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Die Gnosis (Beck Reihe Wissen)
 
 
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Die Gnosis (Beck Reihe Wissen) [Taschenbuch]

Christoph Markschies
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 127 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 3 (7. Mai 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406447732
  • ISBN-13: 978-3406447730
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 58.899 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Christoph Markschies
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Gnosis ("Erkenntnis") gehört zu den faszinierendsten Erscheinungen der Religionsgeschichte. Direkte Parallelen zur modernen Esoterik haben in letzter Zeit das Interesse an dieser Religionsform stark anwachsen lassen. Mit diesem Buch liegt nach langer Zeit wieder eine aktuelle Gesamtdarstellung zur Gnosis in deutscher Sprache vor.

Über den Autor

Christoph Markschies ist Ordinarius für Historische Theologie in Heidelberg und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er wurde mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von pl TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der griechische Begriff Gnosis (Erkenntnis) meint ursprünglich das rationale Erfassen von Sachverhalten durch Einsicht, bezeichnet in der Antike aber zunehmend ein heilsrelevantes "Geheimwissen". Was "die Gnosis" letztlich ist, ob sie eine eigenständige Religion ist, lässt sich nach Markschies aber nicht eindeutig festlegen, zu unterschiedlich sind die gnostischen Strömungen. Daher legt Markschies im vorliegenden Büchlein ein typologisches Modell vor, mit dem er "die Gnosis" charakterisiert. So handelt es sich bei gnostischen Bewegungen um solche, die die Erfahrung eines volkommenen, fernen obersten Gottes haben, die die Welt von einem eigenen - vom obersten Gott zu unterscheidenden - Schöpfergott geschaffen wissen, die sich zur Erklärung der Schöpfung eines mythologischen Dramas bedienen, die im Menschen eine Art göttlichen Funken sehen, der aus der bösen Welt befreit werden kann, was letztlich mittels Erkenntnis (Gnosis) passiert. Weiterhin tendieren gnostische Bewegungen zu einer Art Dualismus, d.h. zu einer Entgegensetzung von Geist und Materie. Bevor Markschies dieses Modell auf die einzelnen Bewegungen anwendet, stellt er sehr übersichtlich die Forschungsgeschichte zur Gnosis dar und gibt eine ausführliche EEinführung in die Quellenlag zum Thema. Was wir heute über die Gnosis wissen, wird uns zum einen von christlichen Theologen der Antike vermittelt, die den Gnostizismus häufig als Bedrohung für das Christentum erlebten, und zum anderen durch die zahlreichen Funde gnostischer Schriften im letzten Jahrhundert (z.B. in Nag Hammadi,Turfan oder Medinet Madi). Nach diesen Hinweisen zu den Quellen folgen kursorische Darstellungen der wichtigsten gnostischen Strömungen der Antike (Marcionismus, Manichäismus, Valentinianismus etc.) sowie eine sozialgeschichtliche Darstellung der Organisation und des Lebens der Gnostiker. Das Büchlein ist insgesamt sehr gut geeignet für eine Einführung in das Thema und zeichnet sich auch durch Verständlichkeit der Sprache und Darstellung aus. Abkürzungsverzeichnis, Quellenverzeichnis und weitere Literaturempfehlungen runden es ab und laden zur weiteren Vertiefung - sofern gewünscht - ein.
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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erkenntnis 3. Januar 2010
Von helmpr. TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die Geschichte der Religionen, an faszinierenden Erscheinungen nicht arm, hat mit der antiken Gnosis eine hochinteressante Bewegung hervorgebracht, die heute wieder sehr attraktiv wirkt, nicht nur auf esoterische Kreise, auch für Philosophen und Psychologen. Und vor allem historisch ist sie durch Quellenfunde in ein ganz neues Licht getreten.

Christoph Markschies stellt die Gnosis der Antike umfassend, gründlich und eindrücklich dar. So weit das möglich ist. Denn wichtig ist das Vorwort, das Rechenschaft über Methode und Position ablegt und die Grenzen des Buches aufzeigt:

1. Der Begriff Gnosis ist unklar und wird sehr unterschiedlich gebraucht, ja, es ist sogar umstritten, ob es eine Gnosis als Bewegung im engeren Sinne überhaupt gegeben habe.

2. Das Buch kann in der Beck-Wissens-Reihe nur eine kurz gefasste Gesamtübersicht sein, eine ausführliche Darstellung ist in Aussicht gestellt.

3. Viele Thesen müssen daher noch ohne ausführliche Begründung und Diskussion verbleiben (Markschies nennt das selber "waghalsig").

4. Die Quellenlage ist durch erhebliche Datierungsprobleme schwer belastet, die Entstehung der Schriften ein hoch komplizierter Vorgang, der noch völlig im Unklaren liege.

5. Daher bezeichnet Markschies seine Darstellung ausdrücklich als einen Versuch, und er will die hypothetischen Züge dieses Entwurfs nicht verbergen.

6. Methodisch hat das etwa die Konsequenz, dass griechische und semitische Fachwörter der Quellen in der Regel ins Deutsche übertragen werden, um nicht Bezeichnungen vorzutäuschen, wo in Wahrheit keine sind. Am deutlichsten wird das daran, dass das Wort Gnosis meist schlicht mit Erkenntnis wiedergegeben wird.

7. Andere Sichten auf das Phänomen Gnosis werden zugestanden, allerdings mit der meines Erachtens berechtigten Aufforderung, lieb gewonnene Hypothesen der Vergangenheit kritisch aus den Quellen heraus zu überprüfen.

8. Insgesamt kann das Buch folglich nur eine Orientierungshilfe sein in Bezug auf einen unklaren Begriff und auf ein dunkles Phänomen.

Diese Vorbemerkungen im Hintergrund erweist sich Markschies denn auch als seriöser, kritischer Wissenschaftler, der im Rahmen der Möglichkeiten stets nur vorsichtig und quellennah begründete Hypothesen formuliert, der seine eigene kulturelle Position nicht verleugnet, sondern kritisch reflektiert (vorbildlich auf Seite 117: "Dies ist aber die Sicht eines christlichen Theologen").

Eine gewissenhafte Einführung klärt erstens über den Begriff Gnosis, Erkenntnis auf, angefangen bei der Wichtigkeit von Erkenntnis in der Antike, bis hin zu seiner geschichtlichen Entwicklung bis zur Gegenwart (Rudolf Steiner, Esoterik, New Age). Sie zeigt zweitens, wie sehr der Begriff wissenschaftliches Konstrukt ist und inwieweit er als solches Konstrukt trotz Mängeln doch hilfreich ist, um schließlich drittens ein typologisches Modell zu bevorzugen, das ich sehr einleuchtend finde (wen das interessiert, lese zuerst Seite 25f). Die Einführung schließt mit einem Überblick über die Hauptprobleme der neueren Diskussion, der vor allem die Grenzen der Forschung deutlich macht.

Der zweite Hauptteil widmet sich ausführlich den Quellen. Hierin beweist Markschies noch einmal die Qualität seiner Herangehensweise, die ich von einem modernen Historiker erwarte, der seine Darstellung konsequent aus dem reflektierten Umgang mit den Quellen heraus erarbeitet.

Die inhaltliche Darstellung erfolgt in den Hauptteilen III (früher Formen der Gnosis in der Antike), IV (große Systementwürfe der antiken Gnosis wie die des Marcion oder Valentin) und V (Manichäismus als Gipfel- und Endpunkt der Entwicklung). Ein Teil VI erörtert die strittige Frage nach gnostischen Gemeinden in der Antike, mit interessanten sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Fragestellungen.

Ein knappes Resümee (VII) beendet das Buch, die Erkenntnisse zusammenfassend und bewertend: das zweite Jahrhundert als Laboratorium für Experimente, wie man zu einer auf dem weltanschaulichen Markt der Antike konkurrenzfähigen christlichen Theologie kommen könne, wobei die Gnosis gescheitert sei.
Und kurz greift Marschies zu gegenwärtigen Fragen in Philosophie (Peter Koslowski) und Psychologie (C.G. Jung) aus.
Bedenkenswert der Schlusssatz: "Vielleicht liegt die ungebrochene Faszination ja nicht zuletzt daran, dass die großen Fragen, auf die diese Systeme auf eine sehr spezifische Weise zu antworten versuchten, trotz aller gegenteiligen Behauptungen die Menschen immer noch so bedrängen wie vor vielen hundert Jahren. Wenn dem so wäre, müsste die These einer zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft in der Neuzeit einmal sehr gründlich überprüft werden."

Im Anhang finden sich neben Abkürzungsverzeichnissen vor allem sehr ausführliche, kurz erläuterte Literaturhinweise und eine nützliche Zeittafel. Leider kein Register und kein Glossar.

Das ausgesprochen gut lesbare Buch setzt wirklich Maßstäbe in der Darstellung dessen, was aktuell über die Gnosis gesagt werden kann.
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47 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gnosis im "Zeitraffer" 14. November 2005
Von Jaun Hans-peter TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der modernen Esoterik ist das wachsende Interesse an der Gnosis zu verdanken. In dieser Publikation liegt seit längerer Zeit wieder eine deutschsprachige Gesamtdarstellung der Gnosis vor. Der Autor, Dozent für Historische Theologie, verschafft seinen Lesern eine Übersicht über die Terminologie der Gnosis, die Quellen sowie über die historische Entwicklung dieser philosophi-religiösen Strömung.
Verdienstvoll ist der Brückenschlag von der Antike bis in unsere Zeit, um die ungebrochene "Modernität" dieser philosophisch-religiösen Richtung angemessen verständlich zu machen. Für weiterführende Studien liefert das Literaturverzeichnis kompetente Hinweise.
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