Der kleine Ort Taizé ist ein einzigartiger Quellgrund christlichen Glaubens. Hier hat sich eine Gemeinschaft gebildet, deren Ziel die Versöhnung der großen und kleinen Kirchen ist. Gründer Frère Roger sagte, wir sind eine Gemeinschaft, die von einer verrückten Hoffnung lebt, von der Hoffnung auf die Aussöhnung der Christen". Mit einfachsten Mitteln übt diese Gemeinschaft die Versöhnung zwischen den kirchlichen Strömungen ein. In welche Turbulenzen sie bei ihren weltweiten Bemühungen gerät, welche Widerstände überwunden werden und von wo sie Zuspruch erfahren, berichten der Journalist Jean-Claude Escaffit und der Diakon Moïz Rasiwala offenherzig und eindringlich.
Die Entdeckungsreise beginnt mit Einflüssen aus der Kindheit von Frère Roger. Während seiner theologischen Abschlussarbeit beschäftigte er sich in Genf mit dem Thema Das Ideal des monastischen Lebens bis Benedikt und die Übereinstimmung mit dem Evangelium". Erste Schritte zur Gründung einer Gemeinschaft münden in die Regel von Taizé". Als Teilnehmer des zweiten Vatikanums knüpfen Frère Roger und Frère Max ein weitmaschiges Netzwerk bedeutsamer Kontakte. Der Durchbruch zum zeichenhaften Ort der Versöhnung gelingt mit den ersten Jugendtreffen in Taizé. Von hier strömt die ökumenische Bewegung beginnend in Europa schon bald in die Welt hinaus. Mit dem Fall der Mauer ergreift eine Welle der Begeisterung den Osten Europas. Hellhörig für die Belange Jugendlicher wird Taizé zu einem Ort der Besinnung auf das Verbindende. Zu den Sinnsuchenden gehören nicht nur Gläubige, sondern auch Menschen wie François Mitterrand, die einfach nur auf der Suche nach Gottesgegenwart verweilen möchten.
Wertschätzung:
Das Buch verschafft mit journalistischem Feingespür und der Weitsicht des gelernten Astrophysikers Rasiwala Einblicke in die Flusslinien einer Quelle zur Versöhnung". Neben den Sonnenseiten des Flusslaufes finden wegweisende Schattenseiten Beachtung, wenn beispielsweise einer der Brüder das Flussbett wechselt oder Frére Roger des Übertritts verdächtigt wird. Frère Roger und seine Gemeinschaft haben ein tragfähiges Netz geknüpft, das nicht dem Menschenfang dient, sondern der Versöhnung zwischen Gruppierungen, die in ihren gewohnten Bahnen gefangenen sind. Mir tut es einfach gut in Taizé aufzutanken für eine gemeinsame Reise zu den Wurzeln des Glaubens, auf die viele Menschen sehnsüchtig warten.