Zunächst: ich habe das Buch fast in einem Zug durchgelesen- es ist flüssig und spannend geschrieben und ein Muss für alle, die die ersten 3 Teile gelesen haben- um für sich persönlich einen Abschluss der Reihe zu finden.
Für alle die darauf warten: es bringt die Liebesgeschichte zwischen Cloe und Cheftu zu einem (guten ?) Ende.
Allerdings wirft das Buch eine Flut von Fragen auf und weder Handlungsverlauf noch Ende befriedigen mich.
Zunächst die Dinge, für welche die Autorin nicht verantwortlich gemacht werden kann, die aber schon am Beginn für Verwirrung sorgen:
„Die Händlerin von Babylon" ??? Was bitte hat das Buch mit dem Titel zu tun ?
Warum blieb man nicht bei der Übersetzung des Originaltitels „Twilight in Babylon", der dem viel besser gerecht wird ?
Weiterhin die Einführung zum Buch, in der von Cloe als einer „Unberührbaren" die Rede ist- man wird diesen Begriff und auch eine Erklärung dafür im Buch vergebens suchen- dies ist schlicht und einfach falsch.
Zum Buch selbst: der Teil bis zur Flucht aus Ur ist m.E. nach ähnlich gut wie in den vorhergehenden Büchern. Die Charaktere sind gut beschrieben, die Handlung nachvollziehbar und spannend. Leider gibt es auch hier schon einige Gedankensprünge.
Dinge, die plötzlich und schnell und nicht nachvollziehbar zu Ende gebracht werden und einen Wust von nicht erklärten Begriffen und Dingen, die sich der Leser selbst erklären bzw. aus dem Zusammenhang erahnen muss.
Der Teil, der danach kommt ist nur noch ein Hetzen durch das Land zwischen Euphrat und Tigris mit dem Ziel des Turmbaues zu Babylon- mit unterwegs angerissenen Figuren und Orten, in denen sich ansatzweise wirklich interessante Szenen anbahnen, die aber leider nie zu Ende gebracht und gedacht werden.
Die Geschichte um den Turmbau, das Umfeld und die danach folgenden und resultierenden Ereignisse...???? Alles zu schnell und zu unklar abgehandelt für meinen Geschmack- mit wieder wirklich interessanten Figuren (z.B. Ela), die keine Erklärung finden- ein bißchen so, als ob das Buch nur schnell zu Ende gebracht werden soll oder die Phantasie ausging.
Und das Ende :
Gut- Chloe und Cheftu sind zusammen und miteinander glücklich- aber um den Teilverlust Ihrer beider Identitäten, ihrer eigentlichen Körper, eines Teiles ihres Wissens- vielleicht ja gewollt, um zu bekräftigen, das die beiden mit der Zeit, in der sie nun leben verschmelzen.-
aber nicht wirklich befriedigend für mich.
Reicht Cheftu die Stellung eines Beraters ? Mit all seinen Talenten und Fähigkeiten ?
Soll ein „Haus der Tafel" für Cloe wirklich die Erfüllung all dieser in all den 4 Teilen durchlebten Strapazen sein ??? Und dies mit dem Wissen, das in der nachfolgenden Geschichte (Historie) all das, was sie vielleicht in dieser Zeit als Lehrerin für beide Geschlechter erreichen wird wieder im Vergessen verschwindet ???
Wäre es nicht besser gewesen, die beiden mit all ihrem gewonnenen Wissen zurückkehren zu lassen in ihre Zeit (vielleicht sogar um den Preis einer Trennung) um hier zu vermitteln, was in früherer Zeit tatsächlich geschah ??
Aber das alles ist nur meine persönliche Meinung.
Für mich hätte das Buch ruhig 200 Seiten dicker sein können- wenn damit Platz geschaffen worden wäre zu einer besseren Ausführung der angerissenen und nun leider unserer Phantasie preisgegebenen Dinge und Charaktere.