Nachdem ich bisher 3 Stellingbände las, zuletzt "Das Haus am Feenteich",habe ich mir unverzüglich auch diesen Band bestellt, da ich wissen wollte wie es weitergeht. Erstaunt war ich schon, dass auf dem Buchcover steht "Der dritte Teil der Familiensaga". Wer konnte da nur bis 3 zählen???
Ansonsten teile ich die Meinung meines Vorgänger-Rezensenten "Dalailama"und finde es unmöglich, dass hier aus Martin und Friederike Stelling die Familie Fürstenberg wird. Noch nicht einmal von einer Verwandtschaft zu der Stelling-Dynastie ist hier die Rede - immerhin war Martin der Sohn von Patrick Stelling in den Büchern davor. Er findet überhaupt keine Erwähnung. Auch die Bank dieser Familie kommt nicht mehr zur Sprache, sondern eine lederverarbeitende Firma. Das Durcheinander wird damit komplett, dass der Sohn der "Fürstenbergs" Michael sich in die Tochter von Conrad Stelling (dem Cousin seines Vaters aus der Mecklenburger-Linie) verliebt. Und aus Ingrid wird zum Schluss eine Irmgard!
Das ist sehr schade, denn der Inhalt ist wieder derart spannend und ereignisreich, dass ich das Buch wieder verschlungen habe.
Isabella Stelling, Tochter von Conrad und Laura Stelling, wächst in Hamburg auf. Sie hat eine innige Beziehung zum Vater, der als Wissenschaftler an der Universität arbeitet. Als der 2. Weltkrieg ausbricht, wird er zum Leidwesen von Laura und Isabella Conrad als Soldat eingezogen. In das gepflegte Haus im Hamburger Vorort ziehen zusätzlich ausgebombte Familien. Friederike und Christiane Fürstenberg sind ebenfalls dabei. Martin, Friederikes Mann und Michael ihr Sohn, befinden sich auch im Krieg. Die Frauen und die Mädchen freunden sich an. Als das Bombardement auf Hamburg zunimmt, lassen sie alles zurück und suchen alle in Pommern auf dem Hofgut von Lauras Familie Unterschlupf. Dort erleben sie eine schöne und behütete Zeit, trotz der Ängste und Ungewissheit um ihre Männer. Bis dann die Erde bebt, als die Russen näher kommen ...! Ab da ist nichts mehr, wie es vorher war. Als dann das Kriegsende kommt, ist es noch nicht zu Ende, und sie erleben alle unendliches körperliches und seelisches Leid und keiner glaubt mehr daran, dass noch einmal das Glück in ihre Herzen einzieht. - Mehr will ich zum Inhalt nicht verraten.
Die Beschreibung der Vorkriegs- und Kriegsschauplätze, die Flucht der Betroffenen, die Entbehrungen der notleidenen Bevölkerung und alles, was mit dem Elend dieser unsäglich schlimmen Zeit zusammenhängt, hat mich zu Tränen gerührt. - Wenn man von den o. a. gravierenden Fehlern absieht, ist auch dieser Band lesens- und empfehlenswert!