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Die Geschichte der Drachenlanze 5+6
 
 
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Die Geschichte der Drachenlanze 5+6 [Taschenbuch]

Margaret Weis , Tracy Hickman , Marita Böhm
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Was ist dran an der Geschichte von Raistlins Tochter? Die Elfen von Sylvanesti tuscheln darüber, und die Kender zerreißen sich ihre Mäuler. Da bricht Caramon, der Bruder des Magiers, sein Schweigen. Die beliebtesten Fantasy-Autoren erzählen von Liebe, Kampf und Heldentaten, von Zauberei, Treue und Verrat rund um den Krieg der Lanze.


Über den Autor

Margaret Weis und Tracy Hickman gehören zu den beliebtesten und meistgelesenen Fantasy-Autoren der Welt, seit sie Mitte der 80er Jahre mit den unvergessenen Chroniken der Drachenlanze den Grundstein der vielschichtigen und noch immer wachsenden Drachenlanze-Saga gelegt haben. Zwar haben sie sich gelegentlich – teils gemeinsam, teils allein – auch anderen Projekten zugewandt, etwa den ebenfalls bei Blanvalet erschienenen Trilogien "Der Stein der Könige" und "Das verbotene Land", doch sie sind immer wieder gerne ins Reich der Drachenlanze zurückgekehrt, im Falle der Verlorenen Chroniken sogar ganz an die Ursprünge.

Tracy Hickman und Margaret Weis gehören zu den beliebtesten und meistgelesenen Fantasy-Autoren der Welt, seit sie Mitte der 80er Jahre den Grundstein der vielschichtigen und noch immer wachsenden Drachenlanze-Saga gelegt haben. Mit ihrem neuen Zyklus vom »Stein der Könige« präsentieren sie jetzt Fantasy und Rollenspiel für das 21. Jahrhundert. Neben der Arbeit an den nächsten Bänden dieser Reihe schreiben sie gleichzeitig an den neuen Drachenlanze-Romanen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

In den chaotischen Jahren nach der Umwälzung, als die verängstigten Bürger von Xak Tsaroth aus ihrer geliebten Stadt fliehen mußten, weil sie zerstört worden war, befand sich unter ihnen auch ein gewisser Halb-Elf namens Aril Sanftwind. Doch während alle auf der Suche nach einer Zuflucht waren, streifte er mit einem dicken Wälzer auf seinem gebeugten Rücken durch das Land.
Selbst ohne diese seltsame Last, die an einem Ledergurt über eine Schulter hing, bot Aril Sanftwind einen eigenartigen Anblick, wenn man berücksichtigte, daß er ein Halb-Elf war. Er war hochgewachsen und gertenschlank und hatte, wie es für seine Rasse typisch war, blondes Haar, eine blasse Haut und blaue Augen. Sein Aussehen schien ihm jedoch ziemlich unwichtig zu sein, ja, er stellte sogar eine gewisse Schlampigkeit zur Schau: Die Schnallen seiner Schuhe waren häufig offen, sein Hemd hing aus der Hose, und sein Haar war normalerweise ungekämmt. Tagelang rasierte er sich nicht, so daß sein Mund von blondem Flaum umrahmt wurde.
Aber dafür gab es eine einfache Erklärung: Aril Sanftwind war ein Gelehrter. Jedenfalls erklärte er selbst das. Wenn man es noch genauer beschrieb: Er war einer der vielen umherreisenden Volkskundler auf Krynn, die kurz nach der Umwälzung aufgetaucht waren.
»Wegen der Umwälzung laufen wir Gefahr, daß unsere reiche Vergangenheit in Vergessenheit gerät«, pflegte er in sanftem, schwärmerischem Ton jedem zu erklären, der ihm einen Augenblick Zeit schenkte. »Und falls auf Krynn jemals wieder Friede einkehren wird, wollen wir doch etwas über die Überlieferungen wissen, die so reich vorhanden waren, bevor alles der Zerstörung anheimfiel.«
»Aber jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt«, wurde ihm häufig von den Flüchtlingen barsch entgegengehalten, die ihr ganzes Hab und Gut in einer Kutsche, in einem Karren oder auf dem Rücken mit sich führten und nicht selten noch eine Familie im Schlepptau hatten.
»Doch, genau jetzt ist in diesen unruhigen Zeiten der richtige Zeitpunkt«, gab Aril Sanftwind unverzüglich zurück, »bevor zuviel in Vergessenheit gerät.«
»Na ja, dann viel Glück!« war dann häufig die Antwort, bevor die Gruppe ihre Suche nach einem hoffentlich sicheren Fleck auf Krynn eilig fortsetzte.
Unerschrocken streifte Aril Sanftwind kreuz und quer durch das Land und durchquerte dämmerige Täler, wanderte über sonnenbeschienene Felder und durch dunkle Wälder. Gelegentlich kehrte er in Wirtshäusern ein, die die Katastrophe überstanden hatten, ging durch Flüchtlingslager und schloß sich sogar Soldaten an. Und die ganze Zeit bat er jeden, den er traf, ihm eine Geschichte zu erzählen, damit er sie in sein großes schwarzes Buch eintragen konnte.
Im Lauf der Zeit machte Aril die Erfahrung, daß er mit den Alten das meiste Glück hatte - in der Tat; je älter, desto besser. Die Alten erinnerten sich nicht nur an eine oder zwei Geschichten, sondern waren auch eher bereit, sie zu erzählen. Vielleicht genossen sie vor allem die Gelegenheit, sich eine Weile auszuruhen und in Erinnerungen zu schwelgen. Oder vielleicht lag der Grund darin, daß sie keine große Zukunft hatten und Krynn nur ihre Vergangenheit schenken konnten.
Jedenfalls lernte Aril Sanftwind schnell, fast ausschließlich die Alten aufzusuchen, und allmählich füllte sich sein Buch mit Geschichten aus der Zeit vor der Umwälzung, als das Goldene Zeitalter auf Krynn geherrscht hatte, jedenfalls seiner Meinung nach.
Jede Geschichte versah er mit einem passenden Titel und würdigte den Erzähler mit der Ergänzung »... erzählt von Henrik Hellental, einem Zwergenbäcker« oder »...erzählt von Verial Sternseher, einem elfischen Schäfer« oder »...erzählt von Frick Aschfäller, einem Holzhacker« und so weiter.
Häufig wurde Aril nach seiner Lieblingsgeschichte gefragt, aber mit der Unvoreingenommenheit, die einen Gelehrten auszeichnet, antwortete er stets: »Mir gefallen alle gleich gut.«
Aber hätte man seine Gedanken lesen können, so hätte man gewußt, daß er eine Lieblingsgeschichte hatte, und diese hatte die Quellenangabe ».. .erzählt von Barryn Warrex, einem solamnischen Ritter«.
Es war an einem besonders schönen Frühlingstag - einem Tag, an dem jeder glücklich war und sich keine Sorgen um politische Unruhen zu machen schien -, als Aril beim Durchqueren eines grasbewachsenen und mit Blumen übersäten Tals einen Ritter erspähte, der am Ende des Tals vor einer Bergwand kniete. Wie es das Glück wollte, war der Ritter alt.
»Ideal«, murmelte Aril, als er auf den Mann zuging und einige Schritte vor ihm stehenblieb.
Zuerst schien der alte Ritter ihn nicht zu bemerken. Er blieb knien und hielt den Kopf in tiefer Meditation oder in ehrfürchtigem Gebet zu den noch nicht lange entthronten Göttern Krynns gesenkt. Hinter ihm erhob sich eine niedrige Felswand, die einen Vorsprung bildete, eigentlich eine Höhle, die ihm offensichtlich vorübergehend als bescheidene Zuflucht diente. Der Orden der solamnischen Ritter war nämlich während der Umwälzung zugrunde gerichtet worden und in Verruf geraten, und die wenigen überlebenden Mitglieder waren in alle Winde zerstreut.
Aril Sanftwind hatte den Eindruck, daß die Ereignisse diesen Burschen arg mitgenommen hatten, denn er wirkte viel älter als er höchstwahrscheinlich war: Sein Gesicht war verhärmt und eingefallen, sein dickes Haar war schlohweiß, und seine Hände, die er krampfhaft ineinandergelegt hatte, waren schwielig, fast arthritisch.
Trotzdem konnte Aril in dem Mann noch sehr viel erkennen, was von der alten Größe und Erhabenheit seines Ordens zeugte.
Er war in voller Rüstung, und an seiner Seite hing ein großes Schwert. Der visierlose Helm und der Schild lagen in seiner Nähe auf einem flachen Stein. Obwohl er kniete, mußte er recht groß sein. Aber was Aril Sanftwind am meisten beeindruckte, war sein dicker, weißer Schnurrbart, der schwungvoll herabhing und dessen Spitzen fast den Boden berührten.
Auf diesen Schnurrbart muß er sehr stolz sein, dachte Aril, während er geduldig darauf wartete, daß der Ritter Zeit für ihn hatte.
Die ganze Zeit wähnte sich der umherreisende Volkskundler unbemerkt und war folglich erschrocken, als der Ritter, ohne den Kopf zu heben oder einen Muskel zu bewegen, ihn mit tiefer, wenn auch kraftloser Stimme ansprach: »Was willst du?«
»Oh, entschuldige«, erwiderte Aril Sanftwind und trat gebückt näher, was aber an seinem schweren Buch lag und keine Verbeugung war. »Ich wollte dich nicht stören. Aber wenn du fertig bist, würde ich mich gern mit dir unterhalten.«
»Ich meditiere gerade.«
»Ach ja. Aber vielleicht kannst du damit später weitermachen«, schlug Aril vor. »Es wird nicht lange dauern.«
Der alte Ritter seufzte tief. »Eigentlich hast du mich nicht gestört.« Er gab die kniende Haltung auf. »Ich habe nicht mehr die Konzentration so wie früher.«
»Dann können wir uns jetzt unterhalten?«
Der Ritter erhob sich, was ihm offensichtlich schwerfiel. »Autsch, ich weiß gar nicht mehr, was eigentlich knirscht, meine Rüstung oder meine Knochen.«
»Ich glaube, diesmal war es deine Rüstung«, half Aril lächelnd nach.
Jetzt, wo der Ritter stand, konnte man sehen, daß er wirklich ein sehr großer Mann war, so groß wie Aril, wenn er sein Buch nicht trug. Und als er direkt vor Aril stand, bekam dieser eine Gänsehaut, denn auf dem angelaufenen Brustpanzer war kaum sichtbar eine Rose eingraviert, das berühmte Symbol des Ritterordens.
»Aber andererseits ist mir nicht zum Reden zumute«, fuhr der Ritter fort, ging an dem Halb-Elfen vorbei und setzte sich auf einen Felsen. Er lehnte sich gegen einen anderen Stein und schaute lustlos zum blauen Himmel und zu den weißen Wolken empor, die von den gegenüberliegenden Felswänden des Tals eingerahmt wurden. »Ich bin nur ein Mann der Tat.«
»Das verstehe ich schon«, erwiderte Aril, während er ihm folgte. »Aber es scheint mir, daß du im Augenblick - nun ja -zwischen den Taten stehst. Die Sache ist, ich bin...
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