oberligazeiten bis hin zur Bundesliga erzählt. Der eingefleischte Fußballfan wird verhältnismäßig wenig Nutzen aus dem Buch ziehen, da ihm die Kapitel über die bekannteren Stars wie "Stan" Libuda, Lothar Emmerich, Sigi Held oder "Ente" Lippens nichts vermitteln werden, was ihm nicht vorher schon bekannt war.
Zudem sind dem Autor ein paar kleinere sachliche Fehler unterlaufen. Preußen Münsters Stürmeridol "Fiffi" Gerritzen war nicht "gut dreißigfacher B-Nationalspieler", sondern kam hier lediglich - wie auch in der A-Nationalmannschaft - zu vier Länderspieleinsätzen. Das erste - von "Timo" Konietzka erzielte - Tor der Bundesligageschichte fiel nicht 1964, sondern bereits ein Jahr früher. Hertha BSC wurde nach der Saison 1964/65 nicht "nach dem Bestechungsskandal" die Lizenz entzogen, sondern wegen unerlaubter Handgeldzahlungen an neu verpflichtete Spieler; die "Skandalsaison" war die Spielzeit 1970/71. Hertha-Lückenfüller Tasmania 1900 hatte in der Saison 1965/66 als bemitleidenswertester Bundesligist aller Zeiten zwar nur zwei gewonnene Spiele zu verbuchen. Dies ist jedoch immerhin noch mehr als "ein einziger Sieg", wie der Autor schreibt. Außerdem weiß dieser zu berichten, dass lediglich Uwe Seeler von allen deutschen Nationalspielern mehr Teilnahmen an Weltmeisterschaftsendrunden aufzuweisen habe als der Ex-Schalker Willi Schulz. Hier hat er aber offensichtlich Karl-Heinz Schnellinger und Lothar Matthäus vergessen. Schließlich ist meines Wissens der Hamburger Friedrich ("Friedo") Dörfel der Vater - und nicht der Onkel - von Gert ("Charlie") und Bernd Dörfel. Damit wären Herbert und Dieter Burdenski nicht die einzigen, die es als Vater und Sohn bis in die Nationalmannschaft geschafft haben.
Das Verdienst des Buches besteht nicht zuletzt darin, dass es dazu beiträgt, diejenigen, die es gar nicht oder nur kurzzeitig in die Eliteauswahl gebracht haben - wie Max Michallek, Alfred Nipieklo oder "Atom-Otto" Luttrop -, vor dem allgemeinen Vergessen zu bewahren.