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Irgendwie ist es da nur konsequent, dass Jakob und Isabelle heiraten -- eben darum, weil beide es nach dieser ungeheuerlichen Verkettung von Zufällen so passend finden. Weniger konsequent, ja bezeichnend ist, dass sie es so unauffällig wie möglich tun. Isabelle geht mit Jakob nach London, wo der junge Rechtsanwalt die Stelle jenes Mannes annimmt, der statt seiner in New York ums Leben kann. Aber das wohlhabende Paar zieht keineswegs in einen respektablen Stadtteil, sondern in ein sozial eher heruntergekommenes Viertel, dessen viktorianische Fassaden schon bessere Zeiten gesehen haben. Hier leben die Habenichtse, darunter auch der Junkie und Drogendealer Jim, zu dem Isabelle sich eigentümlich hingezogen wird. Spätestens jetzt wird klar, dass das, was Jakob und Isabelle füreinander empfinden, vielleicht doch nicht die große Liebe ist -- zumal sich die beiden in London immer weiter entfremden.
Seltsam leer beschreibt Katharina Hacker ihre Protagonisten, um die sie weitaus lebendigere Nebenfiguren gruppiert. Emotionale Habenichtse sind die beiden, als Vertreter der Generation Golf: jene Generation der Erben um die 35, die selbst der 11. September 2001 nur kurzfristig und auf die falsche Art und Weise erschüttern kann: als Scheidelinie zwischen einem phantasierten, unbeschwerten Vorher und dem ängstlichen, aggressiven Gejammer, das sich immer weiter ausbreitete. Eigentlich ist Isabelle und Jakob nicht die Liebe, sondern das Leben selbst abhanden gekommen -- anders als ihren älteren Freunden und Bekannten, die aus wirklichen, nicht medial vermittelten, sondern selbst erlebten Katastrophen erstarkt hervorgehen. Das ist eine der erschütternden Erkenntnisse dieses ruhigen, klug aufgebauten und perspektivisch geschickt komponierten Buchs, das nichts weniger als Tod, Glück, Liebe und Schuld zum Thema hat und wohl Hackers bestes ist. Große, aber leise, und gerade deshalb verstörende Literatur. --Thomas Köster
»Ihre Protagonisten sind in den Dreißigern, wissen alles und kennen doch eines nicht: sich selbst. In einer flirrenden, atmosphärisch dichten Sprache führt Katharina Hacker ihre Helden durch Geschichtsräume und in die Problemfelder der unmittelbaren Gegenwart, ...: Wie willst Du leben? Was sind deine Werte? Wie sollst und wie kannst du handeln? Die Qualität des Romans besteht darin Fragen in Geschichten aufzulösen, die sich mit den plakativen Antworten von Politik und Medien nicht zufriedengeben.« Aus der Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises
»Die Figuren dieser Autorin leiden und lieben mit aller Kraft, aber ein Misstrauen gegen sich selbst und die festen Formen ... - das werden sie nicht los.« Süddeutsche Zeitung
»Mondäne Scheinwelt. ... Wie die Alten lesen die Jungen [Autoren] ihrer Generation die Leviten (...), stellen sich den drängenden Problemen unserer Zeit ... und arbeiten sich an der deutschen Geschichte ab (...).« Die Welt
»Unsere vage Gegenwart hat ein hartes, die Konturen ausleuchtendes Porträt bekommen. Katharina Hacker ist ein zeitkritischer Roman, eine kluge und aufregend zu lesende Analyse geglückt.« Die Zeit
»Müsste man in einem Satz sagen, was Hackers Habenichtse auszeichnet wäre es dieser: McEwan wirkt wie ein erstklassiger Hollywood-Film, Hacker erzählt vom 11.9., wie Virginia Woolf es getan hätte. Das kann in Deutschland fast niemand.« Neue Zürcher Zeitung am Sonntag
»Diesem Roman gelingt etwas Besonderes. Er ist nicht nur einfach gelungen, intelligent, berührend und bannend. Er ist bedeutungsvoll. ... Was für diesen Roman vor allem einnimmt, ist seine geistige Weite.« Frankfurter Rundschau
»Ein kluger Roman, dessen feine Beobachtungen aufdecken, was unserer Gegenwart so oft fehlt: die Fähigkeit zum Mitleid.« Brigitte
»Katharina Hackers Roman Die Habenichtse überzeugt und überredet mich mit seiner Sprachkunst: Anfangs rhythmisiert Zuversicht die Sätze und schliesslich werden sie von stockender Melancholie bestimmt.« Peter Härtling
»Was sie als nächstes nach dem großen Erfolg von Die Habenichtse vorhat? Typisch Katharina Hacker: Sie wird nicht etwa noch einen massenkompatiblen Gesellschaftsroman nachlegen, sondern im Herbst 2007 mit einem Band von Prosagedichten auftreten.« FAZ
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
57 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Jein,
Von Shiraz (Hamburg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Habenichtse: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe die Habenichtse gerade zu Ende gelesen und bin ziemlich ratlos, ob ich das Buch empfehlen soll oder nicht.Einerseits schafft Hacker glänzend, was sie sich vorgenommen hat: Sie erzählt die Geschichte eines Paares ohne Persönlichkeit, das von Berlin nach London getrieben wird, dort allerhand erlebt, aber immer nur passiv, ja willenlos, ohne ihr Leben selbst zu bestimmen. Tatsächlich erscheinen Isabelle und Jakob als leblose Figuren, an denen man auch als Leser keinen Anteil nimmt. Sie bleiben einem ebenso egal, wie ihnen die Welt egal bleibt. Der Nachteil des Konzeptes ist, dass Romane von lebendigen Hauptfiguren leben. Fehlen sie, wird das Lesen zäh, was bei den Habenichtsen noch durch den monotonen Stil gefördert wird. Hauptsatz reiht sich an Hauptsatz, meist durch Komma getrennt. Beschreibung an Beschreibung. Vielleicht würde ich das Buch Lesern empfehlen, die Romane als intellektuelle Schreibübung begreifen. Menschen, die beim Lesen gerne Spaß haben, sollten sich besser ein anderes Buch kaufen, sie werden ziemlich sicher enttäuscht sein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
52 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Wenn das der beste deutschsprachige Roman des Jahres 2006 ist,,
Rezension bezieht sich auf: Die Habenichtse: Roman (Gebundene Ausgabe)
dann steht es ziemlich schlecht um unser Land, zumindest in Sachen Literatur. Hab mich auf das Buch gefreut, weil der Kurzinhalt und der Titel sehr interessant klangen, doch jetzt ärgere ich mich maßlos über das rausgeworfene Geld. Es ist einfach nur langweilig. Die ersten 50 Seiten sind sehr zäh und danach wird es eher noch schlimmer. Einzige Motivation zum weiterlesen bis Seite 150 ist die Neugierde, warum dieses Buch wohl den Buchpreis bekommen hat. Man denkt sich permanent: Da wird schon noch mehr (Inhalt) kommen. Dem ist aber leider nicht so. Zu den Seiten 150 - 300 kann ich mich nicht mehr äußern, da mir meine Zeit dafür zu schade ist.
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52 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Warum bloß,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Habenichtse: Roman (Gebundene Ausgabe)
....ist dieser Roman mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden? Nur weil er die Themen 11. September, Drittes Reich, Ansprüche von Alt-Eigentümern, Yuppies, Unterschicht, Drogenmissbrauch und Kindesmisshandlung, Ego-Gesellschaft und anderes behandelt? Viel Stoff für gut 300 Seiten. Und die ziehen sich hin wie Kaugummi. Genauso zäh und fad. Zufällig auftauchende Aromen oder Gefühle sind künstlich zugesetzt. Die Masse an Themen alleine macht es eben doch nicht. Nach gut der Hälfte des Buches kommt die Autorin dann endlich zu dem, was der Klappentext als Handlung angibt. Hacker verliert sich in Bildern und verliebt sich in ihre Sprache, lässt immer mehr Personen auftreten, die aber schemenhaft bleiben, um nicht zu sagen scheintot. Die Personenbeschreibungen strotzen vor Widersprüchen, die nicht aufgelöst werden. Eigentlich sind es eher Marionetten, die die Autorin da bewegt. Sie denken nicht, sie fühlen nicht, sie sind kaum in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Leicht wie eine Feder werden sie durchs Leben getragen und vom Schicksal verwöhnt; Liebe, Karriere, Geld und Bewunderung nehmen sie als gottgegeben hin. Dann scheinen sie sich plötzlich in den Handlungsfäden zu verheddern, aber in ihrer grenzenlosen Passivität und Gleichgültigkeit fällt ihnen noch nicht mal das auf. Ich zumindest habe mich gewundert, dass dem Lektor/der Lektorin eklatante Ungereimtheiten, logische Brüche nicht aufgefallen sind. Aber vielleicht war er/oder sie zu diesem Zeitpunkt auch schon eingeschlafen.Warum ich überhaupt einen Stern vergebe? Weil ich nach tapferer Lektüre eine Stinkwut auf die Hauptakteure hatte. Zumindest am Ende haben die Habenichtse dann doch noch Emotionen erzeugt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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