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Nach Lektüre der nur 140 Seiten dieses handlichen Büchleins, einschließlich Bilder, werden Sie möglicherweise ein anderer Mensch sein. Sie werden gelernt haben, vieles einzuordnen, was Sie einmal in Berlin gesehen haben oder über Berlin mitbekommen haben. Sie werden daran erinnert, dass es einfach Spaß macht, Zusammenhänge zu begreifen und etwas zu lernen. Und Sie werden staunen, dass es scheinbar nichts gibt, das Sie nicht verstehen können, noch nicht einmal die komplexe und vielschichtige Stadtlandschaft und Geschichte einer so großen und vielfältigen Stadt wie Berlin.
Kein Rest hier von verstaubten Geschichtsbüchern, bei denen man sich fragt, wieso einen das bitte interessieren sollte. Kein Augenblick der Langeweile. Statt dessen Wiedererkennen und besseres Begreifen von vielem Bekanntem, Anekdoten die das Allgemeine illustrieren, Zitate von bekannten Personen, klare Worte und eine anschauliche Darstellung, oft aus der Sicht der jeweiligen Generationen. Am Ende eines jeden Kapitels wird kurz beschrieben, was aus den jeweiligen Epochen heute noch steht, wo es besichtigt werden kann, und was dabei wissens- und sehenswert ist. Am Ende des Buches erlauben ein Register für Orte und Gebäude und ein Register für Personen das spätere Nachschlagen von Einzelheiten.
Es ist die Geschichte der Bewohner Berlins und des Stadtbildes; der künstlerischen und wissenschaftlichen Entwicklungen, der wirtschaftlichen Entwicklungen und der gesellschaftlichen (wie auch der Entwicklung des Berliner Charakters, wenn man so will, der geistigen Aufgeklärtheit und Offenheit der Stadt). All dies vor dem Hintergrund der plastisch werdenden politischen Epochen.
Die erste Hälfte des Buches entwickelt dies bis ca. 1850. Nebenbei wir hier auch die verwirrende Vielfalt von Friedrichs und Wilhelms und Friedrich-Wilhelms der Hohenzollern plastisch über deren jeweilige Eigenheiten, wie sie von den Berlinern empfunden wurde, und wie sie die Entwicklung der Stadt geprägt haben. Wo passt Friedrich der Große in die Reihe? War er beliebt bei den Berlinern? Auch: Was haben die Hugenotten in Berlin beigetragen? Waren sie geduldete Flüchtlinge oder willkommene Importeure von Neuem? Durften sie offiziell französisch reden in Berlin? Wer ist die Charlotte in ‚Charlottenburg'? Was haben eigentlich Alexander und Wilhelm von Humboldt gemacht, dass man der Universität ihren Namen gegeben hat? In welchen Epochen und vor welchem Hintergrund wurden Brandenburger Tor und Siegessäule gebaut? Und wo gehört Schinkel in die Zeit, der war doch Architekt, oder?
In der zweiten Hälfte des Buches lernt man nicht zuletzt, das heutige Stadtbild in seinen vielen Aspekten und Schichten zu begreifen. Aus welcher Zeit kommen eigentlich die ganzen Altbauwohnungen? Warum gibt es in Berlin so viele Vorder- und Hinterhäuser? Wofür steht ‚S-Bahn' eigentlich? Wie haben sich Kinos, Theater, und wie das Verkehrswesen entwickelt? Woher hat gleich wieder die Weimarer Republik ihren Namen, und was hat das mit Berlin zu tun? Und wo ist eigentlich die Berliner Mauer hingekommen, nachdem sie abgerissen wurde? Das tolle Verständnis der heutigen Stadt entwickelt sich über lebhafte Berichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der Jahre vor dem 1. Weltkrieg, der ‚goldenen 20er Jahre' und der Weimarer Republik, der Nazizeit und ihrer Architektur, dem Mauerbau und den Sticheleien zwischen BRD und DDR, der Wiedervereinigung, bis hin zur Bebauung des Potsdamer Platzes und der heutigen Situation Berlins.
Es gibt viele Gründe, den Stadtführer durch die Jahrhunderte zu lesen. Man muss nicht unbedingt gut informierte Stadtspaziergänge planen, es lohnt sich auch aus Neugierde über Berlin, aus Interesse an deutscher Geschichte oder einfach weil es zeigt, dass Geschichte in keiner Weise trocken sein muss. Lassen Sie sich das nicht entgehen!
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