....ist dieser Roman mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden? Nur weil er die Themen 11. September, Drittes Reich, Ansprüche von Alt-Eigentümern, Yuppies, Unterschicht, Drogenmissbrauch und Kindesmisshandlung, Ego-Gesellschaft und anderes behandelt? Viel Stoff für gut 300 Seiten. Und die ziehen sich hin wie Kaugummi. Genauso zäh und fad. Zufällig auftauchende Aromen oder Gefühle sind künstlich zugesetzt. Die Masse an Themen alleine macht es eben doch nicht. Nach gut der Hälfte des Buches kommt die Autorin dann endlich zu dem, was der Klappentext als Handlung angibt. Hacker verliert sich in Bildern und verliebt sich in ihre Sprache, lässt immer mehr Personen auftreten, die aber schemenhaft bleiben, um nicht zu sagen scheintot. Die Personenbeschreibungen strotzen vor Widersprüchen, die nicht aufgelöst werden. Eigentlich sind es eher Marionetten, die die Autorin da bewegt. Sie denken nicht, sie fühlen nicht, sie sind kaum in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Leicht wie eine Feder werden sie durchs Leben getragen und vom Schicksal verwöhnt; Liebe, Karriere, Geld und Bewunderung nehmen sie als gottgegeben hin. Dann scheinen sie sich plötzlich in den Handlungsfäden zu verheddern, aber in ihrer grenzenlosen Passivität und Gleichgültigkeit fällt ihnen noch nicht mal das auf. Ich zumindest habe mich gewundert, dass dem Lektor/der Lektorin eklatante Ungereimtheiten, logische Brüche nicht aufgefallen sind. Aber vielleicht war er/oder sie zu diesem Zeitpunkt auch schon eingeschlafen.
Warum ich überhaupt einen Stern vergebe? Weil ich nach tapferer Lektüre eine Stinkwut auf die Hauptakteure hatte. Zumindest am Ende haben die Habenichtse dann doch noch Emotionen erzeugt.