Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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49 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannend und historisch korrekt, 2. September 2004
Es gibt Bücher, bei denen lese ich die Coverbeschreibung und würde sie daraufhin niemals kaufen. Das liegt daran, das es mich manchmal abschreckt, wenn zwei Faktoren zusammentreffen: Zum Ersten, wenn es sich um eine Autorin handelt und zum Zweiten, wenn auf dem Cover zusätzlich etwas von "Sie hat sich in den ... verliebt" erscheint. Meine bisherige Erfahrung hat nämlich gezeigt, das es sich dann um typische romantische Romane handelt, die bestimmt manchmal gut sind - jedoch selten meinen Geschmack treffen. Bei "Die Goldhändlerin" von Iny Lorentz treffen diese beiden Faktoren aufeinander und ich war sichtlich schockiert - habe mich aber trotzdem der Lektüre zugewandt. Ich kann nur sagen: Zum Glück!! Die Coverbeschreibung wird diesem Roman absolut nicht gerecht, den es handelt sich um einen spannenden, interessanten und sehr gut recherchierten Historienroman, der seinesgleichen sucht. Selten habe ich 600 Seiten in einer so kurzen Zeit verschlungen. Die Geschichte über die Jüdin Lea und ihrem Weg durch die Engstirnigkeit der damaligen Zeit - egal ob es sich um Juden oder Christen handelt - alles verstärkt durch den Umstand, das sie fast nur als Mann verkleidet agiert, ist sehr glaubhaft erzählt und lässt beinahe nebenbei den Leser sehr viel über diese harten Zeiten erfahren. Die Autorin geht historisch korrekt durch das alte Deutschland und Spanien, zeigt die Judenverfolgungen, die Inquisition und lässt an den Handlungsvorgängen des ausgehenden 15. Jahrhunderts teilhaben. Die Romanze zwischen Lea und Roland entwickelt sich eigentlich erst richtig im letzten Drittel des Buches und wird nicht als aufdringlich wahrgenommen. Einzig der Schluß war mir ein klein wenig zu schnell abgehandelt, dies konnte aber den Gesamteindruck des Buches nicht mehr schmälern. Übrig bleibt ein sehr guter historischer Roman, der mit Sicherheit noch weitere hundert Seiten verdient hätte, trotzdem aber zu den wichtigen Romanen seines Genres zu zählen ist.
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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
...da entdecke ich doch..., 25. Juli 2004
...so langsam aber sicher, dass mir historische Romane durchaus so richtig Spaß machen können. In "Die Goldhändlerin" erzählt Iny Lorentz uns die Geschichte der jüdischen Goldhändlertochter Lea aus Hartenburg, die im Jahre 1485 in einem Pogrom sowohl ihren Vater als auch ihren älteren Bruder Samuel verliert. Um das eigene Überleben und vor allem das ihrer zwei jüngeren Geschwister zu sichern, muss Lea in die Rolle ihres Bruders Samuel schlüpfen und die Geschäfte des Vaters weiterführen. Ein lebensgefährliches und schwieriges Unterfangen, in einer Zeit, in der Juden in Gesamteuropa verfolgt und getötet werden. Doch Lea stellt sich schlau an und wird schon bald zu einem tüchtigen, erfolgreichen und anerkannten "Geschäftsmann", natürlich in ständiger Angst, als Frau entdeckt zu werden. Als ihr der zwielichtige Handelsagent Roland Fischkopf aus Hamburg begegnet, ahnt der Leser, dass sich zwischen den beiden eine Romanze entwickeln könnte, doch Lea kann sich ja auch ihm nicht offenbaren. Als Roland Lea bittet, für ihn nach Spanien zu reisen um seine Familie aus den Händen der Spanischen Inquisition zu befreien, weiß Lea, dass dies eine Reise auf Leben und Tod sein wird. Als christlicher Adliger verkleidet macht sie sich auf den Weg.... Also, mir hat "Die Goldhändlerin" Spaß gemacht. Eindrucksvoll recherchiert, gibt uns Iny Lorentz ein Stück Geschichte in die Hand, dass sich leichtflüssig und interessant lesen lässt. Sympathisch charakterisiert - die junge Protagonistin, mit der man sich diebisch freut, wenn sie mal wieder ihre Aufgabe besser und cleverer löst, als ihre männlichen Mitstreiter - in einer Zeit, da Frauen zu nichts anderem nütze sind, als Kinder zu gebären und den Haushalt zu schmeißen. Ein wunderbarer historischer Roman.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbarer historischer Roman, der absolut überzeugt!, 14. Oktober 2009
Deutschland im Jahre 1485. Für die junge Jüdin Lea endet ein Jahr der Katastrophen, denn ihr Vater und ihr jüngerer Bruder Samuel kamen bei einem Pogrom ums Leben. Um das Erbe ihres Vaters und damit ihr Überleben und das ihrer Geschwis-ter zu sichern, muss Lea sich fortan als Samuel ausgeben. In ihrer Doppelrolle drohen ihr viele Gefahren, nicht nur von christlicher Seite, sondern auch von ihren Glaubensbrüdern, die »Samuel« unbedingt verheiraten wollen. Und dann verliebt sie sich ausgerechnet in den mysteriösen Roland, der sie zu einer mehr als abenteuerlichen Mission verleitet ...
Man muss dem Autoren-Duo zu Gute halten, dass sie es immer wieder schaffen, die richtigen Bücher für ihre Lesegemeinde zu schreiben.
Es gibt einen stimmigen, historischen Hintergrund, und die Schreibweise des Ehepaares ist sehr angenehm und flüssig zu lesen.
Iny Lorentz lässt seine Heldin (natürlich!) in die Hosen schlüpfen, es scheint gerade so, als ob es langweilig geworden wäre, dass Frau einfach nur Frau sein darf und keinen Mann mimen muss, um eine gute Geschichte zu erzählen.
Die Hosenrollen für Frauen sind zwar überstrapaziert, aber Die Goldhändlerin" ist eins der besseren Bücher mit dieser Thematik.
Die Geschichte der Jüdin Lea die durch Engstirnigkeit der damaligen Zeit geprägt ist, hält den Leser gefangen und verschafft Lesefreude auf ganzer Linie. Die Judenverfolgung und die Inquisition sind glaubhaft und mitreißend geschildert- beinah als würde man das Grauen selbst erleben. Auch die Rolle der Frau, verbannt hinter dem Herd und nur als Mutter tauglich, kommt sehr gut rüber.
Lea ist eine sympathische und bildhaft gezeichnete Protagonistin, die dem Leser sehr schnell ans Herz wächst. Man freut sich mit ihr, wenn sie wieder mal einen Erfolg hatte und man leidet auch mit ihr, wenn alles schiefzugehen droht.
Insgesamt ein gelungener historischer Roman, der besonders durch seine Kulisse und der einfühlsamen Schilderung von Leas Leben besticht.
(n)
Der Lesetip von Lady`s Lit
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