Wäre nicht das letzte Drittel des Buches doch recht sachlich gehalten, würde ich vermuten, Mary sei verbittert und frustriert, denn so sehr er wirklich gute Befunde zusammenträgt, so sehr bedient er sich einer polemischen und teils sehr zynischen Ausdrucksweise; dies entwertet die gute Grundidee. Viele Autoren bedienen sich zur Untermauerung ihrer Ansichten diverser Studien und wir wissen, dass es zu den meisten wissenschaftlichen Untersuchungen auch Gegenstudien gibt, die genau das Gegenteil beweisen oder dass die Studien zumindest nicht in gleicher Anordnung und Ergebnis wiederholbar sind. In diesem Lichte sollten auch die von M. Mary genannten Gegenbeweise zur Machbarkeit gesehen werden. Es ist wichtig und wertvoll, darauf hinzuweisen, dass der Glaube, jeder sei für sein Unglück höchstpersönlich verantwortlich und könne es mit der "richtigen Einstellung" zum Guten wenden, gefährlich ist. M Mary bringt es auch auf den Punkt, was Entwicklungen begünstigt.
Der prozessorientierte Ansatz, die Rahmenbedingungen usw. Ich finde, dass Carnegie, Strunz & Co nicht ausschließlich vereinfachen und so tun, als sei alles so leicht. Da ist manches Zitat wohl aus dem Zusammenhang gerissen. Viele Beiträge der Machbarkeitsliteratur sind auch vielen Menschen sehr hilfreich. Der Leser ist jedoch gefordert, all die "Rezepte" auf seinen persönlichen Geschmack auszurichten und nur das zu nehmen, was ihm hilfreich ist. Für mich bleibt als Hauptmotivation für die Machbarkeits-Autoren letztlich ein erhebliches Gewinnstreben. Doch das scheint mir genauso auf Mary anwendbar zu sein - nur eben mit umgekehrten Vorzeichen. Die Verantwortung kann dem Leser nicht abgenommen werden. Der Autor präsentiert die seinem Wissen und seiner Erfahrung (oder seiner Marketingeinschätzung?) entsprechende Sichtweise und verspricht vielleicht manches, was nur für wenige umsetzbar ist. Sollte man jedoch die Hälfte aller Bücher verbieten - nur weil sie Zweifelhaftes beinhalten? Die Sachinhalte des Buches sind durchwegs gut - doch sei es mit der gleichen Vorsicht genossen, wie jene, über die Mary "herzieht".