Karin Priester hat eine leicht verständliche Zusammenfassung über die langobardische Geschichte geschrieben, welche den Zeitraum vom 5. Bis zum 8. Jahrhundert umfasst. Wo die historische Quellenlage dürftig ist, wirft die Autorin Fragen auf, welche sie mit einer möglichen Antwort verbindet. Dadurch entsteht ein grösserer Zusammenhang und die Geschichte der Langobarden wird fliessender. Das Buch ist gegliedert in einen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Teil.
Ähnlich den anderen germanischen Stämmen bilden die Langobarden nach der Teileroberung Italiens lediglich eine Minderheit in ihrem neuen Herrschaftsgebiet. Dabei gelingt es den Königen nicht eine starke Zentralmacht aufzubauen. Neben dem Herrscher bilden Herzogtümer eine Untergliederung, wobei die Herzöge teilweise wie unabhängige Fürsten regieren. Hier liegt die Basis für die späteren Lehnsherrschaften im Mittelalter, sowie die Zerstückelung Italiens in Kleinterritorien, wo ein Territorialstaat sich erst sehr spät entwickelt.
Neben den Langobarden können die Byzantiner gewisse Territorien behaupten, zudem bleibt ein Teil in päpstlichem Besitz. Diese 3 Mächte befinden sich so in dauernden Rivalitäten, sowohl auf politischer wie auch auf religiöser Ebene. Den langobardischen Niedergang besiegelten die Langobarden selbst. Indem sie Rom unterwerfen wollten, wurden die Franken vom Papst zu Hilfe gerufen. Diese konnten die Langobarden besiegen.
Wahrscheinlich das beste zur Zeit erhältliche Buch über die Langobarden in deutscher Sprache.