Hui, der Klappentext klingt aber nett, dachte ich. Ich war gespannt, was ein Mann, der angeblich Jahrzehnte auf die Recherche für dieses Buch verwendet haben soll, zu dem Thema Neues zu sagen haben könnte. Das Konzept des "Schattenwolfs" machte mich neugierig, weil ich davon ausging, daß hier etwas mehr auf die Perspektive der bäuerlichen Bewohner in der Umgebung der Gräfin eingegangen würde. Aber: Zu früh gefreut.
Der Anfang kommt noch recht spannend daher, der Rest liest sich aber sehr schleppend. Trotz der angekündigten bombastischen Rechercheleistung erfährt man nichts, was man nicht entweder schon wußte oder sich auf irgendeine Art denken könnte. Wem die Geschichte um die Vampirgräfin schon vorher bekannt war, weiß, daß es da bessere Behandlungen des Themas gibt. Sogar die alten billigen Horrorfilmchen und -geschichten, die dazu schon produziert wurden, kommen einem interessanter vor, wenn man sich erst einmal durch das Buch gequält hat.
Sämtliche Figuren bleiben einem fremd, die Handlung dümpelt vor sich hin und nach der letzten Seite ist die dringendste Frage, die man sich stellt, die, wie jemand nur auf die kranke Idee kommen konnte, DARAUS einen Film zu machen. Denn - oho - das Buch wurde verfilmt. Schön, mir ist klar, daß das auch nicht unbedingt für Qualität sprechen muß. Aber bei einer Geschichte, die in einen teuren Film umgesetzt wird, hat man ja gewisse Erwartungen. Filmproduzenten wollen Geld verdienen, also muß an der Sache doch eigentlich irgendetwas Kundenwirksames dran sein.
Leider ist "Die Gräfin Báthory" hauptsächlich viel heiße Luft. Faktenfülle sorgt hier nicht dafür, daß die Erzählweise lebendig und authentisch erscheint, im Gegenteil: Das Herumdozieren des Autors erstickt jedes aufkommende Interesse im Keim. Schade, daß ein Buch über DIESE Frau dermaßen blutleer ist - und damit meine ich nicht den Mangel an Folterszenen...