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Die Harmonie der Welt
 
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Die Harmonie der Welt [Gebundene Ausgabe]

Joachim Hammann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 654 Seiten
  • Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt; Auflage: 1., Aufl. (September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3627001370
  • ISBN-13: 978-3627001377
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 453.815 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Der promovierte Philosoph und Drehbuchautor Joachim Hammann lässt sein dickes Krimidebüt mit der detaillierten Ausarbeitung eines perfiden Plans beginnen: Die beiden Söhne eines reichen Düsseldorfer Ehepaares beschließen, kaltblütig ihre Eltern zu töten, um an deren Geld zu kommen. "Kackscheißegal" ist eines der Lieblingsworte der Terstappen-Brüder, die sich durch eine erschreckende Gefühlskälte, aber auch durch eine besondere Intelligenz auszeichnen. Mit der Aufklärung des Verbrechens ist Kommissar Claudius betraut, ein vom Leben gebeutelter Melancholiker, der schon früh die wahren Mörder erahnt. Durch diese Konstellation geht einerseits das Spannungselement verloren. Andererseits entspinnt sich auf diese Weise ein intelligentes Katz- und Mausspiel, das den über 600 Seiten starken Krimi durchaus trägt. Sprachlich und inhaltlich hat sich Hammann an den Amerikaner Brett Easton Ellis ("American Psycho") angelehnt, dessen literarische Figuren Oberschichtsnobs sind, deren Haltung zum Leben durch einen amoralischen Materialismus geprägt ist. Mit seiner langsamen und bedächtigen Erzählweise gelingt es Hammann, tief in die Seelen seiner Figuren einzudringen. Allerdings kann "Die Harmonie der Welt" auch als Regionalkrimi angesehen werden, denn dem Rheinländer und seinen speziellen Verhaltensweisen wird viel Raum gegeben. (gks)

Ute Janßen, Hersfelder Zeitung, 30. Dezember 2006.

"Menschliche Abgründe am Rhein. Die Beschreibung der beiden verwöhnten Söhne, für die nur materielle Dinge zähen, erinnert in ihrer distanzierten Kälte deutlich an Bret Easton Ellis' schockierenden Roman "American Psycho". Sie wird allerdings in ihrer Brutalität und Unmenschlichkeit durch die Sicht von Kommissar Claudius relativiert."

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Doppelmord im Ackermannesmannland

Wahnsinn, der spinnt! denkt man sich, wenn man Joachim Hammanns Kriminalroman aufschlägt und den ersten Satz liest. Da traut sich einer, eine 655 Seiten Krimischwarte anzufangen mit einem EINZIGEN Satz, der sich über endlose 13 Zeilen hinzieht, und den man gleich zu Anfang des Buches dreimal lesen muß, um ihn zu kapieren. Das geht ja gut los, denkt sich der weihnachtsbeschenkte Leser, gemütlich in die Sofaecke gekuschelt, und das soll ein Krimi sein? Der Typ soll erst mal lernen, sich in klar verständlichen, einfachen Sätzen auszudrücken, wenn er im Rheinland durch die Landschaft fährt! Was für ein seltsames Opening für einen Krimi!

Und so gehts weiter. Gleich auf Seite 7 erfährt man, wer die Mörder sind, und was für Arschlöcher, die man dann in ihrem Hochglanz-Schickerialeben begleiten darf, und das bis ins kleinste Detail ausgebreitet. Dabei schaut man ihnen zu, wie sie lustvoll und amüsiert den perfekten Mord an ihren Eltern planen, als würden sie ihren eigenen, höchst persönlichen Hollywood-Krimi inszenieren. Nur leider tun sies dann auch

Nach 83 Seiten taucht dann die Hauptfigur auf, Kommissar Claudius! Ein Vollwrack, total depressiv und schwer traumatisiert vom bis heute ungeklärten Tod seiner Frau bei einem Verbrechen, vor vielen Jahren. Und damit macht der Autor plötzlich einen zweiten Fall auf, der von da an parallel zur Ermittlungsarbeit an dem Mord der beiden Yuppiesöhne abläuft, und den Leser wie in einem Sog in die Abgründe der Psyche dieses vollkommen jenseitigen Kriminalkommissars hineinzieht. Und plötzlich entpuppt sich das eigentliche Thema dieses Romans, hinter seiner rheinländischen Krimifassade:

Die schrittweise Selbstauflösung eines modernen Menschen, der an seinem eigenen Leid und dem der Welt um ihn herum zugrunde zu gehen droht, sich aber trotzdem eben diesem immer wieder verzweifelt ausliefert. Und das auf Leben oder Tod, um schließlich in einer grandiosen Schlußsequenz des Romans innerlich zu sterben und neu geboren zu werden, in einer plötzlich geschenkten, da für kurze Zeit unmittelbar erlebten, totalen HARMONIE DER WELT.

Genial! Ein grandioses Buch! Nur tut es manchmal weh, weil es so ehrlich ist.

655 Seiten geistiger Freejazz auf höchstem Niveau, durch alle Bewußtseinsebenen, Zeiten und Kulturen, gespickt mit einem Wissen, mit dem man eine eigene Wikipedia füllen könnte: vom Rheinland über Griechenland und Indien bis zur Geschichte des modernen Möbel- oder Uhren- Designs oder eben des modernen Jazz, bezeichnenderweise der Lieblingsmusik von Kommissar Claudius.

Dieser Roman ist für mich moderne deutsche Literatur auf höchstem Niveau, und ich frage mich, warum man denkt, das sei nur ein Krimi, noch dazu ein Regional-Krimi???

Hallo!!! Das Buch schon mal richtig gelesen???

Das ist ein brillant konstruierter, nicht eine Seite langweiliger Roman. Ein super Krimi und ein superintelligentes, vielschichtiges Portrait der deutschen, hier rheinländischen Wirtschaftswundergesellschaft nach dem 2. Weltkrieg, bis hin zu den heutigen Exzessen ihrer nächsten Generation. Dieses Buch lohnt echt jede der 655 Seiten, und es macht gespannt auf mehr vom selben Autor!
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Einfach nur phantastisch 19. Dezember 2011
Nach langer Zeit wieder ein Buch, was von der ersten Zeile an fasziniert. Stilistisch überragend, allein der Eingangssatz zieht einen schon in seinen Bann. Ich kann dem ersten Rezensenten nur zustimmen und zu seiner umfassenden und aufwändigen Rezension danken. Das richtige Weihnachtsgeschenk!!
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Seit dem "Parfüm" das grösste Lesevergnügen aus dem deutschsprachigem Raum.

Auf den ersten Blick ein Krimi. Auf den zweiten Blick eine schamlose, aber ehrliche Bestandsaufnahme der Jetztzeit. Stilistisch brillant, mit Tiefsinn, Witz und einer spannenden Geschichte führt uns Hammann durch die Selbstkannibalisierung unserer sogenannten ersten Welt. Er berichtet von einer Zeit, in der die Suche nach dem Heiligen Gral längst aufgegeben und von dem dummgeil, geifernden Streben nach der Rosa Rosette abgelösst wurde.

Aber Hammann gibt uns Trost: in der Erkenntnis, dass der Mensch über all die Jahrtausende nicht schlimmer, sondern einfach nur noch nicht besser geworden ist.
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