Der Giessener Grundschulexperte Ludwig Duncker legt ein Richtungsweisendes Buch zur Vertiefung und Weiterführung der grundschulpädagogischen Diskussion vor, dass hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung und der zum Vorschein kommenden Argumentationsfiguren neuere gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen im Kontext grundschulpädagogischer Traditionslinien diskutiert. In diesem Zusammenhang spiegeln sich die wichtigsten Arbeitsschwerpunkte des Autors eindrucksvoll wieder (Schul- und Bildungstheorie; Allgemeine Didaktik; Anthropologie der Kindheit). Im Horizont dieses geisteswissenschaftlichen Zugangs wird ein grundschulpädagogisches Verständnis entfaltet, in dem vor allem die antinomischen Spannungsfelder sichtbar werden, die das Lehren und Lernen in der Grundschule betreffen. Diese Widersprüche sind auf die enorme Komplexität der gegenwärtigen Grundschulwirklichkeit zurückzuführen, weshalb sie letztlich eindimensionale Lösungen pädagogischer Problemlagen verbieten und stattdessen einen weitergehenden Reflexionshorizont nahe legen. Duncker gliedert sein Buch in zwei Teile. Im ersten Teil werden Schultheoretische Zugänge skizziert und im zweiten Teil werden Didaktische Horizonte entfaltet. Die beiden Kapitel setzten sich aus 6 bzw. 8 Aufsätzen zusammen, die neben der konzeptionellen Bündelung in dieser Monographie immer auch einen eigenständigen Charakter, im Sinne eines Zeitschriftenaufsatzes bewahren. Thematisiert werden unter anderem Fragen nach grundschulpädagogischen Leitorientierungen (Bildung oder Qualifikation?), Fragen und Probleme des Sinnerschließenden Lernens, Aspekte der Professionalität des Grundschullehrerberufs, Hintergründe Kindlicher Neugierde, Fragen Sozialer Verantwortung, Leibgebundene Erfahrungsprozesse, u.v.m..