Gerade hat der junge Alfons von Woerden sein Hauptmannspatent der wallonischen Garden erhalten und reist von Cadiz nach Madrid, um den Dienst anzutreten. Furchtlos, wie er ist (oder zu sein glaubt) überquert er die Sierra Madre, die damals fast menschleer nur von einzelnen Räubern bewohnt wird.
In einem leerem Gasthaus, das, so heißt es, ein Spukhaus ist, trifft er zwei schöne Maurinnen der Familie Gomelez, verbringt mit ihnen die Nacht - und findet sich am nächsten Morgen unter besagtem Galgen wieder.
Immer neue Abenteuer, erotische wie unheimliche, besteht er, trifft einen Zigeunerhauptmann und zwei Räuber, Ahasver, den ewigen Juden und einen Kabbalisten, eine Fürstin, Einsiedler und Besessene und jeder erzählt ihm seine Geschichte, in den Geschichten tauchen neue Geschichten auf, zeitweilig sind es bis zu vier Erzählebenen.
Das europäische „Tausend und Eine Nacht" hat man dieses Buch aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts genannt und aus sechsundsechzig Tagen und Nächten besteht es, jede prall gefüllt mit Geschichten.
Zeit und Muße sollte man haben, um es zu lesen, es ist kein Thriller - obwohl es einige Thrillerelemente enthält -, kein Pageturner, aber ein schillerndes Kaleidoskop von wilder Fabulierlust. Ein Buch für lange Winterabende vor dem Kamin.
(C) Hans Peter Roentgen