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Produktinformation
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»Mein Vater würde sagen: Fangen Sie mit den Gardinen an. Für mich war Ada wie ein Geschenk, das einen auf die Frage brachte, warum man es sich nicht schon seit langer Zeit gewünscht hatte.« Nach dem Tod der Mutter sucht Philipp für seinen Vater und sich eine Haushälterin. Ada aus Lublin ist 23 Jahre alt, Studentin und Übersetzerin.
Sie braucht Geld für ihre Familie zu Hause, also legt sie los: putzt, räumt auf, kocht und verwirrt den Jungen, indem sie ihm das Du anbietet, mit ihm schwimmen geht, ihn schließlich küßt. Als Philipps Vater nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt nach Hause kommt, muß der Junge einsehen, daß er ernsthafte Konkurrenz bekommen hat ...
Mehr Infos zum Buch unter www.jenspetersen.eu
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„Die Haushälterin“ von Jens Petersen macht auf den ersten Blick den Eindruck eines solchen netten Buchs. Eine Coming-of-age Geschichte aus der gehobenen Mittelklasse Hamburgs, kombiniert mit einer Menage à Trois, deren Erotik stets nur angedeutet bleibt. Philipp heißt der sensible Junge, der hier die Geschichte erzählt. Seine Mutter ist schon seit einiger Zeit tot, der Vater, nachdem er arbeitslos geworden ist, wird zum Alkoholiker und Hobbyliebhaber. Als Philipp eine Haushälterin engagieren möchte, um den überforderten Vater zu entlasten, steht eines Tages eine junge Polin vor der Tür, Ada. Marke: wild und geheimnisvoll. Es kommt, wie es kommen muss: Vater und Sohn verlieben sich in die junge Frau. Was folgt, sind die schmerzhaften ersten Liebeserfahrungen Philipps, der nicht so recht weiß, ob Ada mit ihm spielt oder tatsächlich etwas für ihn empfindet. Baden im See, Sommergewitter, Partys, Tränen, Wut. Das ganze Paket eben. Am Ende: Entfremdung vom Vater, der Ada mit plumpen Mitteln verführt hat.
Wie gesagt: auf den ersten Blick eines dieser Bücher, die man gerne mal so in der Bahn liest, am Balkon in der Sonne, und die irgendwann vielleicht in schönen Bildern für das ZDF mit Tom Schilling in der Hauptrolle verfilmt werden. Und daran wäre ja auch an sich überhaupt nichts auszusetzen. Denn auch wenn nicht so ganz klar ist, wie alt der Junge nun wirklich sein soll, der manchmal erstaunlich infantil und dann wieder unrealistisch erwachsen für sein Alter agiert; auch wenn hin und wieder platte Maximen stören, die Figur des Vaters oberflächlich bleibt und der Schluss etwas unmotiviert und disproportional zum Rest des Buchs erscheint, das aus unerfindlichen Gründen „Roman“ und nicht „Erzählung“ genannt wird – „Die Haushälterin“ ist ein solide und flüssig geschriebenes Debüt.
So weit, so nett. Das einzige, was dann tatsächlich, wenn auch indirekt, an dem Buch irritiert, ist der plötzliche Hype, der um es herum veranstaltet wird. Hymnische Besprechungen in den großen Tageszeitungen, eine ganze Seite im „Spiegel“ – die merkwürdigerweise kaum über das Buch selbst berichten, sondern stattdessen das gute Aussehen des Autors hervorheben, was auch noch mit Fotos untermauert wird. Schließlich: die Nominierung für den „Deutschen Buchpreis“ als "bestes Buch des Jahres" und der „Aspekte“-Preis für das „beste deutschsprachige Debüt des Jahres“. Warum einem dabei dann doch ein etwas ungutes Gefühl beschleicht: Kann es sein, dass es in Deutschland dieses Jahr wirklich keine „besseren“ Debüts gab, Debüts, die nicht auf Nummer sicher gehen, sondern sprachlich und inhaltlich etwas wagen? Und vielleicht noch wichtiger: Inwieweit tut man dem Autor, der ohne Zweifel viel Potential besitzt, einen Gefallen, wenn man ihn jetzt schon mit seinem harmlosen Erstling neben vormalige „Aspekte“-Preisträger stellt, wie Ingo Schulze, Andreas Maier oder Thomas Stangl?
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