55 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bilder zwischen Kunstgeschichte und Philosophie, 4. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Schönheit (Gebundene Ausgabe)
In loser chronologischer Abfolge stellt Umberto Eco ein kunstgeschichtliches Kapitel nach das andere, beginnend mit dem griechischen Altertum. Dieser Aufbau ermöglicht freilich einen annähernd historischen Aufbau von der Antike zur Postmoderne, um mit Fragen zu Kunst, Schönheit und Medien am Übergang zum 21. Jahrhundert abzuschließen. Gleichzeitig birgt sich eine Gefahr darin: vieles, was zur Antike passt, z.B. pythagoreische Zahlensymbolik, könnte genauso gut in der Mitte des Buches stehen, wo es um die Renaissance geht.
Manchmal scheinen auch naturwissenschaftlich-technische Überlegungen die Grundlage für ein Kapitel zu sein (wenn es um neue Färbematerialien geht oder um neue Abbildungsperspektiven), zuweilen ist die kunstgeschichtliche Darstellung wiederum stärker philosophisch-theologisch geprägt (z.B. bei der "schönen" Darstellung des Hässlichen, wie bei H. Bosch). Diese Durchmischung unter der Klammer der historischen Abfolge ist vielleicht nicht ideal, entspricht aber eher dem gewohnten Denken in Epochen als ein rein thematischer Aufbau (Licht - Proportion - Personendarstellung - Umgang mit Natur usw.).
Die Texte sind in Verbindung mit reichhaltiger Illustration gut lesbar und in angenehmer Weise nicht wissenschaftlich, dennoch freilich fundiert und akademischer Qualität entsprechend.
Ecos Werk über die Schönheit spiegelt auch die Vorliebe des Autors für das Mittelalter wieder und steht in guter Tradition zu vielen seiner bisherigen Schriften, zu seinen semiotischen Studien und zu Überlegungen, die beispielsweise im Namen der Rose über das Portal zur Klosterkirche angestellt werden - ohne sich direkt auf diese Bücher zu beziehen, denn nur so bleibt das neue Buch zur Geschichte der Schönheit auch für sich verständlich und empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
33 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Schöne erfreut Augen, Herz und Verstand!, 25. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der Schönheit (Gebundene Ausgabe)
Umberto Ecos" Buch über die " Geschichte der Schönheit " ist ein trostspendender Begleiter durch düstere Spätherbsttage, nicht zuletzt, weil Schönheit, wie man seit dem Mittelalter weiß, auch etwas mit Farben und Helligkeit und damit einhergehender Leuchtkraft zu tun hat. Der Autor befasst sich mit dem Begriff " Schönheit" innnerhalb der bildendenden Künste, Malerei, Architektur, des Industriedesigns und vieler, vieler anderer Bereiche. Dabei lässt er kluge Geister der Antike, der Renaissance, der Aufklärung und anderer Epochen zu Wort kommen. Philosophen, Schriftsteller , Dichter und Troubadoure beschreiben und besingen, das Schöne. Doch keiner bringt es sosehr auf den Punkt wie Salomo ( 10.Jh. v. Chr.) in seinem "Hohelied"! Ganz wunderbar! Was meinten die Vorsokratiker zu diesem Thema und was der Philosoph Platon ? Zu welchen Denkergebnissen gelangten in der Folge die nüchternen Römer? Eco sagt es dem Leser. Das Buch ist reich bebildert und ein Fest für die Augen! So kann man die schöne " Lucrezia Panciatichi" und das vollendet schöne Anlitz Albrecht Dürers ( Selbstbildnis mit Pelzrock) bewundern, aber auch abstrakte Formen des Schönen bestaunen. Man wird mit dem " Goldenen Schnitt" wie auch dem harmonischen Quadrat vertraut gemacht und erhält eine Idee von der Schönheit der Zahlen. Auf Zahlen lässt sich mithin alles zurückführen und sie bilden die Grundvorraussetzung so genannter Sphärenmusik. Was ist schön? Kann man Schönheit überhaupt definieren oder ist sie am Ende subjektiv, wie David Hume konstatiert? All die Paläste, die wohlgestalteten Bauten, formvollendeten Skulpturen, auch das Industriedesign sind nicht zuletzt Ergebnisse des Strebens nach dem Schönen in irgendeiner Form. Während die Romantiker glaubten, dass aus dem Schönen das Wahre hervorgehe, stellte Hegel hochinteressante Reflexionen an zur schönen Seele und Kant meinte, dass schön das sei, was ohne Interesse gefällt! Alle schauten, bestaunten, rätselten und definierten. Das hat sich auch in der Mediengesellschaft nicht geändert. Im Grunde personifizieren der junge Marlon Brando und der nicht mehr ganz so junge George Clooney, wie auch die göttliche Greta Garbo gedankliche Schönheitmodelle. Sie sind sozusagen eine Antwort auf die immerwährende Frage: " Was ist schön ?"
Eine himmlische Lektüre, die man überhaupt nicht mehr aus der Hand legen möchte! Die Farben im Stundenbuch des Duc de Berry, auch der Glasfenster der Kathedrale von Chatres und der Bilder aus dem Codex Manesse, welch' Augenweide! Wenn schön das ist, was Auge, Herz und Verstand gleichzeitig erfreut, kann Ecos " Geschichte der Schönheit " wohl als wirklich gelungener Beitrag zu diesem Thema bezeichnet werden!
Ein ideales Weihnachtsgeschenk!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Schöne erfreut Augen , Herz und Verstand! ( 25.11.04), 5. Januar 2007
Umberto Ecos Buch über die " Geschichte der Schönheit" ist ein trostspendender Begleiter durch düstere Spätherbst- und Wintertage, nicht zuletzt, weil Schönheit, wie man seit dem Mittelalter weiß, auch etwas mit Farben und Helligkeit und damit einhergehender Leuchtkraft zu tun hat.
Der Autor befasst sich mit dem Begriff " Schönheit" innerhalb der bildenden Künste, der Malerei, der Architektur sowie des Industriedesigns und vieler , vieler anderer Bereiche. Dabei lässt er kluge Geister der Antike , der Renaissance, der Aufklärung und anderer Epochen zu Wort kommen.
Philosophen, Schriftsteller, Dichter und Troubadoure beschreiben und besingen das Schöne, doch keiner bringt es so sehr auf den Punkt wie Salomo( 10.Jh.v.Chr.) in seinem " Hohelied"! Ganz wunderbar!
Was meinten die Vorsokratiker zu diesem Thema und was der Philosoph Platon?
Zu welchen Denkergebnissen gelangten in der Folge die nüchternen Römer?
Eco sagt es den Lesern.
Das Buch ist reich bebildert und ein Fest für die Augen!
So kann man die schöne " Lucrezia Panciatichi" und das vollendet schöne Anlitz Albrecht Dürers( Selbstbildnis mit Pelzrock) bewundern, aber auch abstrakte Formen des Schönen bestaunen.
Man wird mit dem " Goldenen Schnitt" wie auch dem harmonischen Quadrat vertraut gemacht und erhält eine Idee von der Schönheit der Zahlen. Auf Zahlen lässt sich mithin alles zurückführen und sie bilden die Grundvoraussetzung so genannter Sphärenmusik.
Was ist schön?
Kann man Schönheit überhaupt definieren oder ist sie am Ende subjektiv, wie David Hume konstatiert?
All die Paläste, die wohlgestalteten Bauten, formvollendeten Skulpturen, auch das Industriedesign sind nicht zuletzt Ergebnisse des Strebens nach dem Schönen in irgendeiner Form.
Während die Romantiker glaubten, dass aus dem Schönen das Wahre hervorgehe, stellte Hegel hochinteressante Reflexionen zur schönen Seele an und Kant meinte , dass schön sei, was ohne Interesse gefällt!
Alle bestaunten , rätselten und definierten. Dies hat sich auch in der Mediengesellschaft nicht geändert.
Im Grunde personifizieren der junge Marlon Brando und der nicht mehr ganz so junge George Clooney, wie auch die göttliche Greta Garbo gedankliche Schönheitsmodelle. Sie sind sozusagen eine überzeugende Antwort auf die immerwährende Frage: Was ist schön?
Eine himmlische Lektüre, die man überhaupt nicht mehr aus der Hand legen möchte!
Die Farben im Stundenbuch des Duc de Berry, auch die Glasfenster der Kathedrale von Chatres und die Bilder aus dem Codex Manesse, welch eine Augenweide!
Wenn schön das ist, was Auge, Herz und Verstand gleichzeitig erfreut , kann Ecos " Geschichte der Schönheit" wohl als wirklich gelungener Beitrag zu diesem Thema bezeichnet werden.
Sehr empfehlenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein