Nachdem der zweite Band sich ziemlich hingezogen hatte, habe ich mir den dritten erst nach einigem Überlegen gekauft. Es hat sich teilweise gelohnt - aber nicht immer.
Suzanne Frank scheint nach einigen Seiten nur noch von dem Gedanken bessessen zu sein: "Wie kann ich die Bibel so wortwörtlich wie möglich in die Geschichte einbringen?"
Es soll doch in Amerika Menschen geben, die glauben, dass die Geschehen in der Bibel wirklich wortwörtlich passiert sind, beim Lesen dieses Buches taucht wirklich die Frage auf, ob die Autorin nicht auch dazugehört: Es besteht gar kein Zweifel, dass Gott wirklich existiert [eine Sache, von der nicht jeder Leser überzeugt ist und der sich nun ein wenig genötigt vorkommt]und dass auch seine vielen Wunder für das 'auserwählte Volk' wirklich so spektakulär waren wie geschildert.
David und die Israeliten werden überheroisiert, sie sind allüberall die Guten und Sieger und Chloe und Cheftu wollen natürlich auch nirgendwo anders als bei ihnen [und natürlich bei Gott] bleiben, eine Familie gründen und nie wieder nach HAuse zurückkehren. Ein Entschluss, der mich übrigens persönlich enttäuscht hat, da mir vor allem Chloes Familie leidtut, an die ihre Tochter gar nicht mehr zu denken scheint außer: "RaEm hat es mir eh mit denen versaut, und da es ja nur so unwichtige leute wie geschwister und eltern sind ... warum versuchen, sich zu versöhnen, wenn ich mit meinem Liebsten es viel leichter und 'göttlicher' haben kann?"
Wenn man von diesen etwas sehr nervenden Begebenheiten absieht und außerdem noch die Augen zukneift, wenn wieder mal ein paar historische Schnitzer passieren... ist das Buch wirklich gut zu lesen, vor allem der erste Teil davon.
Deswegen die drei Sterne. Trotzdem, wer gerne Zeitreisende und Liebende hat, soll Diana Gabaldon lesen und wer gerne generell was Gutes liest, dem empfehle ich Rebecca Gablé, Noah Gordon oder Ken Follett. Dann kann man das Buch wenigstens zuschlagen und nicht so eine seltsame Leere und Enttäuschung in sich fühlen.