Ich habe mich selten so gut amüsiert, selten so oft nach Luft geschnappt, selten so ungläubig eine beschriebene Seite angeschaut.
Im Grunde reicht ein Satz: Dieses Buch ist genial. Böse, zynisch, unterhaltend auf höchster Ebene. Der Sohn eines Sachsen und einer Italienerin, der als Kurt Erich Suckert in der Toskana zur Welt kam (1898), beschreibt in diesem Buch die Landung der Amerikaner auf dem italienischen Festland 1943/44. Was er aber tatsächlich beschreibt, ist die Stadt Neapel, ihre Bewohner, ihren immerwährend niedergehenden morbiden Glanz, ihre Strauchdiebe, ihre Aristokraten, ihre Verschlagenheit, ihren grotesken Genius, ihren indifferenten Zynismus den Besatzern gegenüber, und den unbedingten Überlebenswillen jedes Einzelnen in einer Zeit, als rein alles an einem seidenen Faden hing. Die politische Unkorrektheit der Sprache wird das Buch möglicherweise in Deutschland wieder auf den Index setzen. Dort war es nach meinen Informationen in den Fünfzigerjahren schon einmal. Die Nachfolger der damaligen Zensoren sitzen sicher schon in den Startlöchern. Man sollte sich also beeilen.