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Die Go-Spielerin: Roman [Gebundene Ausgabe]

Shan Sa
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Kurzbeschreibung

2002
»Das Dunkel des Salons ist schattig wie ein Kaisergrab: Die schwarzen Lackmöbel atmen einen schweren Duft, das Bett unter der purpurroten, goldbestickten Seide ist ein ewiges Flammenmeer. Ich muß hinaus auf den Platz der Tausend Winde. Der Unbekannte erwartet mich schon, unsere Partie fortzusetzen.« Mandschurei 1937: In den Wirren der japanischen Invasion widersetzt sich eine junge aristokratische Chinesin dem traditionellen Weg, der ihr von der Familie vorgegeben ist, und schließt sich einer Gruppe chinesischer Rebellen an. Während sie auf ihren großen Einsatz wartet, perfektioniert das junge Mädchen ihre Fähigkeit zu Konzentration und Kalkül beim täglichen Go-Spiel. Bis sich ein als Mandarin verkleideter japanischer Leutnant – ein Spion – unter die Go-Spieler mischt und mit ihr ein leidenschaftliches, besessenes Duell aufnimmt – in das sich beide über Wochen und Monate immer tiefer verstricken. Ein Duell, das in einer Tragödie gipfelt, wie sie nur auf eine große Liebe folgen kann.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 252 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: N.-A. (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492044425
  • ISBN-13: 978-3492044424
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 522.147 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Als sie vier Jahre alt war, da unterrichtete ihr Cousin Lu die junge Chinesin und Titelheldin von Shan Sas Roman im japanischen Strategiespiel Go. Schon damals war die rebellische Außenseiterin vom Wunsch zu siegen wie beseelt -- bis sie zu wahrer Meisterschaft gelangte und als erste Frau auf dem Platz der Tausend Winde spielen durfte. Inzwischen ist die adelige Icherzählerin in Die Go-Spielerin 16 Jahre alt. Ihr Cousin ist auch erst 20 -- und sieht doch schon aus wie ein Greis.

Die Zeiten sind hart in der Mandschurei des Jahres 1937: Die Japaner haben das Land besetzt, Aufstände werden brutal im Keim erstickt, Mitläufer beherrschen die politische Szene, Peking steht kurz vor dem Fall. In dieser Situation kommt ein Mandarin auf den Platz der Tausend Winde und fordert die Chinesin immer wieder zum Spiel heraus. Erst später erfährt das Mädchen, dass dies einer der verhassten japanischen Militärs gewesen ist. Auf dem jahrhundertealten Spielfeld des Go werden die Strategien von Angriff und Verteidigung wie in den Schützengräben neu erprobt -- und auf dem Schlachtfeld der Liebe ebenso. Am Ende stehen sich die beiden auf tragische Weise zum letzten Mal gegenüber und müssen erkennen, dass sie Spielbälle einer viel größeren Macht gewesen sind: "Ich weiß, dass das Spiel da oben weitergeht", erkennt der Japaner, der zweite Icherzähler dieses bezaubernden Buchs.

Als Die Go-Spielerin, der dritte Roman der 1989 nach dem Massaker auf dem Tianmen-Platz nach Paris emigrierten 30-jährigen Chinesin Shan Sa, in Frankreich erschien, wurde er sofort zum Sensationserfolg. Man kann das gut verstehen. Denn so einfach, klar und zart (und mit so viel exotischem Lokalkolorit) hat man selten von der Liebe in Zeiten des Krieges gelesen. --Thomas Köster

Pressestimmen

»Shan Sa findet zu einem grandiosen Finale, dessen poetische Macht lange nachklingt.« Frankfurter Allgemeine Zeitung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

4.1 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vorstellungen eines Go-Amateurs 23. April 2005
Format:Taschenbuch
Der Roman ist wie eine Partie Go angelegt, SIE beginnt die Erzählung im 1. Kapitel = 1. Zug, gefolgt von IHM im 2. Kapitel = 2. Zug. Und so geht es abwechselnd weiter bis zum letzen = 92. Kapitel, dem unvermeidlichen letzten Zug. Beide erzählen das Geschehen aus ihrer jeweiligen Sicht in Ich-Form, was besonders dann interessant ist zu lesen, als sich beider Wege ungefähr ab dem 40. Zug kreuzen. Durch die Verwendung der Gegenwartsform gelingt der Autorin, ein Gefühl der Gleichzeitigkeit zwischen den beiden Protagonisten und mit dem Leser zu erzeugen. Allerdings ist der ganze Roman in der Präsenzform geschrieben, was angesichts der häufigen Rückblenden z.B. in die jeweiligen Kindheitserinnerungen doch etwas ermüdet.

Die Charakterisierung des Go-Spiels wirkt an manchen stellen übertrieben, mystifizierend: SIE vergleicht die Go-Steine mit Soldaten, die "gelenkig umher wirbeln, sich ihre Fallen in kreisenden Spiralen stellen" (S. 113), SIE "tauch[t] ein in die Abgründe der Mathematik" (S. 139) beim Zählen der Steine auf dem Spielbrett und kommt zu der Erkenntnis: "Go pfeift auf die Berechnung, brüskiert die Phantasie. ... Go ist das Spiel der Lüge. Man umzingelt den Feind mit Trugbildern, man zielt auf die einzig echte Wahrheit, den Tod" (S. 223) - während für IHN "eine Partie Go ausschließlich der Elite vorbehalten ist, eine Zeremonie, die mit allerhöchstem Respekt zelebriert wird" (S. 116). Diese philosophische Überfrachtung des Go-Spiels mag noch mit "dichterischer Freiheit" zu entschuldigen sein, einige Merkwürdigkeiten bei der Beschreibung der Go-Partie hätten aber - bei genauerer Kenntnis der Autorin des Go-Spiels bzw. bei etwas sorgfältigerer schriftstellerischer Ausarbeitung - vermieden werden können: nicht nur SIE, sondern auch ER - ein Japaner - bezeichnen die Ecken, Ränder und "Gegenden" des Go-Bretts mit Himmelsrichtungen, z.B. "Süden" für den unteren Rand. Im Japanischen (oder Deutschen) werden solche "geographischen" Bezeichnungen jedenfalls nicht verwendet, vermutlich auch nicht im Französischen (ob im Chinesischen, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis). Die ersten sieben Züge der Partie ist von krassestem Anfänger-Niveau (S. 113), trotzdem zieht sich die Partie über Tage und Wochen hin, über manche Züge brüten die Kontrahenten stundenlang, und hoch im Endspiel (jenseits von Zug 200, der auf S. 196 gesetzt wird) denkt ER: "Ihre Züge werden schneller und schneller. Sie wird immer listiger" (S. 223). Das ganze hört sich nicht an nach einer Go-Partie zwischen einigermaßen starken Spielern. Ein Roman, in dem Schach eine ähnlich prominente Rolle spielt wie hier das Go, in dem das Spiel jedoch so unrealistisch und exotisch überspannt beschrieben wird, wäre an der Hürde des Lektorats eines Verlages, der weiß was er publiziert, gescheitert.

Trotzdem ein interessantes Buch und unbedingt lesenswert, auch wenn die Euphorie der "Pariser Literaturszene" nicht ganz nachzuvollziehen ist. Es bleibt zu hoffen, dass wir nicht wieder über 30 Jahre auf das Erscheinen eines weiteren Go-Romanes warten müssen, die seit "The Master of Go" vergangen sind, der Übersetzung des Meisterwerkes "Meijin" des japanischen Nobelpreisträgers Kawabata Yasunari.

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Strudel, dessen Sog man nicht entkommt! 7. Februar 2004
Von pholker HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Die Go-Spielerin" zählt für mich zu den besten Romanen, die ich nicht nur in den letzten Jahren, sondern in meinem Leben gelesen habe. Nur selten vermag ein Buch, auch wenn es mich fesselt, mich so stark in seinen Bann zu ziehen, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich bin ein recht langsamer Leser. "Die Go-Spielerin" jedoch habe ich in einem Zug verschlungen.

Die Story ist weit mehr als nur eine tragische Liebesgeschichte, auch wenn diese eine zentrale Rolle einnimmt. Sie ist eine Reise in fremde Mentalitäten, geprägt von harten gesellschaftlichen Regeln, die auf jahrhunderte alten Traditionen fußen; eine Reise in eine Zeit politischen Chaos, des Umbruchs, des Zusammensturzes. Sie erzählt vom Versuch, alldem zu entfliehen, und der Tragik, von der Wirklichkeit immer wieder eingeholt zu werden. Man begleitet die Protagonisten bei einem unumkehrbaren Verwandlungsprozess, der mit kühnen Träumen beginnt und sich zu einer Gratwanderung am Rand der Hölle entwickelt.

Die Geschichte entfaltet eine Tragik, die in ihrer Kraft an Shakespeares "Romeo und Julia" heranreicht, ohne diese jedoch wie dort zu romantisieren. Vielmehr wird die Wirklichkeit von Kapitel zu Kapitel immer mehr entzaubert, und so sehr die beiden Protagonisten den Leser in das Innere ihrer Seele entführen und sie zu Mitwissern ihrer geheimsten Gefühle und Träume machen, verfällt man nicht in die Rührseligkeit, mit ihnen tauschen zu wollen. Diese Liebesgeschichte ist nicht schön, nicht romantisch, ihre Poesie ist eher eine Poesie der Grausamkeit als eine der Verzauberung. Und weil die ausgelösten Gefühle dieser Geschichte so vielschichtig sind, zum einen verträumt, zum anderen schonungslos brutal, erreichen sie eine Tiefe und Realität, der man als Leser nicht entfliehen kann - gleich den Protagonisten. Der Sog dieses emotionalen Strudels reißt Figuren wie Leser in einen gurgelnden Abgrund, in dem Hoffnungen, Zwänge, Träume, Ausweglosigkeit, brutale Gewalt und Bilder von großer Ästhetik sich zu einem alles verschlingenden Schlund vereinen.

Was den Roman ebenfalls zu etwas besonderem macht, ist seine untypische Erzählweise: Von Kapitel zu Kapitel wechseln sich die beiden Ich-Erzähler ab, so dass man als Leser ständig die Perspektive wechseln muss. Bei der großen Unterschiedlichkeit der beiden Charaktere wird man als Leser emotional förmlich in zwei Hälften gerissen. Die in der Gegenwartsform geschriebene Erzählung macht dieses Elebnis noch intensiver.

Nach der Lektüre der "Go-Spielerin" bin ich gespannt auf die anderen Veröffentlichungen Shan Sas, denn die Intensität ihres erzählerischen Talents macht süchtig nach mehr. Zu schade, dass "Die Go-Spielerin" bislang als einziges Werk der Autorin ins Deutsche übertragen wurde, so werde ich wohl nicht umhin kommen, auf anderssprachige Ausgaben zurückzugreifen. Ich hoffe nur, dass "Die Go-Spielerin" dieser begnadeten Autorin das Tor zu einer großen deutschen Leserschaft aufstößt. Shan Sa ist, meiner Meinung nach, eine große Bereicherung für die zeitgenössische Literatur.

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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein phantastisches Buch 21. November 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Die strenge, schnörkellose und dennoch wunderschöne Sprache macht es zu einem Genuß, dieses Buch zu lesen. Durch die beiden Ich-Erzähler, die jeweils ihre eigene Geschichte erzählen, oft aber gleiche Erlebnisse höchst verschieden reflektieren, entsteht eine enorme Dynamik. Gleichzeitig scheinen die Charaktere in ihrem Schicksal festgefroren. Nimmt man noch die liebevolle, niemals selbstverliebte Beschreibung der kulturellen und zeitgenössischen Einzelheiten hinzu, entsteht ein Gesamtkunstwerk, das Wert ist, gelesen zu werden.
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4.0 von 5 Sternen Gewöhnungsbedürftiger Stil, doch intensive und...
Shan Sas »Die Go-Spielerin« führt den Leser ins Jahr 1937. Die Mandschurei wird von den Japanern besetzt, jenseits der Mauer tobt in China der Bürgerkrieg zwischen den... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. April 2011 von FolkZeQuè
4.0 von 5 Sternen Ein kleiner Ausflug nach China
"Die Go-Spielerin" ist sicherlich eines nicht: Ein Buch für Leute, die es nur des Go-Spiels wegen kaufen wollen/würden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. November 2010 von Indigo Moon
4.0 von 5 Sternen Faszinierende Begegnung zweier "Feinde"
Ein japanischer Offizier und eine sechzehnjährige Chinesin (die "Gospielerin") begegnen sich 1931 beim Gospielen in der "Stadt der tausend Winde" in der von Japanern besetzten... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Dezember 2008 von Else Kling
5.0 von 5 Sternen Schlichte Klarheit
Wie immer stellt Shan Sa, die seit ihrer Kindheit in Frankreich lebt und auf französisch schreibt, eine starke, selbstbewusste Frau ins Zentrum ihres Romans, diesmal vor dem... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. August 2008 von Kathrin Thomas
1.0 von 5 Sternen nicht für Go-Spieler geeignet
Als Hobby-Go-Spieler interessierte mich der Titel und der Klappentext klang auch noch annehmbar. Leider ein Irrtum, wie sich herausstellte. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. April 2008 von Oliver Tacke
5.0 von 5 Sternen ein toller "Augenzeugenbericht"
Das Buch hat mir einen sehr guten Einblick in die Zeit der japanischen Besetzung der Mandschurei gegeben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Juli 2007 von Haha
1.0 von 5 Sternen Ein fürchterliches Buch
Das Buch kaufte ich blind, denn als Go-Spieler interessierte mich allein der Titel, doch leider war es ein Fehlkauf, denn die Go-Spielerin ist ein fürchterliches Buch --... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Februar 2007 von Sonnenwerk
5.0 von 5 Sternen Liebe und Schmerz
Wie soll es auch anders sein in Zeiten des Krieges und dann auch noch zwischen einer Chinesin und eines Japaners. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Februar 2007 von zantedischia
1.0 von 5 Sternen unglaublich schlecht
Einer Freundin zuliebe, die mir dieses Buch geliehen, habe ich es bis zuende gelesen. Ansonsten hätte ich spätestens nach 50 Seiten aufgegeben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Mai 2005 von dr.dicht
4.0 von 5 Sternen Liebe in Zeiten des Krieges
Die Geschichte einer chinesischen Tochter aus gutem Hause und eines japanischen Leutnants spielt in der von Japan besetzten Mandschurei im Jahr 1937. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Januar 2005 von "anatnom"
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