Mit diesem wunderbar atmosphärischen Roman entführt uns Gabriela Galvani nach Augsburg im Jahr 1555, es ist die Zeit der Teufelsaustreibungen, aber auch der Religionsfrieden soll beschlossen werden. Vor dieser Kulisse wird die überaus spannende Geschichte der jungen Christiane Meitinger erzählt. Sie verliert kurz hintereinander ihren besten Freund und Mentor und dann ihren Ehemann. Beide wurden ermordet und ehe sie sich versieht, wird die gescheite junge Witwe in die Ermittlungen um diese mysteriösen Mordfälle hineingezogen. Es dauert nicht lange und sie findet dubiose Luther-Manuskripte, die den langersehnten Religionsfrieden gefährden könnten. Christiane weiß nicht mehr, wem sie trauen kann und begibt sich in große Gefahr.
Ich hätte das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen, so spannend und schön erzählt war es. Die recht kurzen Kapitel sind in mehrere Erzählstränge aufgeteilt, wie immer ein Garant für fesselnde Unterhaltung. Im Laufe der Geschichte gibt es immer neue Wendungen, die mich als Leser ein paar Mal aufs Glatteis führen. Genau so soll es auch sein, denn es wäre doch langweilig, wenn ich den Täter schon nach ein paar Seiten herausgefunden hätte. Die einzelnen Charaktere wurden mit sehr viel Liebe zum Detail beschrieben, allen voran die mir von Anfang an sehr sympathische Christiane Meitinger.
Die Sprache ist sehr bildhaft und der Zeit angemessen und schafft somit eine schöne historische Atmosphäre. Man konnte merken, dass die Autorin im Vorfeld sehr gut recherchiert hat, denn ich habe sehr viel über die Lebensumstände im mittelalterlichen Augsburg erfahren. Da für mich auch zu jedem guten Roman eine nette Liebesgeschichte gehört, hat es mich sehr gefreut, dass es auch in dieser Geschichte ein wenig knisterte.
Ein Krimi muss mich fesseln und mitfiebern lassen, ein historischer Roman muss mich mit seiner Sprache in die damalige Zeit zurück versetzen und dieses Buch hat beides geschafft.
Ganz besonders beeindruckt hat mich, dass der Prolog am Ende eine ganz besondere Bedeutung bekommt, das war das Sahnehäubchen, das das Buch perfekt abgerundet hat.
Ich kann dieses Buch jedem Liebhaber von spannenden historischen Romanen wärmstens ans Herz legen.