Frederick Taylor hat keinen guten Ruf: Er wird verantwortlich gemacht für eine seelenlose Produktion mit Maschinen, denen sich Menschen unterwerfen müssen wie in Chaplins Film "Moderne Zeiten". Doch das wird dem Autor und Pionier der Produktionstechnik nicht gerecht. Es ist notwendig, die Aussagen von Taylor im historischen Kontext zu betrachten, und dafür ist nichts besser geeignet als die Lektüre des Originals.
Taylor ging es keineswegs darum, nur den Profit von Kapitalisten zu mehren. Er wollte höhere Löhne und eine bessere gesellschaftliche Produktion durch die wissenschaftliche Analyse von Arbeitsabläufen erreichen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts sah Taylor, dass ein Großteil der Produktivität von Arbeitern durch schlechte Organisation vergeudet wurde. Das wollte er ändern, und er hat auch tatsächlich wesentlich zu einer Veränderung beigetragen. Dass die höheren Gewinne dann nur zu einem geringen Teil die Situation der Besitzlosen verbesserte, das ist ein anderes Thema.
Das Buch ist für einen historischen Text sehr verständlich geschrieben und wurde gut übersetzt und mit nützlichen Zusatzinformationen versehen. Wer sich für Industriegeschichte interessiert, liegt hier richtig.