Hartmut Schwerdtfeger und Erik Herlyn haben sich mit diesem Büchlein einem heute weitgehend unbekanntem Thema deutscher U-Bootgeschichte gewidmet. Dem interessierten, aufgeschlossenen Leser dürfte aber bald klar werden, dass es eigentlich keinen Grund gibt, dieses Thema in den Hintergrund maritimer Seefahrtsgeschichte zu stellen. Dies war auch nicht immer so. Im Spätsommer des Jahres 1916 wurde eine U-Bootkapitän zum Volkshelden. Mitten im Ersten Weltkrieg war ein deutsches Tauchboot in eine gefahrvollen Reise über den Atlantik in die Vereinigten Staaten gefahren. Es war die erste Atlantiküberquerung eines U-Bootes überhaupt und wurde nicht nur von Deutschlands Kriegsgegnern für unmöglich gehalten. Die DEUTSCHLAND war technisch ein Novum ihrer Zeit. In unglaublich kurzer Zeit gebaut, war sie in der Lage 750 Tonnen Ladung im Inneren ihrer engen Stahlröhre zu transportieren. Das Boot trug keine Waffen und sollte offizielle nicht als Kriegsschiff gelten. Der Kapitän, Paul König, war vor dem Krieg auf Handelsschiffen gefahren und die Besatzung trug die Uniform der Handelsmarine. Die DEUTSCHLAND hatte die Aufgabe zusammen mit anderen U-Booten, die noch folgen sollten, Deutschlands Versorgung mit kriegswichtigen Gütern trotz der englischen Blockade aufrecht erhalten. Dass dies nicht gelang lag nur an Amerika, welches Deutschland einige Monate später den Krieg erklärte. Ein Buch das anschaulich die Fahrt der DEUTSCHLAND schildert und sich mit dem Verschwinden der BREMEN beschäftigt. Gleichzeitig werden interessante Randgebiete der U-Bootfahrerei gestreift. Es zeigt sich, dass Unterseeboote eben nicht nur zu rein militärischen Zweck eingesetzt werden können, sondern für kurze Augenblicke der Weltgeschichte sogar einmal der Völkerverständigung dienten. Ein kurzweiliges Sachbuch, auch für nicht militaristische Zeitgenossen.