Das vorliegende, durchgehend vierfarbig illustrierte und mit zahlreichen Abbildungen, Karten und Grafiken anschaulich und logisch aufgebaute Geschichtsbuch ist die Wiedergabe einer damals sehr beachteten Serie des STERN in Buchform.
Man spürt auch dem Buch den Magazincharakter der einzelnen Beiträge noch ab. Für den historisch versierten Leser ist das Buch sicher zu dünn" und vielleicht auch ein bisschen zu locker geschrieben. Über eine Überschrift wie "Die Fahrt ins KZ ist nicht kostenlos" kann man ästhetisch streiten. Doch man muss berücksichtigen, dass das Buch eine ganz andere Lesergruppe ansprechen möchte, diejenigen nämlich, die sich sonst nicht viel mit Geschichte befassen und die vor allen Dingen Bücher nur in die Hand nehmen, wenn sie ansprechend und nach modernen Gesichtspunkten gestaltet sind. Das heißt, man findet in diesem Buch viele Bilder und informative und leicht verständliche Kurztexte.
Doch außer einem rechtlich vorgeschriebene Bildnachweis und einem Namensregister findet der Leser keine weiterführenden Hinweise, etwa auf andere Bücher, mit denen er das jeweils angerissene Thema oder den entsprechenden historischen Abschnitt sich noch weiter erschließen könnte. Das ist schade.
Dennoch muss man froh darüber sein, wenn mit Hilfe solcher auch handlicher und preiswerter Bücher, Menschen, vor allem junge Menschen in unserem Land motiviert werden, sich mit der Geschichte ihres Landes zu befassen und vielleicht ein Gefühl und einen rationalen Eindruck davon bekommen, dass sie selbst ein Teil und ein Produkt dieser Geschichte sind.
Von daher halte ich das Buch für eine bestimmte Leserschicht, die auf schnellen Informationskonsum ohne vielschichtige Hintergründe aus ist, für empfehlenswert.
Die Hörbuchfassung ist von Ulrich Noethen gut gesprochen und für den noch
eiligeren Konsumenten gut geeignet.