Wenn ein Historiker historische Romane verfasst, ist das manchmal eine trockene Angelegenheit. Nicht so, wenn es sich um Paul Doherty handelt.
Unter dem Pseudonym „Celia R. Grace" hat er inzwischen schon 5 Romane um eine Heilerin aus der Zeit um 1471 verfasst, die allesamt durch Spannung, Logik und historische Exaktheit überzeugen.
Im ersten Band „Die Heilerin von Canterbury" muss Kathryn Swinbrooke, die von ihrem verstorbenen Vater das Wissen um Heilung und Medizin gelernt hat, rätselhafte Morde aufklären, denen mehrere Pilger während ihres Aufenthalts in Canterbury zum Opfer gefallen sind. Da negative Meldungen schädlich für die Wirtschaft sind, erhält Kathryn den Auftrag, sich um die Aufklärung zu kümmern. Ihr zu Seite steht der irische Krieger Colum, der zum Dank für seine treuen Dienste ein Landgut außerhalb Canterburys erhalten hat. Bald sind die beiden in einen Fall verwickelt, der zu ungeahnten Ergebnissen führt...
Der Roman ist nicht nur - siehe oben - gut geschrieben, er besticht auch durch kleine Erzählpartikel, die das Ganze abrunden. So zum Beispiel die Geschehnisse in einer mittelalterlichen Stadt, die sich quasi so nebenbei abspielen. Da steht jemand am Pranger, da werden Nachttöpfe auf die Köpfe ahnungsloser Passanten geleert, da treten Reliquienhändler und Ablassprediger auf usw. All das sorgt für eine griffige und logische Stimmung, die das mittelalterliche Bild der Erzählung komplettiert.
Ich gebe 5 Sterne, denn es gibt nicht viele historische Krimis, die so rundum gelungen sind.