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Nach einundvierzig Jahren erwartet der zurückgezogen lebende General den Besuch seines Jugendfreundes Konrád. Henrik und Konrád waren, trotz ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft, in der Schule und beim Militär unzertrennlich. Auch später, als Henrik die schöne Krisztina zur Frau nimmt, scheint ihre Freundschaft harmonisch. Bis zu dem Tag, als die beiden Männer zur Jagd gehen und Henrik spürt, wie sein Freund auf ihn anlegt und zielt. Mit diesem Ereignis ändert sich das Leben der drei.
Wußte Krisztina von dem geplanten Anschlag? Hatte sie vielleicht sogar ein heimliches Verhältnis mit Konrád? Sie spricht bis zu ihrem Tod kein Wort mehr mit Henrik. Jetzt, nach einundvierzig Jahren, hat er immer noch Fragen, auf deren Beantwortung er geduldig wartet.
Mit messerscharfen Beobachtungen und wunderbar klugen Sätzen, die man sich alle anstreichen möchte, analysiert Márai menschliche Leidenschaft in seinem Kammerspiel des untergehenden k.u.k.-Reiches.
Auch in Márais persönlichem Leben gibt es die tragischen einundvierzig Jahre des Wartens. Er hatte 1948 Ungarn verlassen und setzte -- wie der ebenfalls ins Exil gegangene Stefan Zweig (gest. 1942), an den sein Stil erinnert --, seinem Leben 1989 in San Diego ein Ende. Zu früh, so kurz vor der politischen Wende des Ostblocks. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Neben einer vollständigen Lesung mit Christian Brückner, die es leider nie auf CD gab, kann man dieses herrliche Stück Literatur aus der untergegangenen K und K Monarchie auch in einer Hörspielfassung von Sebastian Goy genießen. Bemerkenswert sind dabei vor allem die beiden Hauptdarsteller, die beiden Großschauspieler Thomas Holtzmann und Rolf Boysen -- schon allein wegen ihnen, sollte man sich dieses Hörbuch nicht entgehen lassen. Oft schon haben sie auf der Bühne gemeinsam brilliert, etwa in Thomas Bernhards Brüder-Drama Der Schein trügt. Und nicht anders ist es in Marais intimen Kammerspiel der überdauerten Gefühle. --Christian Stahl
Spieldauer: ca. 84 Minuten, 2 CDs, Hörspielfassung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die alten Männer und die Vergangenheit,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Glut: Roman (Taschenbuch)
Ein Abend in den 40er Jahren in einem ungarischen Schloss. Der Besitzer Henrik, ein alternder General, erwartet seinen Jugendfreund Konrad, der ihn vor 41 Jahren nach einem Ereignis verliess, das bis heute ungeklärt ist. Der General fühlt, dass weder er noch Konrad in Ruhe sterben können, ehe nicht alles bereinigt ist, und ehe er nicht erfahren hat, was seine vor einigen Jahren verstorbene Frau Kryztina mit der Sache zu tun hat.Zwischen den wenigen Einführungskapiteln und einem kleinen Schlußteil entspannt sich das Gespräch zwischen den ehemaligen Freunden, wobei aus dem Dialog ein Monolog wird. Der General nimmt die Vergangenheit zum Anlass, um über sein persönliches Leben zu reden und über das Leben im allgemeinen zu philosophieren. Seine wichtigsten Themen dabei sind Freundschaft, Treue, Freiheit, Toleranz, bleibend wichtige und existenzielle Themen nicht nur in Bezug auf die Entstehungszeit des Buches. Es ist vor allem eine Szene, die im Gedächtnis haftet. Neugierde und Voyeurismus des Lesers werden zwar enttäuscht, aber im Nachhinein bleibt Hochachtung vor einem Menschen, der das Geheimnis eines anderen als dessen Eigentum würdigt: Freiheit und Vertrauen gründen nicht auf grenzenloser gegenseitiger Offenheit, sondern in der Größe des Menschen, der sie gibt. Ein zeitloses Buch, nicht einfach und kurzweilig zu lesen, aber eines, das lange nachhallt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dankbarkeit in der Liebe ist zuwenig,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Glut: Roman (Taschenbuch)
Marais Thema ist die einmalige, die große Liebe und alles, was damit zusammen hängt. In „Die Nacht vor der Scheidung" geht es um eine Frau, die eben den Richtigen nicht geheiratet hat und deswegen an der Seite des Falschen frigide wird. In „Wandlungen einer Ehe" dreht sich die Geschichte um einen Ehemann, der seine Frau verlässt, um seine große Liebe zu heiraten, die ihn aber betrügt, bestiehlt und belügt. Man sieht, die große Liebe hat ihre Tücken - vor allem wenn sie einseitig ist. Das ist auch der Plot des wohl derzeit berühmtesten Buches von Sandor Marai „Die Glut". Christine, eine Frau aus einfachen Verhältnissen, wird von Hendrik, einem adeligen und wohlhabenden Offizier der k.u.k. Armee, geheiratet, eine Liebesheirat wie es schient, aber die Frau „war nicht verliebt sie war nur dankbar". Aber auf Dauer reicht Dankbarkeit für eine Ehe nicht aus - eines Tages kommt es zu einer Liaison zwischen der Ehefrau Christine und Konrad, dem besten Freund des Adeligen, in deren Verlauf die beiden offenbar ein gemeinsames Leben und die Ermordung Hendriks planen, ein Vorhaben, dass Konrad, der „Feigling" aber in der entscheidenden Sekunde einer Jagd nicht übers Herz bringt, woraufhin er vor allen Verschlingungen auf Nimmerwiedersehen einfach verschwindet. Unmittelbar nach Konrads Abreise entdeckt der bis dahin vollkommen ahnungslose und gutgläubige Hendrik die Beziehung seiner Frau mit seinem besten Freund. Ohne dass die Eheleute auch nur noch ein Wort miteinander sprechen, vergehen acht Jahre, ehe Christina an Blutarmut stirbt. Soweit die Geschichte, die vor 41 Jahren geschehen ist. Nach 41 Jahren aber meldet sich plötzlich wieder Konrad bei Hendrik, die beiden 75jährigen treffen sich noch einmal bei Tisch, der dritte Stuhl bleibt leer und sprechen über die Vergangenheit Wie die geplante Ermordung Hendriks dabei für den Leser Stück für Stück auftaucht, ist geradezu meisterlich komponiert. Wie viele Themen der Autor gleichsam nebenbei in einer unnachahmlichen Sprache behandelt, ist erstaunlich: Freundschaft, Ehe Liebe Treue, Dankbarkeit, die moderne Welt, der Untergang der Vergangenheit und der Tradition - alles blitzt auf, bildet gleichsam als Bühnenbild für das Gespräch der beiden Freunde, die sich am Ende ihres Lebens noch einmal treffen und die „Glut", den lange verborgenen Hass Konrads gegen den so wohlhabenden Henrik, wiederbeleben. Auch wenn es sich bei dem ganzen Buch vorwiegend um einen Monolog handelt und sich die Handlung fast ausschließlich in der Einzählung des Generals entwickelt, ist es meisterhaftes Werk, bestechend durch seine Sprache, seine Einsichten und spannend bis zum Schluss.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Glut verbrennt alles,
Rezension bezieht sich auf: Die Glut: Roman (Taschenbuch)
In wunderbarer Sprache bringt uns Marai dem Sinn des Lebens näher. Es ist nicht die Freundschaft, es ist nicht die Treue. Der einzig wahre Sinn des Lebens steckt in der Leidenschaft. Sie hält Menschen am Leben, die sonst nichts mehr haben. Sie lässt Menschen töten und sterben. Ein Verdacht bleibt jedoch: vielleicht kann die Liebe die Leidenschaft überdauern. Denn "was sind die Arten der Liebe wert, die mit Treue rechnen"!Ein Buch voll kluger Gedanken über die Freundschaft, die Liebe, die Leidenschaft und den Hass! Gleichzeitig ein Sittenbild der Monarchie. Ein wunderbarer, stimmiger Monolog eines weise gewordenen alten Mannes. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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