Paul Deliege(1931-2005)war ein belgischer Zeichner,der vorrangig für das Magazin "Spirou" im Laufe seines Lebens etliche Comicserien schuf. Seine bekannteste Figur ist wohl der Gefängnisinsasse Bobo,aber seine für mich interessanteste Schöpfung sind für mich die "Gifticks"(im Original "Les Krostons"). Zu diesem Zwecke tat er sich 1968 mit dem Zeichner Arthur Piroton(1931-1996)zusammen,der ansonsten vor allem durch seine Arbeit an der Westernserie "Jess Long" bekannt wurde. Unter dem gemeinsamen Pseudonym Max Ariane schufen sie die erste Geschichte der Gifticks. Diese,mehr oder weniger als ein Gegenentwurf zu den sehr erfolgreichen Schlümpfen entworfen,kommen aus dem Mittelalter und planen,Weltherrschaft zu erlangen. Störend dabei wirkt sich allerdings ihre geringe Größe aus,die sie immer wieder daran hindert,ihrem Ziel näher zu kommen. Die Ursprungsgeschichte der Gifticks ist besonders bemerkenswert. Sie ist ziemlich spannend und von Piroton recht realistisch gezeichnet,nur die Gifticks selbst tauchen im Funny-Stil von Deliege auf. Leider stieg Piroton bereits nach der ersten Geschicht aus,und Deliege führte die Serie alleine fort. Dummerweise war er nur ein guter Funny-Zeichner,so dass die ambivalent gehaltenen Zeichnungen der Origin-Story nicht beibehalten werden konnten und ein leichter Bruch in den ersten,zusammenhängenden Geschichten sichtbar ist.
Band 1 der äußerst gelungenen Gesamtausgabe von Piredda bietet auf den 112 Seiten des vollfarbigen HC-Bandes sechs Kurzgeschichten der Gnome,die von 1968-1971 entstanden. Papier und Bindung sind gut und passen zu dem Material. Der Wunsch anderer Rezensenten nach mattem Papier ist meiner Meinung nach nichts anderes als ein Spleen und sagt nichts über die Qualität des Inhalts aus. Der ist verlegerisch gelungen. Ein kleiner Artikel über die Macher wäre noch schön gewesen,da hier nur ein paar Zeilen darüber vorliegen,aber das ist nur ein kleines Manko. Zielgruppe der Gesamtausgabe in drei Bänden sind wohl frühere Fix und Foxi-Leser(denn da wurden die Stories 1976 teilweise veröffentlicht),für die die Reihe schierer Kult sein dürfte. Laut Herausgeber sind die Verkaufszahlen des Liebhaberprojektes tatsächlich zufriedenstellend,was beweist,dass man mit dem richtigen Riecher und einem guten Konzept tatsächlich auch in Deutschland Comics verlegen kann.