Die rasant erzählte Geschichte spielt in Trient im Oktober 1551: Die Welt ist im Umbruch, in wenigen Tagen soll das große Konzil stattfinden und damit die Entscheidung gefällt werden, ob Lutheraner und Katholiken sich wieder zu einer Kirche vereinigen.
Doch noch bevor das Konzil beginnt, wird ein Kardinal ermordet aufgefunden. Der junge Jesuit Sandro Carissmi, der als Assisstent von dem Redner de Soto in die Stadt gekommen ist, wird durch dessen Betreiben mit der Aufklärung des Falls betraut. Dabei begegnet er den unterschiedlichsten Menschen: Den Redner der Lutheraner Matthias Hagen, mit dem ihm seit Jahren eine tiefe Feindschaft verbindet, die Konkubine Charlotta, die insgeheim den Sohn des Papstes umbringen will und die begabte Glasmalerin Antonia, die sich in Sandro verliebt.
Als Sandro im Zuge seiner Ermittlungen zunächst den unschuldigen Redner der Lutheraner Matthias Hagen verdächtigt und festnehmen lässt, ist der Skandal perfekt: Ihm bleibt wenig Zeit den tatsächlichen Mörder zu finden, bevor er vor dem Papst in Ungnade fällt. Während er zögert, die verdächtige Konkubine Charlotta peinlich zu befragen, sägen andere bereits an seinen Stuhl und auch sonst scheinen die Intrigen während des Konzils Oberhand zu nehmen. Da geschieht der zweite Mord und Sandro muss sich beeilen, denn auch de Soto wird mit der Aufklärung beauftragt und Sandro muß feststellen, dass de Soto bereits mehr als nur einen unschuldigen Menschen für seine Machenschaften zu opfern.
Die Glasmalerin von Eric Walz ist ein packender, spannender und vielschichtiger Roman voller Emotionen. Am Anfang empfand ich den Roman etwas zäh, was wohl daran lag, dass so viele Charaktere in die Geschichte eingeführt werden mussten. Wenn man diese "Hürde" jedoch erst einmal genommen hat, bietet Herr Walz einem alles, was man von einem guten Roman erwarten kann: Starke Emotionen, wie Hass, Liebe, Scham, Machtkämpfe und Intrigen und eine spannende und vor allem vielschichtige Handlung.
Herrn Walz ist es gelungen ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten miteinander in Verbindung zu setzen und den Leser immer wieder zu erstaunen, wenn er Stück für Stück die Geheimnisse dieser Menschen und deren Beziehungen untereinander preisgibt. Fünf Sterne für den gelungenen historischen Krimi "Die Glasmalerin"!