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Während Emil unter dem Bett liegt und zum hilflosen Beobachter seines eigenen Lebens wird, erinnert er sich an einige Wochen fünf Jahre zuvor, als er und Havardur in London das Haus eines Freundes und dessen vier Haustiere gehütet hatten, von denen drei das Meerschweinchen Moby, das Kaninchen Dick und der Leguan Ahab auf tragische Weise starben, woran Havardur nicht unschuldig war. Schließlich entwendete Havardur, als Emil ihn rausschmiss, das Modell eines Walfangschiffes sowie eine wertvolle Erstausgabe von Herman Melvilles »Moby Dick«.
Jetzt ist Havardur nach Island gekommen, um Emil beides zurückzugeben. Doch Emil kann sich nicht aus seiner Lethargie befreien, und die Geschehnisse in seinen vier Wänden drohen allmählich außer Kontrolle zu geraten. Wie das Schiff in »Moby Dick«, so gerät hier eine Stadt-Wohnung zum grotesk-klaustrophoben Mikrokosmos, in dem menschliche Nähe zur Bedrohung für die eigene Identität wird.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Literatur aus Island,
Rezension bezieht sich auf: Die Haustiere: Roman (Taschenbuch)
Von isländischen Autoren ist man ja einiges gewohnt und Òlafsson versucht dem um nichts nachzustehen.Emil, der seinen Lottogewinn in eine Shoppingtour nach London investiert, kommt zurück nach Reykjavík und muss feststellen, dass derjenige, dem er nach einer entspannten Woche London auf keinem Fall begegnen will, unbedingt Einlass in die Wohnung fordert. Havardur, ein ehemaliger Arbeitskollege von Emil, den dieser in einer psychiatrischen Anstalt in Schweden vermutete, ist plötzlich wieder da und möchte unbedingt Emil sprechen. Dieser aber versteckt sich lieber unter seinem Bett als mit Harvardur zusammenzustoßen und bestimmt somit sein Schicksal. Tatenlos muss er zusehen, wie sein ehemaliger Arbeitskollege nicht nur seine Wohnung, sondern mehr und mehr auch sein Leben in Beschlag nimmt und mit der Anzahl der Seiten wird auch dem Leser dieser Wechsel der Identität bewusst. Emil wird mit Fortgang der Geschichte zu einem unsympathischen Versager, eine Möchtegernintellektuellen, während Harvardur in seiner Naivität und Offenheit die Sympathien für sich gewinnt. Òlafsson treibt ein perfides Wechselspiel mit unserer Gesellschaft und lässt die Opfer zu Tätern werden wie umgekehrt. Lange amüsiert man sich ob der Abstrusität der Vorgänge, doch muss man irgendwann den Spiegel erkennen, den der Erzähler uns vorhält. Eine aufgebaute Existenz wird zu dem Schein, der sie immer war, Selbstgerechtigkeit und Arroganz kommen in den kleinsten Dingen zum Vorschein und der bemitleidenswerte Held und seine Umgebung werden, trotz ihrer Normalität immer obskurer. Einzige Schwäche ist die mangelnde Ausarbeitung der Nebenfiguren, die die Handlung nicht vorantreiben und farblos sind. Allerdings hat diese Farblosigkeit bei manchen eine gewisse Bedeutung, bei manchen jedoch nicht, was ein Manko in diesem interessanten Werk ausmacht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine nicht alltägliche Geschichte,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Haustiere: Roman (Taschenbuch)
Wie selbstbestimmt leben wir? Diese Frage hat Bragi Ólafsson auf humorvolle und tiefgründige Weise in seinem Roman „Die Haustiere" aufgearbeitet. Der Roman, auf der Handlungsebene locker und leicht verständlich geschrieben, steckt voller Symboliken und Andeutungen. Worum geht es?Der Isländer Emil Halldórsson kommt von einer Einkaufsreise aus London zurück. Sein Nachbar warnt ihn vor einem finsteren Burschen, der ihn zwischenzeitlich aufgesucht hat. Der Fremde ist Hávardur Knútsson, ein Bekannter von Emil, mit dem er in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat. Als der kriminell-psychopathisch veranlagte Hávardur Emils Wohnung erneut aufsucht, ist dieser zwar zu Hause, gibt sich aber nicht zu erkennen. Hávardur steigt durch das offene Küchenfenster ein und macht es sich in Emils Wohnung gemütlich. Dieser könne ja nicht weit weg sein, da der Herd noch an ist. Emil, der Hávardur auf keinen Fall treffen will, versteckt sich im Schlafzimmer unter seinem Bett. Eine Begegnung mit ihm findet nicht statt. Stattdessen benimmt sich Hávardur wie Emils Generalbevollmächtigter, liest seine Mails, beantwortet Telefonanrufe und empfängt seine Besucher. Das Leben geht auch ohne Emil weiter. Dieser wird zum Beobachter seines Umfeldes, ohne selbst einzugreifen. Auf der Handlungsebene erwartet die Leser und Leserinnen eine urkomische Geschichte. Aber in dem Roman steckt mehr. Ólafsson hat auf kreative Weise das Thema "Identitätsverlust" aufgearbeitet. Diesem Zweck dienen auch Verschneidungen mit Melvilles "Moby Dick". Das Buch ist nicht alltäglich und macht neugierig. Einzig das Ende klingt ein wenig seltsam. Damit gibt es einen (zu) großen Spielraum für Interpretationen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4.0 von 5 Sternen
über weite Strecken faszinierend, am Ende enttäuschend,
Rezension bezieht sich auf: Die Haustiere: Roman (Taschenbuch)
hier zeichnet die Geschichte das Buch aus, dieser eine Kunstgriff, die eine Idee, den Protagonisten beinahe die ganze Zeit regungslos unter dem Bett kauern zu lassen, während die anderen Figuren im wesentlich auf diesen warten. das ist etwas anderes, eigenes und macht den Reiz aus.Auf einer abstrakteren Ebene, als Beitrag zum Thema Selbstbestimmung und Identität taugt dieser Text m.e. deutlich weniger. Dass der Protagonist Emil im Laufe der Erzählung zu einem unsympathischen Versager würde, während Hávardur die Sympathien mehr und mehr zuflögen, davon kann zumindest nicht die Rede sein (Emil ist die ganze Zeit über als Weichling gezeichnet, immerhin konnte er sich schon damals, als er und Hávardur in London die Haustiere hüteten, nicht gegen seinen Freund durchsetzen, ihm blieb auch da nur die Rolle des etwas biederen, vernünftigen Schwächlings. Hávardur begegnet man die ganze Zeit über mit Misstrauen). Also ist es die Handlungsebene, auf der das Buch seinen Reiz entfaltet, man möchte einfach wissen, wie die Geschichte ausgeht. Gerade da liegt aber die größte Schwäche des Buches. Der Schluss ist tatsächlich sehr enttäuschend, fast möchte man meinen, der Autor, der mithilfe vieler kleiner Textbausteine Spannung erzeugt, habe selbst nicht gewusst, wie man die Sache zu einem echten Ende führen könnte. Von diesem Ende aus betrachtet wirkt dann vieles flach und ins Leere führend, was zuvor noch spannend und erratisch hatte wirken sollen. Darüber hinaus fallen dem aufmerksamen Leser eine ganze Reihe, sicherlich auf die Übersetzung zurückzuführender, schief sitzender Bilder oder einfach kraftlose Formulierungen auf, ein Lektorat fand (möchte man angesichts der Fülle falscher Konjunktivformen und dem wahllosen Durcheinander der Vergangenheitsformen fast meinen) anscheinend gar nicht statt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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