Offensichtlich wird es nun auch für Diana Paxson Zeit einzusehen, dass eine sinnvolle Fortsetzung der Avalon-Reihe ohne Marion Zimmer Bradley nicht möglich ist.
Nachdem ihr bereits einige guter Nachfolgebänder der Nebel von Avalon gelungen sind, enttäuscht sie hier leider sehr.
Nicht nur ist die Handlung der "Hüterin von Avalon" zum größten Teil bereits in MZBs eigenem Roman "Die Wälder von Albion" in hervorragendem Stil erzählt, Paxson weicht zu allem Überfluss auch von der vorgegebenen Handlung ab und verwirrt die Leser mit veränderten Handlungssträngen.
Interessant ist die Darstellung des Lebens der Icener-Königin Boudicca, die hier als Novizin auf Mona ausgebildet wird und später den König der Icener heiratet, der mit den Römern ein Friedensabkommen trifft. Als ihr Mann jedoch stirbt und sie als Königin weiterhin ihr Volk führen möchte, werden sie und ihre Töchter von den Römern provoziert, was in der öffentlichen Auspeitschung Boudiccas gipfelt.
Daraufhin versammelt sie die keltischen Stämme um sich und vereint sie zu einer gewaltigen Revolution gegen die römischen Besatzer, die jedoch - wie aus dem Geschichtsunterricht bekannt - schlussendlich niedergeschlagen wird.
Leider verliert sich Paxson mehr und mehr in esoterischem Nonsens und lässt kaum etwas von MZBs Avalon-Spiritualität übrig. Die Charaktere sind leider äußerst flach und uninteressant, sie entwicklen sich während der ganzen Handlung kaum.
Positiv anerkennen möchte ich die detaillierte Beschreibung von Boudicca's Umgebung, Paxson gibt dafür auch die Quellen ihrer Recherchen an.
Ich hoffe dennoch, Diana Paxson wird davon absehen, weitere Romane im Namen von MZB zu veröffentlichen.