Die Geschichte der Dienerin von Margaret Atwood galt lange als unverfilmbar, dies gelang jedoch Schlöndorff Anfang der 90er Jahre mit einer herausragenden Bsetzung und dem Skript von Harold Pinter. Buch und Film sind zwar eine Dyssothopie im Stil von 1984, jedoch mit einem ´speziellen Blick auf den Status der Frau in einer Welt von Morgen, die sich zurückberuft auf das Alte Testament. Hier zählt nur, ob die Frau fruchtbar ist, oder nicht. Straffällige Frauen werden dann den unfruchtbaren Frauen der Oberschicht als Dienerin zu Verfügung gestellt. Als Liebesdienerin und Leihmutter muss Kate ihrer Aufgabe nun gerecht werden, für Gott und Vaterland. Ihr Name wird geändert, sie verliert ihre Rechte und darf sich nur noch über Kommander Fred identifizieren, deshalb lautet ihr Name nun Offred. Von Natascha Richardson (Offred), über Faye Dunaway (Serena- Joy) bis hin zum Kriegskommander (Robert Duvall) überzeugend dargestellt. Erschreckend ist die Verbinung von medienwirksamer Eleganz und Gewalt. Was nicht passend ist, wird passend gemacht. Einzige Richtlinie: Leben nach dem Bibelkodex des Alten Testaments, daher sind es nicht mehr die Vereinigten Staaten, sondern das biblische Gilead, in dem diese Frauen leben und leiden müssen. Perfekte Inszinierung ist alles. Sehr farbgewaltig ansprechend auch die Kleidung der Frauen (Konsumgesellschaft), rote Kleider für die Frauen, welche noch Kinder gebären können und blaue Kleidung für die sterilen Frauen der herrschenden Klasse.
Eine Warnung vor selbsternannten "neuen Christen", Intolleranz gegen Andersdenkende, sowie Unterdrückungen durch totalitäre Regime. Die Extras mit dem Interview von Schlöndorff, sehr informativ.