Frau Gabaldon hat sich das sicher anders gedacht, als sie mit ihren "Lord John - Geschichten" vor der Herausgabe in die Offensive ging und explizit anmerkte, dass diese Geschichten "etwas anders" wären, als ihre Hochland-Saga (mit Jamie und Claire).
Nun ist "Die Hand des Teufels" wahrlich kein literarisches Meisterwerk, und nicht mit den dicken Knüllern die sich da Highland-Saga nennen, vergleichbar - aber eben Krimi genug um gut zu unterhalten. Die drei Geschichten, die Lord John Grey in seiner militärischen Laufbahn - meist dient er der Krone als Verbindungsoffizier - erlebt sind vom kriminalistischen Anspruch her eher langweilig. Im historischen Zusammenhang gesehen sind aber alle drei Geschichten grosse klasse. Wenn auch ich kein Geschichtsfreak bin, so bin ich doch immer wieder begeistert von Erzählungen die im 17. oder - wie hier - im 18. Jahrhundert ihre Handlung finden.
Besonders pikant, bzw. erwähnungswert finde ich das Geschick von Frau Gabaldon, wie sie den Soldaten John Grey als sensiblen, gefühlsbetonten Menschen darstellt. Der Mann ist übrigens homosexuell - für jene, die noch nicht so im Thema "Lord John" stecken. Und das zu einer Zeit als man dafür nicht nur gesellschaftlich, sondern auch strafrechtlich mit Konsequenzen zu rechnen hatte.
Aber immer wieder passiert es dem süßen John Grey sich in jemand zu vergucken, der entweder "Böse" ist, oder sofort stirbt. Lord John wirkt bei alle dem nach außen hin so entzückend eloquent! in "stillen Momenten" scheint ihn sein Schicksal aber sehr zu plagen. Höchst dramatisch das alles. Ein kleines bisschen Schwulen-Schmonzette im 18. Jahrhundert. Angenehm unterhaltsam - und einige Male bleibt mir beim Lesen tatsächlich fast das Herz stehen, oder mein Mitgefühl für den armen Lord John, der sein großes Glück doch nicht findet - oder an Jamie denkt ... kündet beinahe Tränen an.
Also kurz und gut: Mir hat das Buch große Freude bereitet und es interessiert mich brennend, ob John Grey irgendwann doch noch sein großes Glück findet, oder die Autorin ihm wenigstens einen einigermaßen erfolgreichen "Flirt" gewährt. < tritt theatralisch seufzend ab >