Dieses Buch ist wichtig. Es versucht uns nahezubringen, was sich im Gefängnis von Abu Ghraib abgespielt hat, wie es zu den unsäglichen Taten und unsäglichen Fotos kommen konnte, die sich in unser kollektives Gedächtnis eingeprägt haben.
Andererseits hat es kleine Schönheitsfehler. Es lässt die MPs, also die Folterer oder zumindest Folterhelfer aus Abu Ghraib zu Wort kommen, aber nicht die Opfer. Und es ist an manchen Stellen allzu leichtgläubig.
Noch schlimmer allerdings ist es, dass die Übersetung holpert und vor allem kein richtiges Lektorat erfahren zu haben scheint. Der Hanser Verlag zählt sich ja gern zu den Lordsiegelbewahrern der Literatur. Dass davon hier keine Rede sein kann, merkt man schon nach wenigen Seiten. Das Buch hätte wesentlich mehr Sorgfalt verdient.