Erzähler ist Pjotr Andrejewitsch Grinew, ein junger Adliger im Russland des 18. Jahrhunderts, der seine Offizierslaufbahn in der tiefsten Provinz antreten soll. Er erzählt von seiner besonderen Beziehung zu dem marodierenden Usurpator Pugatschow, dem er einerseits menschlich verbunden ist, den er andererseits als kaiserlicher Offiziersanwärter bekämpfen muss. Die Erzählung von der Verwicklung des Helden in die kriegerischen Unruhen rankt sich um seine Liebe zu einer Hauptmannstochter, die er gegen einen skrupellosen Mitbewerber verteidigen und aus tiefster Bedrängnis befreien muss. Aber nicht nur er, auch das Mädchen muss sich in den unwägbaren Zeitereignissen bewähren, so dass ihre beiden Lebensläufe zu einer zeitlos gültigen Bewährungsprobe werden.
Die Erzählung wirkt einerseits märchenhaft, andererseits realistisch. Märchenhaft, weil es sich um geradezu archaische Erzählmuster von Wagnis und Bewährung handelt, wobei man am guten Ausgang nicht zweifelt. Märchenhaft auch deshalb, weil es sich noch teilweise um vorindividuelle, archaische, öffentliche und allgemein gültige Lebensformen und Lebensmuster handelt. Realistisch aber auch, weil hier die Schicksale doch gleichzeitig individuelle Tiefe gewinnen und weil ganz handfest und konkret vom Leben in der russischen Provinz und von der Erziehung eines jungen Offiziers in den kriegerischen Wirren seiner Zeit erzählt wird. Das Ganze ist nicht nur bewegend, spannend und informativ, sondern erhält schließlich noch eine besondere Tiefe dadurch, dass es sich um wirkliche existentielle und moralische Konflikte handelt, in denen die Protagonisten ihren Wert erweisen können.