Feuchtwanger gelingt es in seinem Roman, anhand des Schicksals einer Familie ein psychologisch genaues, zeitgeschichtlich exaktes, zudem außerordentlich spannendes Buch über Deutschland in den Jahren 1932/33 zu schreiben. Die zunehmende Ausgrenzung jüdischer Mitbürger, der schleichende und dann immer offensichtlichere Verrat menschlicher Beziehungen und schließlich der konsequente Weg in die Vernichtung wird von Feuchtwanger anhand vieler einzelner Personden differenziert und komplex geschildert. Dabei gelingen ihm immer wieder Szenen, die im Leser noch lange nachhallen, und Figuren, die mit solcher Tiefenschärfe gezeichnet sind, dass sie einem wie Bekannte vorkommen. Und schließlich: gerade in unserer Zeit, in der die ÖVP solchen Zulauf hat und zudem von Stoiber als koalitionsfähig aufgewertet wird, ist es sicherlich gut, nachlesen zu können, wie Feuchtwanger in der damaligen Zeit schon früh die Zeichen an der Wand erkannte und in ihrer konsequenten Umsetzung beschrieb.