Diese Verteidungsrede hielt Fidel Castro 1953, als ihn der Diktator Batista nach einem gescheiterten ersten Revolutionsversuch vor Gericht stellen ließ. Etliche Mitrevolutionäre wurden gefoltert oder ermordet.
Die Rede ist ein historisches Dokument, das durchaus in einer Reihe steht mit der Verteidigung Georgi Dimitroffs im Reichstagsbrand-Prozess oder der Verteidigung Nelsons Mandela im Rivonia-Prozess. All diese Reden argumentieren sowohl politisch als auch juristisch und haben viel bewirkt.
Bei dieser Rede setzt sich Castro u.a. mit dem Argument Batistas auseinander, der Diktator hätte selbst eine Revolution angeführt; ähnlich wie Batista argumentierte auch Hitler. Wenn Castro eine Revolution wollte, und Batista ihm einfach zuvorgekommen wäre, dann wäre Batistas Herrschaft legal, so die Logik. Von daher ist Castro gezwungen, sich mit der Frage nach der Legitimität einer Revolution auseinanderzusetzen. Fidel Castros Antwort besteht darin, den Unterschied zwischen einem Militärputsch und einer Revolution der Massen aufzuzeigen. Da Castro bereits vor Gericht steht und dort ohnehin keine Milde zu erwarten hat, braucht er politisch keine Rücksichten nehmen und kann offen schreiben, was er meint. Er muss mit dem Todesurteil rechnen, so dass diese Rede dass einzige wäre, was von ihm bleibt. Er schreibt also um sein Leben. Diese Umstände machen das Dokument lesenswert für jeden, der sich für die kubanische Revolution interessiert.
"Unvorstellbar ist, dass hier Kinder leben, die medizinisch nicht betreut werden, oder dass 30% unserer Bauern ihren Namen nicht schreiben können und 99% von ihnen die Geschichte Kubas nicht kennen" (Buch, Seite 51). In diesem Sinne war die kubanische Revolution zweifellos ein Erfolg. Aber "Die Märkte müssten voller Waren sein, und die Vorratskammern in den Häusern müssten gefüllt sein" (auch S. 51). Hier gibt es noch was zu tun.
Das Nachwort von Volker Skierka gibt aus heutiger Sicht eine historische Einordnung und ist eine nützliche Ergänzung.
So aufschlussreich die Rede auch ist, sie stammt von 1953 und berücksichtigt daher natürlich nicht die Entwicklungen der Jahrzehnte danach. Wer Fidel Castro im Originalton lesen will, dem sei deshalb
Fidel Castro. Mein Leben empfohlen.