Das Buch erzählt die Geschichte der Abberufung von Monika Ebeling, die Gleichstellungsbeauftragte in Goslar war. Bekannt wurde die Sache durch diverse Zeitungsberichte, u.a. im Focus. Auch war Fr. Ebeling kürzlich beim Nachttalk auf SWR 3 zu sehen und hat sich zu dem Vorgang geäußert'..das alles macht schon sehr neugierig.
Im Buch nun schildert sie die Hintergründe der Abberufung. Vorweg eine ' kleine ' Kritik: die, nachvollziehbare, persönliche Betroffenheit ist fast auf jeder Seite zu spüren, die Autorin will 'ihre Geschichte' erzählen, sich und ihre Verhalten im Nachhinein auch bis zu einem gewissen Grad rechtfertigen. Das führt dazu, dass sie sich an mancher Stelle leider wiederholt, vielleicht um den ein oder anderen Punkt besonders zu betonen.
I.ü. aber kann man sich 'Vengiane' und 'Falk Müller' und ihrer Kritik nur anschließen. Die Umstände des Rauswurfs zeigen ein erschreckendes Bild, wie, zumindest im vorliegenden Fall, mit Andersdenkenden im Kreis 'frauenpolitisch aktiver Frauen' umgegangen wird und was dort unter Meinungsfreiheit verstanden wird. Fr. Ebeling hat es gewagt, Gleichberechtigung ernst zu nehmen, diese nicht auf eine blosse Frauenförderung zu reduzieren und zu hinterfragen, weshalb gewisse Förderleistungen etwa nur Frauen zustehen - Männern, ' obwohl in der gleichen Situation - ' aber nicht. Fr. Ebeling hat es gewagt zu sagen, dass auch Männer benachteiligt werden, dass auch sie Opfer von Diskriminierung, z.B. Frauenquoten, und Gewalt sein können. Sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns und Denkens und fragt: wer braucht welche Hilfe, uanbhängig vom Geschlecht. Genau dieser, natürlich richtige und humane, Ansatz, stößt aber bei jenen auf Ablehnung, die Fakten ignorieren, ihre Pfründe sicher wollen und Themenkomplexe wie Gewalt oder Diskriminierung ausschließlich durch die feministisch-ideologische Brille sehen.
Fr. Ebeling stellt die richtigen Fragen: warum ist Mitleid ' oft ' nur auf Frauen beschränkt? Warum meinen viele ' natürlich nicht alle ' Frauen, ein Exklusivrecht auf den Opferstatus zu haben? Warum wird bei der Wortwahl krampfhaft das weibliche ''IN' angehängt'.,es sei denn es geht um Täter/TäterInnen? Warum fließt eine immense Summe an Steuergeldern in die Frauenförderung während gleichzeitig die Männerrechtsbewegung totgeschwiegen, geschweige denn spürbar gefördert wird? Warum sind 100% aller Gleichstellungsbeauftragten weiblich, gleichzeitig aber wird bemängelt, dass Frauen in Vorständen unterrepräsentiert sind? Warum diskutieren wir permanent über Frauenquoten, lassen aber alle Aspekte in denen Männer im Arbeitsleben benachteiligt sind (Anzahl tödlicher Unfälle, Verlust familiärer Bindung etc.) komplett außen vor? Warum wird von modernen und emanzipierten Vätern (zu Recht!) gefordert, sich mehr für ihre Kinder einzubringen, sie aber gleichzeitig im Fall der Scheidung benachteiligt, wenn die Mutter dann plötzlich doch wieder ganz gerne für die alten Rollenverteilung ('das Kind gehört zur Mutter') plädiert? Was ist von Stelleanzeigen zu halten, nach denen 'Frauen bevorzugt' eingestellt werden? Wer solche berechtigten Fragen stellt oder einfach mal 'switched', also Situationen anders herum darstellt (warum fordert niemand Männerquoten in Kitas etc.?), macht sich nicht beliebt. Viele dieser Widersprüchlichkeiten und die völlige Einseitigkeit der Darstellung und Berichterstattung zeigt Fr. Ebeling auf. Sie betrachtet z.B. die Abtreibungsproblematik mal aus Sicht des Vaters (was ist, wenn er das Kind will, sie aber nicht'..) und zeigt schonungslos auf, wie ernst es A. Schwarzer mit der Wahrheit nimmt ('ich habe abgetrieben''.....was sie tatsächlich nie hat). Gleichzeitig zeigt das Buch auf, wie die Netzwerke solcher 'frauenpolitisch aktiven Frauen' funktionieren und mit welchen Methoden unliebsame Kritiker mundtot gemacht bzw. auch beruflich ruiniert werden. Das ist einerseits entlarvend, andererseits aber auch erschreckend, weil hier natürlich eine unheimliche Macht, eine politische Routine und Systematik unverkennbar ist.
Trotz der Kampagnen gegen Sie findet die Autorin am Ende einen versöhnlichen Ansatz und fordert das Ende des Geschlechterkampfes. Menschen in Not ist zu helfen, egal ob Mann oder Frau. Fr. Ebeling bewies mit ihrem Verhalten - ihrem Mut, endlich mal den Mund aufzumachen, auch das Buch zu schreiben, in die Öffentlichkeit zu gehen - eine unheimliche Zivilcourage, in dem sie sich unter Inkaufnahme erheblicher persönlicher Risiken diesem feministischen Bollwerk entgegenstellte. Davon erzählt das Buch, dafür gebührt ihr grosser Respekt!