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Die Geschichte des Herrn Han: Roman
 
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Die Geschichte des Herrn Han: Roman [Taschenbuch]

Sok-Yong Hwang , Oh Dong-Sik , Kang Seung-Hee , Torsten Zaiak
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 140 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423244887
  • ISBN-13: 978-3423244886
  • Originaltitel: Hanssiyeondaegi
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 403.220 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

S?g-y?ng Hwang
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Schlicht, authentisch, eindrucksvoll.«
dragonviews.de 06.08.2007

»Kompakt und packend zugleich.«
eins Entwicklungspolitik März 2007

»›Die Geschichte des Herrn Han‹ ist ein bewegendes Exempel für das Leben eines aufrechten, wenn auch etwas zu vertrauensseligen Menschen in einem sinnlos geteilten, von zwei totalitären Regimes beherrschten Land. In Korea nimmt dieser dokumentarische Roman heute den Rang eines Klassikers ein. Denn nur selten gelingt es, Geschichte, Krieg zumal, so unverfälscht im Schicksal und in den Erfahrungen eines Menschen zu bündeln.«
Vaihinger Kreiszeitung

»Was Hwang hier beschreibt, ist das Leben selbst, das Symbolische ist das Zentrum dieses Buches. Jede einzelne Seite atmet die Wahrheit einer Epoche, die bis heute an ihren Wunden zu tragen hat. Hwangs Erfolg gründet sich darauf, dass er die politischen und historischen Probleme seines Landes über eine beispielhafte Figur transportiert.«
Figaro Magazine

»›Die Geschichte des Herrn Han‹, ebenso wie Hwangs Novellen, sind Texte, die von äußerster Schärfe und Klarheit zeugen. Es sind zurückhaltend geschriebene, bezaubernde Texte.«
Le Canard enchaîné

»Ein Schreiben, das sich der Ignoranz gegenüber dem Leiden ebenso verweigert wie gleichzeitig der Selbstzerstörung durch die Zerstörung – was für jeden Autor eine große Herausforderung darstellt.«
Le Figaro

»Der Autor beweist auf geradezu brillante Weise immer wieder, weshalb er in Korea zu den wichtigsten Autoren des Landes gezählt wird.«
Le Monde

»Hwangs Text ist eine unpathetische und darum umso mehr berührende Chronik dieser Zeit.«
Brigitte

»Das novellenhaft knappe und darum besonders eindringliche Buch gilt als ein Schlüsselwerk der modernen koreanischen Literatur. Gerade im lange geteilten Deutschland sollte diese lakonische ›Geschichte des Herrn Han‹ ein Echo finden.«
Der Spiegel, Special Bücher

»Ein sehr dichter Roman darüber, wie politische Verhältnisse ein Leben zerstören können.«
deutsche-welle.de

»Ein bewegender Roman, der nichts beschönigt und einen Einblick in eines der faszinierenden Länder des fernen Osten zulässt.«
Fritz

Kurzbeschreibung

Einer der bedeutendsten Romane der koreanischen Literatur des 20. Jahrhunderts erstmals auf Deutsch – die ergreifende Chronik eines nordkoreanischen Arztes, der am Krieg und an den Folgen der Teilung von Land und Volk zerbricht.

In einem heruntergekommenen Mehrfamilienhaus in Seoul stirbt im Jahr 1968 ein alter Mann, einsam und verarmt. Die Nachbarn, die ihn kaum kannten, weil er, der Nordkoreaner, ihnen suspekt war, streiten sich um das frei gewordene Zimmer. Wer aber war dieser Herr Han?

Han Yongdok ist Professor für Gynäkologie am Universitätskrankenhaus in Pjöngjang, als 1950 der Koreakrieg ausbricht. Er entgeht der Mobilisierung, was ihn allerdings beunruhigt, ahnt er doch bereits, dass dies bedeutet, offenbar nicht auf Parteilinie zu sein. Er wird stattdessen der für die politischen Kader reservierten Sonderstation des Krankenhauses zugeteilt, hält sich aber nicht an die damit verbundenen Vorschriften und behandelt trotz Verbot auch Patienten aus dem Volk. Als er dabei erwischt wird, wie er ein schwer verletztes Mädchen operiert, wird er zum Tode verurteilt. Wie durch ein Wunder überlebt Han die Erschießung und flieht über den Fluss Daedong nach Südkorea und in die vermeintliche Freiheit. Frau und Kinder hofft er nachholen zu können, doch schnell stellt sich heraus, dass die poltischen Verhältnisse das nicht mehr zulassen.

In Seoul findet er zwar seine Schwester wieder, die aber hat selbst kaum etwas zum Leben. Vergeblich auf Arbeitssuche, lässt er sich schließlich von zwei selbsternannten Kollegen überreden, auf illegalem Wege eine gynäkologische Praxis zu eröffnen. Doch als der ehrliche Han ihnen lästig wird, denunzieren sie ihn als nordkoreanischen Spitzel. Er landet in den Folterkellern des Geheimdienstes, und einzig seine Schwester und ein alter Freund aus Pjöngjang setzen sich für seine Unschuld ein. Nach Jahren wird er endlich freigelassen, sein Leben aber ist für immer runiniert.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von WoMo
Format:Taschenbuch
Als der einsame alte Han Yongdok im April 1968 in Südkorea stirbt, gilt das Interesse der Nachbarn mehr dem freigewordenen Zimmer als dem Toten. Erst während der Totenwache entsteht im Rückblick im Gespräch mit den wenigen Verwandten und Bekannten von Han Yongdok die Lebensgeschichte eines nordkoreanischen Arztes, der wie Hans im Glück aus Sturheit bei jeder Entscheidung mehr verliert: zuerst seine Familie auf der Flucht, dann seine Reputation in Zusammenarbeit mit zwei Kurpfuschern und schließlich seine politische Unbescholtenheit, als er vom Geheimdienst des Südens als nordkoreanischer Spitzel denunziert und inhaftiert wird. Auch nach der Freilassung ist er weiterhin gefangen im politischen Schicksal seines Landes und kann weder beruflich noch privat wieder Fuß fassen.

„Die Geschichte des Herrn Han" von Hwang Sok-yong wurde nach seiner Veröffentlichung 1970 zu einem Schlüsselwerk der neueren koreanischen Literatur, da es sich auf das tragische Schicksal einer Einzelperson konzentriert und nicht wie viele andere literarische Werke die Trennung des Landes als propagandistische Heldengeschichte beschreibt.

Ein der französischen Ausgabe entnommenes Nachwort des Übersetzerteams führt sehr informativ in den Roman sowie in das gesamte Werk Hwang Sok-yongs und seine Bedeutung für Korea ein.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zerbrochenes Leben 30. Juni 2009
Format:Taschenbuch
Herr Han ist ein Mensch, der sich nicht für Politik interessiert und schon gar nicht auf die Seite einer bestimmten Ideologie stellt. Auch betrachtet er andere Menschen aus keinem ideologischen Blickwinkel, sondern will ihnen in seiner ärztlichen Tätigkeit einfach nur helfen. Leider wird er bald mit der Realität konfrontiert, in der diejenigen, die Macht über andere ausüben, ihre jeweilige Ideologie über den Wert eines einzelnen Menschenlebens stellen.
Als er sich inmitten des über dem Land tobenden Koreakriegs noch in Nordkorea befindet und dort als Arzt in einem Krankenhaus arbeitet, verweigert er sich dem Befehl der Machthaber, indem er die Operation eines Mädchens durchführt, obwohl es für die wenigen nicht als Soldaten eingezogenen Ärzte oberste Priorität sein sollte, sich um die Behandlung von Funktionären und Militärangehörigen zu kümmern. Als er sich dann auch noch weigert, einen mit ihm befreundeten geflohenen Arzt zu verraten, wird er zum Tode verurteilt und soll hingerichtet werden, was er jedoch wie durch ein Wunder überlebt. Er entschließt sich, nach Südkorea zu fliehen, wobei er seine Familie im Norden zurücklassen muss. Dort gerät er allerdings auch bald in das Visier der Machthaber, die in ihm einen nordkoreanischen Spion sehen, während die meisten Menschen ihm mit Misstrauen begegnen, wodurch er immer mehr zum Fremden im eigenen Land wird. Im Zuge der Verzweiflung, die sich bei ihm während des Versuchs, eine Arbeit zu finden, einstellt, gerät er an zwei Betrüger, die ihn ausnutzen, um mit ihm eine Arztpraxis gründen zu können. Als sie jedoch selbst in Bedrängnis geraten, denunzieren sie ihn als Spion, um so selbst davon zu kommen.
In der Folge erlebt Han am eigenen Leib, wie Menschen gegenüber anderen agieren, wenn die gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse sie mit einer Moral ausstatten, die es als legitim erklärt, Menschen als bekämpfenswerte Feinde der Gesellschaft zu betrachten. Der Autor Hwang Sok-yong zeigt in der Beschreibung der Folterung, die Herr Han über sich ergehen lassen muss, wie die Herrschenden die in jedem Menschen ruhenden Triebe entfesseln, um ihre Interessen durchsetzen und den individuellen Willen eines Menschen brechen zu können.
So wird dann auch deutlich, dass es ganz egal ist, unter welchen ideologischen Grundsätzen einer Gesellschaft Menschen unterdrückt werden, denn am Ende steht immer das individuelle Leid, das der Einzelne erfährt. Im Roman zeigt sich dies an der Darstellung von Gewalt und Unterdrückung im geteilten Korea, einem Land, in dem die Menschen zum Spielball ihrer jeweiligen Machthaber wurden, wobei die Repressionen auf beiden Seiten durch abstrakte Begriffe wie "Patriotismus" oder "Kampf für die Freiheit" gerechtfertigt wurden. Dass diese Ausdrücke nichts als Parolen sind, um Herrschaftsansprüche durchzusetzen, kommt durch die vielen unschuldig Hingerichteten und Gefolterten auf beiden Seiten zum Ausdruck, denen ihr Leben aus der Hand gerissen wurde. Die Tatsache, dass Menschen ein Leben als autonomes Subjekt verwehrt wird, weil andere Menschen Macht über sie ausüben wollen, finden sich jedoch nicht nur in dieser dunklen Epoche Koreas wieder, vielmehr zieht sie sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und zeigt sich als praktische Konsequenz, wann immer Menschen bereit sind, sich in den Dienst einer Ideologie zu stellen, die von der Wirklichkeit des Lebens absieht, um scheinbar höhere gesellschaftliche Ziele zu erreichen. Hwang Sok-yong schafft es, diese Erkenntnis beim Leser zu hervorzurufen, indem er Herrn Han als eine Symbolfigur, als Leidtragenden der Unterdrückung schildert, dessen Schicksal von zahllosen Menschen anderer Länder geteilt wurde und, das scheint mir eine wichtige Botschaft des Romans zu sein, auch heute noch geteilt wird. In diesem Sinne lässt sich auch das Resümee der Tochter von Herrn Han nach dessen Tod im Jahr 1968 auffassen, für die es "weniger um den Tod ihres Vaters als um das Ende einer Epoche" geht. Denn es hat sich gezeigt, dass dieser Zeitpunkt für die in Südkorea lebenden Menschen durchaus kein Ende von staatlicher Gewalt und Repression darstellte, sondern ihnen noch viele Jahre einer tyrannischen Militärherrschaft bevorstanden.
Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, denn es macht klar, wie wichtig es auch in unserer Zeit ist, gesellschaftliche Zustände stets zu hinterfragen und sich für eine Gesellschaft frei von Leid und Gewalt einzusetzen, in der Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Das Buch ist kein nüchternes Gesellschaftsporträt. Vielmehr gibt es uns die Möglichkeit, sich in das individuelle Schicksal eines Menschen hineinzuversetzen, dessen Leben und Scheitern von anderen bestimmt wird, egal wie sehr er sich bemüht und dagegen ankämpft.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nord- und Südkorea 16. Dezember 2007
Von Jane
Format:Taschenbuch
Eines Tages liegt der Herr Han tot in seiner Wohnung. Wer war er, wie war er, was hat er gemacht? Den Nachbarn sind nur einige gerüchte bekannt, doch das Leben dieses Herrn war von erschreckenden Erlebnissen gesäumt. Es ist wohl kaum möglich, einem aussenstehenden die Empfindungen der Zeit der Trennung Koreas nahe zu bringen; dennoch hat der Autor es geschafft, einen kleinen Abriss sehr gut und sehr nachempfindbar darzustellen. Es ist ein ruhiges Buch, wie ich finde, was wohl an dem Protagonisten liegt. Es macht nachdenklich und ist dadurch irgendwie passiv, aber in einer positiven Weise. Als ich den letzten Satz gelesen hatte, schlug ich das Buch zu und musste den Inhalt irgendwie wirken lassen. Dann las ich einzelne Stellen nochmal, Passagen die für diese Geschichte sehr tragend sind. Es sind einzelne, ergreifenden Passagen, die ich mit diesem Buch und dem Land immer assoziieren werde, und die Herrn Han und Korea charakterisieren und im Endeffekt zu einem gelungenen Roman verbinden.
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