Unglaublich, dass dieses Buch in einigen Bewertungen 5 Sterne erhalten hat.
Das spannende Thema ist durch einen miserablen Schreibstil - den man durchaus wie in einer der negativen Rezensionen als "Schulaufsatzstil" beschreiben kann - verunstaltet worden. Es findet sich kein roter Faden, die Charaktergestaltung bleibt extrem oberflächlich und der abrupte Wechsel von Raum und Zeit irritiert immer wieder. Auch fehlt oft die Logik. So fragt man sich bspw. wieso eine Erzählung über die Königswahl erst Jahre später fortgesetzt wird, obwohl sich Erzähler und Zuhörerin fast täglich sehen - der Erzähler hatte seine Schilderung mit dem Hinweis auf die späte Stunde unterbrochen, so dass man durchaus davon ausgehen konnte, dass die Geschichte in den nächsten Tagen weitergeführt wird.
Manchmal wird ein ganzes Jahr auf einer Seite gerafft, ein anderes Mal nimmt die Schilderung einer Begebenheit, eines Kleidungsstückes etc. wesentlich mehr Raum ein, ohne dass klar wird, wieso diesem ein so hoher Stellenwert beigemessen wird.
Die Charaktere werden nur in gut oder böse unterschieden, ohne dass sie mit mehr Tiefe gestaltet werden. Die kindisch-heldenhafte Gestaltung König Heinrichs (später Kaiser) läd eher zum Schmunzeln ein als dazu, die Person wirklich ernst zu nehmen.
Insgesamt ist das Werk sicher gut recherchiert und liefert verbürgte historische Tatsachen. Dies kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass der Autorin ein der Unterhaltungslektüre angemessener Schreibstil nicht liegt.