Als ich noch klein war, so vor etwa 35 Jahren, lag dieses Buch immer bei unserem Zahnarzt im Wartezimmer. Es war abgegrabbelt, hatte einen fettfleckigen Einband und tausend Eselsohren, aber jedesmal habe ich mich auf dieses Buch gefreut und darüber glatt die Angst vorm drohenden Bohrer oder dem schmerzhaften Nachspannen der Zahnklammer vergessen.
Das Buch ist wunderschön gezeichnet und es ist nett gereimt. Das tat man damals in Kinderbüchern oft, und es war gar nicht so dumm - ich kann nämlich noch heute die Verse auswendig und ernte damit beim familiären Osterfest jedes Jahr tosende Begeisterungsstürme von meinen zahlreichen Neffen und Nichten. Jungs wie Mädchen hören am liebsten: "Hasenmax, der Bösewicht, kannte heut' sein Verschen nicht..."
Also keine Spur vom gefürchteten schädlichen Rollenverhalten durch Einfluß des Buches zu bemerken.
Ich liebe das Buch immer noch, und zwar gerade weil es so herrlich die gründerzeitliche Idealfamilie zeigt. Betrachten Sie das Buch als Zeitdokument und schauen Sie sich nur mal die Details dieser Küche an, in der die Hasenmutter der Familie Kohlsuppe kocht...