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Die Geschichte der Germanen
 
 
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Die Geschichte der Germanen [Gebundene Ausgabe]

Arnulf Krause
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

01.07.2002 / Frankfurter Allgemeine Zeitung: Arnulf Krauses kundige Geschichte der Germanen "Das Buch ist ein Glücksfall, behandelt doch der Autor den Gegenstand auf beste Sachbuchweise."

12.10.2002 / Oberösterreichische Nachrichten: Die Germanen anschaulich gemacht "Krauses Geschichte der Germanen liest sich wunderbar unakademisch flüssig und präzise informierend."

31.01.2003 / Stuttgarter Zeitung: Der Blick der Sieger "Ein neuer Blick auf unsere Vorväter kann spannend sein. Der Bonner Germanist Arnulf Krause lädt dazu ein und räumt mit manchen Mythen auf."

Kurzbeschreibung

Die Geschichte der Germanen mit ihren zahlreichen Völkerschaften ist eine der wichtigsten historischen Brücken zwischen Spätantike und der Entstehung des Abendlandes. Sie mündete nach einem Jahrtausend in die Entstehung vieler europäischer Nationen, von Island bis nach Italien und von Spanien bis nach Russland. Die lebendig dargestellte Geschichte klärt auf über Herkunft und Mythen der Germanen, erzählt von ihren Wanderungen und kriegerischen Auseinandersetzungen und vermittelt ein Bild ihrer Lebenswelt und kulturellen Leistungen. Viele lang umstrittene Fragen werden auf dem aktuellsten Kenntnisstand beantwortet. Dabei wird auch mit Klischees aufgeräumt, die bis heute ein historisch ausgewogenes Verständnis der germanischen Welt beeinträchtigen.

Der Verlag über das Buch

Die Urahnen der Deutschen? Das heutige Germanen-Bild wird immer noch von Klischees bestimmt: In Felle gehüllt und Flügelhelme tragend ziehen sie kriegerisch durch Europa und besiegeln den Untergang des Römischen Reiches. Arnulf Krause revidiert dieses Bild und zeigt, wer die Germanen wirklich waren. Namen und Motive germanischer Heldensagen sind längst Teil unserer Gegenwartskultur geworden: sie haben Einzug gehalten in die Hoch- und Populärkultur – sie finden sich in historischen Romanen, esoterischen Lebensratgebern, Spielfilmen, Computerspielen, Comics und Fantasy-Erzählungen. Dabei wird oft vergessen, dass die Geschichte der Germanen mit ihren zahlreichen Völkerschaften eine der wichtigsten historischen Brücken zwischen Spätantike und der Entstehung des Abendlandes ist. Sie mündete nach einem Jahrtausend in die Entstehung vieler europäischer Nationen, von Island bis nach Italien und von Spanien bis nach Russland. Die spannende und von Arnulf Krause lebendig! dargestellte Geschichte setzt ein bei den großen Wanderungen der Kimbern und Teutonen im 2. Jahrhundert v. Chr. und erstreckt sich über die Germanenkriege unter Kaiser Augustus und die legendäre Varusschlacht bis hin zum Reich Karls des Großen und zu den Wikingern. Arnulf Krause klärt über Herkunft und Mythen der Germanen auf, erzählt von ihren Wanderungen und kriegerischen Auseinandersetzungen und vermittelt ein Bild ihrer Lebenswelt und kulturellen Leistungen. Die Geschichte der Germanen ist eine Reise durch die wortwörtlich »bewegte« Geschichte der germanischen Völker. Sie korrigiert überkommene Germanenmythen und -klischees und beleuchtet die wichtige Bedeutung der germanischen Völker für die Entstehung Europas. Exkurse zu Mythologie, Dichtung und Gesellschaft runden die Geschichte ab und machen das Buch zu einem aktuellen Standardwerk der Kulturgeschichte der Germanen.

Der Autor über sein Buch

"Die Geschichte der Germanen" ist ein modernes Sachbuch: verständlich, unterhaltend, informativ und aktuell. Sie stellt die jüngsten archäologischen Funde vor und räumt mit dem falschen Bild der so genannten Schlacht im Teutoburger Wald auf. Viele Abbildungen und Internet-Adressen sorgen zusätzlich für ein oft überraschendes Bild der alten Germanen, wofür einige Schlagwörter stehen mögen: - Arminius - Streikführer gegen den Arbeitgeber Rom? - Germanen als Erfinder des "Snowboards"? - Germaninnen als kampferprobte Kriegerinnen? - Germanische Mythologie und Tolkiens "Herr der Ringe" - Die Burgunden: Statt des grausigen Untergangs (im Nibelungenlied) pflegten sie ein tolerantes Barbarenreich. "Die Geschichte der Germanen" folgt durch mehr als ein Jahrtausend der bunten Stammeswelt dieses Volkes von Spanien bis nach Russland und von Nordafrika bis nach Grönland. Sie bietet neben der spannenden Ereignisgeschichte viele Exkurse zu Gesellschaft und Religion, zu Heldensage, Runen und Magie. Eine umfangreiche Liste von Museen und Freilichtmuseen lädt ein, den Spuren der Germanen zu folgen. Das Sachbuch lädt Leserinnen und Leser dazu ein, sich auf Geschichte und Geschichten einzulassen - und das auf eine sehr anschauliche und nie trockene Art und Weise, die Geschichte "entstaubt" und in Beziehung zur Gegenwart setzt (Migration, multikulturelle Gesellschaft, "Kampf der Kulturen").

Über den Autor

Arnulf Krause ist promovierter Germanist und Skandinavist, erfolgreicher Sachbuchautor und Experte für germanische Heldensagen und die Dichtung der Edda. Er lehrt als Honorarprofessor am Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität Bonn.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Diese Katastrophe hat einen Namen, der bis heute in Deutschland mit einem der wichtigsten Ereignisse der vermeintlich nationalen Geschichte verbunden wird: die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 nach Chr. Ihr siegreicher Held ist "Hermann der Cherusker", dem 1875 bei Detmold ein monumentales Denkmal von mehr als 53 Metern Höhe gesetzt wurde. Die Bronzefigur des ersten Befreiers der "Deutschen" trägt einen Flügelhelm und reckt mit der Rechten ein elf Zentner schweres Schwert in den Himmel. Mehr als 125 Jahre nach der Einweihung, bei der Kaiser Wilhelm I. höchstpersönlich sich die Ehre gab, ist das wilhelminische Monstrum noch immer ein beliebtes Ausflugsziel. Historisch ist jedoch nichts Wahres an dem Riesengermanen: Ein Flügelhelm, eher in den Fundus einer Wagneroper passend, wurde nie von einem Germanen getragen. Den Recken Hermann hat es nie gegeben, allenfalls hieß er Arminius, und der erste "deutsche" Nationalheld war er auch nicht; denn bis die Deutschen sich selbst entdeckten, sollten noch 1000 Jahre vergehen. Mittlerweile weiß man auch, dass die Schlacht im Teutoburger Wald gar nicht in diesem bis ins 17. Jahrhundert Osning genannten Mittelgebirge stattgefunden hat, sondern lediglich in dessen weiterer Umgebung. Als historische Tatsache des Jahres 9 bleibt aber eine in der Tat denkwürdige Niederlage Roms. Die Ereignisse dieses Jahres rücken einen germanischen Stamm ins Licht der Geschichte und mit ihm einige Personen. Zum ersten Mal treten in der antiken Geschichtsschreibung Germanen als Persönlichkeiten stärker hervor. Die Cherusker, was "Hirschleute" bedeuten könnte, siedelten im Gebiet von Teutoburger Wald und Weser, etwa bis zum Harz. Den Römern ging der Stamm lange Zeit aus dem Weg. Für seine Berühmtheit mag ein Vertrag verantwortlich sein, in dem Tiberius auf dem Germanienfeldzug die Cherusker zu Verbündeten machte. Die vornehmste Sippe des Stammes war von diesem Entschluss offenbar überzeugt, denn der Gauhäuptling Sigimer ließ zwei seiner Söhne in römische Dienste treten. Sie wurden so integriert, dass nur ihre lateinischen Namen überliefert sind: Flavus und Arminius. Beide kämpften als römische Offiziere in den Heeren Roms, und von Letzterem wissen wir, dass er eine herausragende Karriere machte: Unter anderem bewies er beim Pannonischen Aufstand seine Treue und seinen Mut, vielleicht sogar in der Funktion eines Präfekten über cheruskische Auxiliareinheiten, also Hilfstruppen. Arminius kannte sich aus in der römischen Welt, mit Sicherheit in den Provinzen, vielleicht sogar in Rom. Die lateinische Sprache beherrschte er fließend. Selbst vor Römern dürfte er eine gute Figur gemacht haben, besaß er doch das römische Bürgerrecht und den Rang eines Ritters. Dennoch zeigte er auch seine barbarische Seite, so als er dem Häuptling Segestes dessen Tochter Thusnelda raubte und sie zur Frau nahm. Dies lässt tief in die Stammesbräuche blicken und brachte Arminius die Todfeindschaft seines Schwiegervaters ein. Aus Pannonien zurückgekehrt bewies er weiterhin seine Verbundenheit zu Rom, denn er bewegte sich im unmittelbaren Umfeld des Varus und begleitete ihn auf seinen Zügen durch das Land. Arminius und sein Vater Sigimer werden sogar als Tischgäste des Statthalters bezeichnet. Er scheint ihnen vollständig vertraut zu haben, vor allem Arminius, der ihm lateinisch sprechend und als Römer gekleidet gegenübertrat. In den Plänen des Varus spielte er eine wichtige Rolle und sollte im zukünftigen Provinzialgermanien zentrale Aufgaben übernehmen. Dies alles änderte sich schlagartig im Spätsommer des Jahres 9. Die römischen Historiker werfen dem Statthalter bodenlosen Leichtsinn und eine völlige Verkennung der Situation vor: Er vertraute den Germanen blindlings, wo sie doch bei aller Wildheit äußerst schlau seien und zudem von Geburt an zur Lüge neigten. So vermieden sie zwar den offenen Aufstand, weil sie am Rhein und im Inneren Germaniens die römischen Legionen wussten. Sie täuschten vor, hinter allen Forderungen des Varus zu stehen. In Wahrheit aber wollten die Stammeshäuptlinge wieder ihre traditionelle Macht erringen und die fremde Tyrannei beenden. Folgende konkrete Ereignisse sind überliefert: Die germanischen Adligen, vor allem die Cherusker, hatten Varus ihre vollständige Loyalität zugesichert. Sie vermittelten ihm den Eindruck, auch ohne militärische Gewalt seinen Anordnungen und den Gesetzen Roms zu folgen. Auf diese Weise lockten sie ihn weit in das Gebiet der Cherusker bis zur Weser. Der Anführer dieser Verschwörung war ausgerechnet Arminius. Der Fast-Römer, der römische Offizier und Kenner des kaiserlichen Heeres redete wortreich davon, dass die Legionen mit ihren Hilfstruppen besiegt werden könnten. Dazu bot er die richtige Strategie an - unter einer Bedingung: Den Oberbefehl über die Verbände der Aufständischen sollte er führen. Nur Übersicht und römische Disziplin gewährleisteten den Erfolg des gesamten Unternehmens.

Auszug aus Die Geschichte der Germanen. von Arnulf Krause. Copyright © 2002. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

aus dem vierten Kapitel

Diese Katastrophe hat einen Namen, der bis heute in Deutschland mit einem der wichtigsten Ereignisse der vermeintlich nationalen Geschichte verbunden wird: die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 nach Chr. Ihr siegreicher Held ist „Hermann der Cherusker“, dem 1875 bei Detmold ein monumentales Denkmal von mehr als 53 Metern Höhe gesetzt wurde. Die Bronzefigur des ersten Befreiers der „Deutschen“ trägt einen Flügelhelm und reckt mit der Rechten ein elf Zentner schweres Schwert in den Himmel. Mehr als 125 Jahre nach der Einweihung, bei der Kaiser Wilhelm I. höchstpersönlich sich die Ehre gab, ist das wilhelminische Monstrum noch immer ein beliebtes Ausflugsziel. Historisch ist jedoch nichts Wahres an dem Riesengermanen: Ein Flügelhelm, eher in den Fundus einer Wagneroper passend, wurde nie von einem Germanen getragen. Den Recken Hermann hat es nie gegeben, allenfalls hieß er Arminius, und der erste „deutsche“ Nationalheld war er auch nicht; denn bis die Deutschen sich selbst entdeckten, sollten noch 1000 Jahre vergehen. Mittlerweile weiß man auch, dass die Schlacht im Teutoburger Wald gar nicht in diesem bis ins 17. Jahrhundert Osning genannten Mittelgebirge stattgefunden hat, sondern lediglich in dessen weiterer Umgebung. Als historische Tatsache des Jahres 9 bleibt aber eine in der Tat denkwürdige Niederlage Roms.

Die Ereignisse dieses Jahres rücken einen germanischen Stamm ins Licht der Geschichte und mit ihm einige Personen. Zum ersten Mal treten in der antiken Geschichtsschreibung Germanen als Persönlichkeiten stärker hervor. Die Cherusker, was „Hirschleute“ bedeuten könnte, siedelten im Gebiet von Teutoburger Wald und Weser, etwa bis zum Harz. Den Römern ging der Stamm lange Zeit aus dem Weg.

Für seine Berühmtheit mag ein Vertrag verantwortlich sein, in dem Tiberius auf dem Germanienfeldzug die Cherusker zu Verbündeten machte. Die vornehmste Sippe des Stammes war von diesem Entschluss offenbar überzeugt, denn der Gauhäuptling Sigimer ließ zwei seiner Söhne in römische Dienste treten. Sie wurden so integriert, dass nur ihre lateinischen Namen überliefert sind: Flavus und Arminius. Beide kämpften als römische Offiziere in den Heeren Roms, und von Letzterem wissen wir, dass er eine herausragende Karriere machte: Unter anderem bewies er beim Pannonischen Aufstand seine Treue und seinen Mut, vielleicht sogar in der Funktion eines Präfekten über cheruskische Auxiliareinheiten, also Hilfstruppen. Arminius kannte sich aus in der römischen Welt, mit Sicherheit in den Provinzen, vielleicht sogar in Rom. Die lateinische Sprache beherrschte er fließend. Selbst vor Römern dürfte er eine gute Figur gemacht haben, besaß er doch das römische Bürgerrecht und den Rang eines Ritters. Dennoch zeigte er auch seine barbarische Seite, so als er dem Häuptling Segestes dessen Tochter Thusnelda raubte und sie zur Frau nahm. Dies lässt tief in die Stammesbräuche blicken und brachte Arminius die Todfeindschaft seines Schwiegervaters ein.

Aus Pannonien zurückgekehrt bewies er weiterhin seine Verbundenheit zu Rom, denn er bewegte sich im unmittelbaren Umfeld des Varus und begleitete ihn auf seinen Zügen durch das Land. Arminius und sein Vater Sigimer werden sogar als Tischgäste des Statthalters bezeichnet. Er scheint ihnen vollständig vertraut zu haben, vor allem Arminius, der ihm lateinisch sprechend und als Römer gekleidet gegenübertrat. In den Plänen des Varus spielte er eine wichtige Rolle und sollte im zukünftigen Provinzialgermanien zentrale Aufgaben übernehmen.

Dies alles änderte sich schlagartig im Spätsommer des Jahres 9. Die römischen Historiker werfen dem Statthalter bodenlosen Leichtsinn und eine völlige Verkennung der Situation vor: Er vertraute den Germanen blindlings, wo sie doch bei aller Wildheit äußerst schlau seien und zudem von Geburt an zur Lüge neigten. So vermieden sie zwar den offenen Aufstand, weil sie am Rhein und im Inneren Germaniens die römischen Legionen wussten. Sie täuschten vor, hinter allen Forderungen des Varus zu stehen. In Wahrheit aber wollten die Stammeshäuptlinge wieder ihre traditionelle Macht erringen und die fremde Tyrannei beenden.

Folgende konkrete Ereignisse sind überliefert: Die germanischen Adligen, vor allem die Cherusker, hatten Varus ihre vollständige Loyalität zugesichert. Sie vermittelten ihm den Eindruck, auch ohne militärische Gewalt seinen Anordnungen und den Gesetzen Roms zu folgen. Auf diese Weise lockten sie ihn weit in das Gebiet der Cherusker bis zur Weser. Der Anführer dieser Verschwörung war ausgerechnet Arminius. Der Fast-Römer, der römische Offizier und Kenner des kaiserlichen Heeres redete wortreich davon, dass die Legionen mit ihren Hilfstruppen besiegt werden könnten. Dazu bot er die richtige Strategie an – unter einer Bedingung: Den Oberbefehl über die Verbände der Aufständischen sollte er führen. Nur Übersicht und römische Disziplin gewährleisteten den Erfolg des gesamten Unternehmens.

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