Silvia Stolzenburg studierte Germanistik und Angelistik und im Jahr 2006 erfolgte ihre Promotion über zeitgenössische Bestseller mit dem Abschluss Dr. phil.. Diese Vorraussetzungen merkt man ihren Büchern an, die immer wieder eine akribische Recherche zeigen.Sie vermischt diese mit fiktiven Handlungen und merkt auch an, dass dabei die historischen Ereignisse manchmal zu Gunsten der Handlung verschoben wurden.
"Die Heilerin des Sultans" ist das dritte Buch einer Triologie über die wegen ihres Münsters weltbekannte Stadt Ulm und die -fiktiven- Geschichten der dort lebenden Menschen. Ob sich dieses Buch an seinen Vorgängern messen kann, kann ich nicht beurteilen, da ich die Vorgängerbände"Die Launen des Teufels" und "Das Erbe der Gräfin" nicht gelesen haben. Dieses Buch hat aber alle Qualitäten eines gut lesbaren Historienschmökers.Abenteuer, gut recherchierte historische Hintergründe,ein Hauch von Exotik und eine schöne Liebesgeschichte sind in eine temporeiche und spannende Handlung eingebaut.Jeder Band ist eine in sich abgeschlossene Geschichte und somit hat man auch keine Schwierigkeiten in die einzelnen Geschichten einzusteigen.Für mich ist es nach dem Lesen dieses Buches allerdings ein Muss geworden die Vorgängerbände zu lesen, da ich von der Autorin und ihrem spannenden und flüssigen Schreibstil begeistert bin.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1400.Der fünfzehnjährige Falk von Katzensteins hat seine Eltern bei einem Brand verloren und die väterliche Pferdezucht übernommen. Sein Verwalter Lutz ist ihm zum väterlichen Freund geworden, dessen Meinung ihm sehr wichtig ist.
Als eines Tages ein Onkel von Lutz ,Otto von Katzenstein, auftaucht. hört Falk allerdings nicht auf seinen väterlichen Freund, der spürt, dass Otto nichts Gutes im Schilde führt, sondern bricht, entgegen Lutz`Warnung, mit seinem Onkel zu einer Handelsreise in den Orient auf, um Araberpferde für seine Zucht zu kaufen. Die Reise endet für Falk damit, dass er von Piraten gefangen genommen wird und nach Bursa in den Palast des Sultans Bayezid I., einem der grausamsten Herrscher des Orients, verkauft wird.Dort soll er zum Soldaten ausgebildet werden, um dem Sultan zu dienen,der sein Reich zu allen Seiten vergrößern will und sogar den Kampf mit dem Nachfolger Dschingis Khans, Timur Lenk, aufnimmt.Im Palast lernt er Sapphira, die Heilerin des Sultans, kennen und lieben. Doch ihre Liebe darf nicht bekannt werden, denn darauf steht der Tod.
Daraufhin schmieden Sapphira und Falk einen gefährlichen Plan.
Wie schon eingangs erwähnt, ist diese Geschichte ein pralles und spannendes Lesevergnügen, das Zeit und Lokalkolorit fantastisch einfängt. Sowohl die Beschreibung der Reise, als auch die Schilderungen des Haremsleben werden spannend, abenteuerlich und flüssig erzählt, sodass man das Gefühl hat mitten im Geschehen zu sein. Das uns ungewohnte Leben im Orient fasziniert und schreckt gleichzeitig ab,da man viel über die Macht des Sultans,seine Kämpfe und die Intrigen innerhalb des Harems erfährt, die durch die detailgetreuen Schilderungen der Autorin an Leben gewinnen.Ist man erst in die Geschichte eingetaucht, blättern sich die Seiten wie von selbst um und man fiebert mit den Protagonisten mit.
Wenn ihre Vorgängerbände genauso fantastisch geschrieben sind wie "Die Heilerin des Sultans", freue ich mich schon jetzt darauf die Vorgängerbände lesen zu können.