Es ist eine Phantasie-Walze die der Autor über seine Leser rollen lässt. Ein Feuerwerk von durchaus orginellen Einfällen. Mir persönlich allerdings ist es ein wenig zuviel, was da an geballter Phantasie in diese Geschichte gepackt wurde. Vielleicht wäre etwas weniger im Ergebnis mehr gewesen. Der Autor will eine Menge, schafft auch eine Menge - gar keine Frage - ist aber immer an der Grenze sich zu übernehmen. Das eine oder andere Mal hätte er die Schleusen seines Phantasieausstosses vielleicht nicht so weit öffnen sollen. Trotzdem hat er eine lesenswerte Geschichte geschrieben, die sicher bei den Fantasy-Freaks gut ankommen wird. Der Mann hat einfach bemerkenswerte Ideen. Ich hatte den Eindruck, dass er sich mit seiner Geschichte nicht unbedingt in ausgetretenen Pfaden bewegte, dass er nach neuen Wege suchte und da auch einige gefunden hat. Da ich in diesem Genre nicht so sehr zu Hause bin, kann ich nur meinen ganz persönlichen Eindruck wiedergeben, Vergleichsmöglichkeiten habe ich nur in sehr begrenztem Maße zur Verfügung. Als sehr angenehm empfand ich, dass der Autor versuchte sich von den gängigen Fantasy-Klischees zu lösen, dass ist ihm zwar nicht immer gelungen, aber in der Summe hat er es ganz ordentlich geschafft, die allzu bekannten Fantasy-Klischees nicht noch weiter zu strapazieren. Das allein ist schon anerkennenswert.
Stefan M. Fischer kann ohne Frage schreiben, sein Stil ist angenehm zu lesen, er schreibt klar und punktgenau, irgendwelche blumigen Satzverdrehungen sucht man bei ihm vergeblich. Er redet bzw. schreibt nicht um den heißen Brei herum. Blutiges Gemetzel wird also solches beschrieben und - glücklicherweise - nicht nervend verklausuliert.
Unabhängig davon aber denke ich, dass der Autor noch mehr kann. Wenn er seine "Zügellosigkeit" in puncto "überbordender Phantasieausstoss" noch ein wenig besser in den Griff bekommt, dann wird man ihm als Leser ggf. noch besser folgen können. Ich muss zugeben, dass mich die Namensvielfalt und die Gestaltenvielfalt in dieser Geschichte gezwungen hat, immer mal wieder zurückzublättern - und auch das Fehlen der notwenigen Erkärungen bei Wechsel des Szenarios hat mir das Lesen ncht immer so ganz einfach gemacht. Mag sein, dass es da herrührt, weil ich in diesem Fantasy-Genre halt nicht sehr bewandert bin.
Ein grundsolides Buch, welches sich - mit den genannten Einschränkungen - gut lesen lässt, dass aber auch zeigt, dass der Autor meines Erachtens noch eine Menge Luft nach oben hat.
Für mich absolute keine Enttäuschung - aber eben auch nicht das Lesehighlight des Jahres.