Die GewürzhändlerinWir schreiben das Jahr 1351. Es ist Winter.
Johann von Manten und seine Frau Elisabeth leben im Winter in ihrer Stadtwohnung in Koblenz. Luzia, die hübsche Tochter eines Bauern und ihr jüngerer Bruder Anton leben bei ihnen, Luzia als Leibmagd der Gräfin Elisabeth und Anton als Knecht. Es gibt nur noch diese beiden Geschwister, nachdem die übrige Familie an der Pest gestorben ist.
Doch Luzia ist mehr als eine Magd, sie ist Elisabeths Freundin und diese bringt ihr Lesen, Schreiben und Rechnen bei, was zu der damaligen Zeit nur dem Adel und den Höhergestellten zustand. Und beide haben ein Geheimnis. Es geht dabei um das Kruzifix-Relique, das Luzia um den Hals trägt. Es hat die besondere Eigenschaft zu vibrieren, wenn Gefahr droht. Das Kruzifix besteht aus zwei Teilen, die Luzia besitzt. Aber es muß noch irgendwo ein drittes Teil dazu geben, eine Kette zu dem Kreuz.
Als Luzia auf dem Markt dem Gewürzhändler Martin Wied begegnet, ist dieser erstaunt über ihre Lese- und Rechenkünste, denn er weiß, daß Luzia aus einem niederen Stand stammt. Nachdem er dann durch Zufall auch noch ihr Verkaufstalent entdeckt hat, macht er sie zu seiner Gehilfin. Sie ist natürlich begeistert von dieser Tätigkeit und entwickelt sich in kurzer Zeit zur Gewürzhändlerin. Sie lernt schnell, die vielen verschiedenen Gewürze zu unterscheiden, kann sich schnell die jeweiligen Preise merken und wird somit von Martin Wied als seine Vertreterin anerkannt.
Aber die Konkurrenz ist gar nicht einverstanden mit Luzias Tätigkeiten und legt ihr und Martin viele Steine in den Weg. Und als das Kreuz sie wieder einmal warnt, erfährt sie, daß Martin im "Turm" sitzt und wegen Mordes angeklagt ist. Sie jedoch glaubt an seine Unschuld und setzt alles daran, diese zu beweisen.
Denn mittlerweile hat sie erkannt, daß Martin sie liebt, und sie ihn, obwohl eine Heirat aussichtslos erscheint, da sie ja nicht standesgemäss ist.
Durch den Schreibstil der Autorin werden alle Figuren des Romans lebendig. Die Dialoge zwischen den Protagonisten Luzia und Martin sind einfach köstlich!Aber auch die Randfiguren sind wunderbar beschrieben. So kann man sich zum Beispiel gut in die Mutter von Martin hineinversetzen, als diese merkt, daß ihr Sohn sich in eine Bauerntochter verliebt hat, denn das Standesdenken wird so dargestellt, wie es tatsächlich zu der Zeit üblich war. Liebesheiraten gab es so gut wie gar nicht, Ehen wurden meistens von den Eltern beschlossen und hierbei ging es hauptsächlich um Geld und Titel.
Mir hat der Roman ausserordentlich gut gefallen und ich habe ihn in kürzester Zeit gelesen. Er beinhaltet alles, was man in einem historischem Roman lesen möchte: Liebe, Intrigen, Korruption und Kriminalität, aber auch ein wenig Mystik. Die "Eifelgräfin" habe ich nicht gelesen, habe aber nichts vermisst, denn dies ist ein in sich abgeschlossener Roman.
Sehr gut gefallen hat mir auch der Stadtplan und das Personenverzeichnis im hinteren Teil des Buches.